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16.07.2015

14:01 Uhr

Griechenland-Investments

Hedgefonds-Anleger müssen auf ihr Geld warten

Schuldenkrise in Griechenland, Börsencrash in China: Für Hedgefonds-Anleger, die dort investiert sind, bedeutet das nichts gutes. Einige Hedgefonds frieren Anleger-Geld ein, bis die Börsen wieder normal laufen.

Der Athener Handelsplatz ist schon seit geraumer Zeit geschlossen. dpa

Athener Börse

Der Athener Handelsplatz ist schon seit geraumer Zeit geschlossen.

DüsseldorfGriechen und einige Hedgefonds-Anleger haben derzeit eines gemeinsam: Sie kommen nicht an ihr Geld. Weil die Schuldenkrise in Griechenland und der Börsencrash in China Fondsanbieter in die Bredouille bringt, blockieren mindestens zwei von ihnen den Abzug von Kapital.

Denn sollten einige Anleger ihr Geld zurückfordern, besteht das Risiko, dass die übrigen Anteilseigner auf schwer verkäuflichen Papieren sitzenbleiben. Da die Athener Börse seit fast drei Wochen geschlossen ist und in China knapp die Hälfte aller Börsenwerte nicht gehandelt werden dürfen, können dort engagierte Fonds keinen Wert für ihre Beteiligungen ermitteln.

Einige Hedgefonds haben daher sogenannte Seitentaschen aufgebaut, in die sie nicht handelbare Wertpapiere abschieben. Andere parken derartige Titel in eingefrorenen Mini-Fonds. „In ähnlichen Situationen haben Hedgefonds früher schon so reagiert“, sagt Ryan McNelley, Geschäftsführer des Fondsberaters Duff & Phelps. „Seitentaschen sind ein möglicher Weg, um das Problem zu isolieren.“

Während der Finanzkrise von 2008 hatten Fonds zu ähnlichen Mitteln gegriffen. Damals wurden nach Angaben von Hedgebay, einer Handelsplattform für Hedgefonds-Anteile, Wertpapiere im Volumen von bis zu 400 Milliarden Dollar in „Seitentaschen“ geparkt.

Die größten Verwalter privater Vermögen

Der Markt für Vermögensverwalter

Der Markt für Verwalter privater Vermögen hat ein Volumen von 20,6 Billionen Dollar.
Die zehn größten Vermögensverwalter beherrschen davon 47 Prozent. Allein die UBS kommt auf einen Marktanteil von 9,9 Prozent.

In diesem Ranking nicht berücksichtigt: Vermögensverwalter, die sich nicht auf vermögende Privatkunden fokussieren, wie Blackrock.

Quelle: Scorpio Partnership

Die dynamischsten Vermögensverwalter

Das schnellste Wachstum unter den Vermögensverwaltern legte die BMO Financial Group aus Kanada hin. Durch Übernahmen wuchs das verwaltete Vermögen um 80 Prozent auf 326,4 Milliarden Dollar.

Unter den Top 10 Vermögensverwaltern wuchs JPMorgan Chase & Co. am schnellsten. Die Amerikanier steigerten das verwaltete Vermögen um 19 Prozent auf 428 Milliarden Euro.

Platz 10

Goldman Sachs, USA
Verwaltetes Vermögen: 363 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 10 Prozent

Platz 9

HSBC, Großbritannien
Verwaltetes Vermögen: 365 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 4,5 Prozent

Platz 8

BNP Paribas, Frankreich
Verwaltetes Vermögen: 371 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 6,2 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 6,3 Prozent

Platz 7

J.P.Morgan Chase & Co., USA
Verwaltetes Vermögen: 428 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 18,6 Prozent

Platz 6

Citi Bank, USA
Verwaltetes Vermögen: 551 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr: Keine Angaben, da die Bank ihre Berechnungsgrundlagen geändert hat.

Platz 5

Royal Bank of Canada, Kanada
Verwaltetes Vermögen: 704 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 4,6 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 13,8 Prozent

Platz 4

Credit Suisse, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 884 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 0,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 10,6 Prozent

Platz 3

Bank of America Merill Lynch
Verwaltetes Vermögen: 1,98 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,3 Prozent

Platz 2

Morgan Stanley, USA
Verwaltetes Vermögen: 2,03 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,1 Prozent

Platz 1

UBS, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 2,04 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 3,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 15 Prozent

Quelle: Scorpio Partnership

Auch wenn die Auswirkungen für einige Hedgefonds ähnlich sind, ist die Lage in Griechenland und China grundverschieden. Die Athener Regierung schloss Ende Juni die heimischen Banken, weil Griechen aus Angst vor dem „Grexit“ – dem Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone – die Schalter stürmten, um ihre Konten leer zu räumen und ihre Euro in Sicherheit zu bringen.

Parallel dazu wurde auch der Aktienhandel in Athen eingestellt. Börsianer rätseln, wann die Börse wieder öffnet. Sollte dies bis Ende Juli nicht geschehen, seien Hedgefonds gezwungen, griechische Papiere abzuschreiben oder sie in „Seitentaschen“ zu verschieben, sagte ein Londoner Investor.

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