Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.04.2012

17:27 Uhr

„Gordy“ geht

US-Medieninvestor Crawford zieht sich zurück

Er hält Anteile am „Who is Who“ der amerikanischen Medienkonzerne in zweistelliger Milliardenhöhe. Doch Investor Gordon Crawford will sich nach mehr als vier Jahrzehnten aus dem Berufsleben zurückziehen.

Auch am größten US-Kabelnetzbetreiber Comcast ist Gordon Crawford dapd

Auch am größten US-Kabelnetzbetreiber Comcast ist Gordon Crawford

New YorkEiner der einflussreichsten US-Medieninvestoren will sich offenbar nach mehr als vier Jahrzehnten aus dem Geschäft zurückziehen. Bis Ende des Jahres wolle Gordon Crawford aus dem Berufsleben ausscheiden, schrieb eine mit Crawford vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters in einer E-Mail. Crawford denke, es sei an der Zeit dafür.

Die von dem Investor gegründete Capital Research and Management ist an Time Warner, News Corp, Comcast und DirecTV beteiligt. Laut der jüngsten Börsenmitteilung hält der Konzern Aktien an Medienunternehmen im Wert von etwa 12,3 Milliarden Dollar. Viele Anleger betrachten Crawford, der derzeit Vize-Präsident bei Capital Research ist, als Vorbild und folgen seinen Investitionsentscheidungen.

Den Ausstieg bei Walt Disney 2001 nahmen viele Anteilseigner als Signal für einen Vertrauensverlust in die Führungsriege des Konzerns. Crawford soll auch hinter dem Verkauf von Turner Broadcasting an Time Warner gestanden haben. Er soll seinen engen Freund Ted Turner von diesem Schritt überzeugt haben. 2002 hat der Investor demnach auch AOL-Chairman Steve Case dazu gezwungen, sich aus der Firma zurückzuziehen, nachdem Capital mit seiner Beteiligung sieben Milliarden Dollar verloren hatte.

Der von Freunden nur „Gordy“ genannte Manager soll auch die Idee für die Neu-Ausrichtung von Lions Gate Entertainment gehabt haben. Das Unternehmen kaufte im vergangenen Jahr die erfolgreiche Summit Entertainment, den Produzenten der „Twilight“-Vampir-Filme. In der jüngsten Vergangenheit trat Crawford verstärkt als Privat-Investor auf. Im April schloss er sich einer Gruppe an, die Legendary Pictures 128 Millionen Dollar zur Verfügung stellte. Das Unternehmen ist mit der Produktion des legendären Batman-Films „The Dark Knight“ bekanntgeworden.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×