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05.06.2015

13:50 Uhr

Griechenland-Anleihen

Athen will frisches Geld beschaffen

Athen will seine Finanznöte lindern und kündigt die Versteigerung zweier Geldmarktpapiere an. Mit dem Erlös will die Regierung zwei ältere Schuldpapiere zurückzahlen. Die Auktionen sind ein wichtiger Test für das Land.

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BerlinGriechenland will sich kommende Woche dringend benötigtes Geld vom Kapitalmarkt holen. Die Versteigerung zweier Geldmarktpapiere (T-Bills) mit drei- und sechsmonatiger Laufzeit soll am 10. Juni insgesamt 2,25 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen, kündigte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Freitag an. Mit den Einnahmen sollen zwei ältere Schuldpapiere an die Geldgeber zurückgezahlt werden. Die Auktionen sind ein wichtiger Test, ob sich angesichts des fortdauernden Schuldenstreits noch private Kapitalgeber finden.

Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras hat sich bislang nicht mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und den europäischen Partnern über weitere Milliardenhilfen verständigt. In den Verhandlungen will Griechenland auch durchsetzen, mehr T-Bills verkaufen zu können, um Engpässe zu vermeiden. Die Europäische Zentralbank (EZB) sperrt sich dagegen. Sie beharrt darauf, dass es vorher eine Einigung im Schuldenstreit gibt.

Das Prinzip festverzinslicher Wertpapiere

Zinsen und Rückzahlung

Festverzinsliche Anleihen haben einen fixen Zinskupon, der sich auf den Nominalbetrag von 100 Prozent, also zum Beispiel 1 000 Euro, bezieht. Zu diesem Betrag werden die Papiere am Ende der Laufzeit zurückbezahlt. Bei einem Kurs von 100 Prozent entspricht also die Rendite dem zugesicherten Zins.

Kurse und Renditen

Während der Laufzeit werden Anleihen gehandelt, deshalb schwanken die Kurse, die in Prozent angegeben werden. Der Rückzahlungswert bleibt unverändert bei 100 Prozent. Die Zinskupons, die sich auf den Nominalwert beziehen, verändern sich ebenfalls nicht. Weil Zinszahlungen und Tilgungen gleichbleiben, sinkt die Rendite für Neueinsteiger, wenn die Kurse steigen. Umgekehrt ist es genauso: Wenn die Kurse fallen, dann steigen die Renditen für Investoren, die neu zugreifen und bis zur Fälligkeit halten.

Renditeentwicklung

Entwicklung - Die Kurse vieler Anleihen - vor allem die von Staatsanleihen im Euro-Raum und in Japan - sind so stark über 100 Prozent gestiegen, dass Anleger trotz der Zinsen weniger Geld wiederbekommen, als sie angelegt haben. Somit sind die Renditen für Neueinsteiger sogar negativ.  Das geht umso schneller, weil die Kupons stetig sinken. So haben zweijährige Bundesschatzanweisungen in Deutschland seit dem 20. August 2014 einen Kupon von null Prozent, seit dem 21. Januar 2015 gilt das auch für fünfjährige Bundesobligationen. Die im Sommer 2016 platzierte zehnjährige Bundesanleihe hatte ebenfalls einen Null-Kupon, bei der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe liegt der Kupon aber bei 0,50 Prozent.

Zuletzt hatte die Finanzagentur im Mai den Kapitalmarkt angezapft. Die Rendite für die sechsmonatigen Papiere lag bei 2,97 Prozent, die der dreimonatigen T-Bills bei 2,70 Prozent. Zum Vergleich: Die deutsche Finanzagentur musste die Anleger bei der jüngsten Versteigerung eines sechsmonatigen Papieres nicht mit einer Rendite locken, sondern kassierte selbst eine Art Gebühr von den Käufern.

Von

rtr

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