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19.01.2012

16:29 Uhr

Griechische Schuldenkrise

Hedgefonds fordern Rendite als Menschenrecht

Griechenland verhandelt mit Gläubigern über einen Schuldenschnitt. Doch gerade die Hedgefonds wehren sich, Verluste hinzunehmen. Laut eines Medienberichts erwägen sie gar den Zug vor den Gerichtshof für Menschenrechte.

Der Parthenon auf der Akropolis in Athen: Der Zank um den Schuldenschnitt könnte vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte weitergeführt werden. dpa

Der Parthenon auf der Akropolis in Athen: Der Zank um den Schuldenschnitt könnte vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte weitergeführt werden.

BerlinFür Hedgefonds zählt die Rendite. Und wenn diese wie im Fall Griechenland in Gefahr ist, greifen sie offenbar zu allen möglichen Mitteln. So planen die Fonds laut eines Berichts der „New York Times“ vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen, falls sie im Falle eines Schuldenschnitts gezwungen werden sollten, Verluste bei ihren griechischen Anleihen hinzunehmen. Rechtsexperten räumen ihnen durchaus Chancen ein, Griechenland erfolgreich verklagen zu können. Denn die Anleger könnten die Verluste als Verletzung ihres Rechts auf Eigentum geltend machen - und das gilt in Europa als ein Menschenrecht.

Griechenland muss eine Übereinkunft mit seinen privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt erreichen, damit weitere Mittel aus den europäischen Rettungsfonds fließen können. Auf mindestens 50 Prozent der Gelder, die Griechenland den Banken, Versicherungen und Fonds schuldet, sollen diese verzichten. Das würde Griechenland um rund 100 Milliarden Euro entlasten.

Der Schuldenschnitt soll über einen freiwilligen Anleihentausch zustande kommen. Zuletzt haben aber viele Hedgefonds bei griechischen Anleihen zugeschlagen. Sie hielten inzwischen einen großen Teil der Papiere, auf die es bei dem geplanten Anleihetausch ankomme, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen kürzlich Reuters. Details zur Gläubigerbeteiligung will der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos bis Freitag geklärt haben.

Doch die Gespräche mit dem Bankenverband IIF gestalten sich schwierig. Knackpunkt sind derzeit wohl die Zinsen, die das Land für die neuen Anleihen zahlen soll. Den Kreditgebern schwebt dem Vernehmen nach ein Zins von mindestens vier Prozent vor.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

19.01.2012, 16:50 Uhr

Im Lissabon Vertrag wird das Recht auf Privateigentum zum Menschenrecht hochgestufft.Der Vertrag ist ratifiziert von allen 27 Länder und ist somit geltendes Recht.Wenn jemand enteignet wird(sprich sein Geld vom Schuldner nicht zurückbekommt) kann man ihn in Europa verklagen.Es wird aber sehr schwierig sein vor dem Gericht.

HardTalk

19.01.2012, 16:54 Uhr

Hoffentlich bleiben die Hedgefunds hart und ziehen die Sache durch. Wenn das Verhalten der Griechen Schule machen würde kauft doch keiner mehr Gilts. Bei der Rendite -50 percent. Wie finanzieren sich dann die Staaten?

HelmutJosefWeber

19.01.2012, 17:15 Uhr

Wie kann man in einem so kurzen Artikel nur so viel Blödsinn schreiben.
Es dreht sich nur darum, dass es gegen die Menschenrechte verstößt, wenn Gesetze rückwirkend in Kraft gesetzt werden.
Und auch Zocker der Hedgefonds haben Menschenrechte, selbst der mieseste Kinderschänder.
Daher---Grundsätzlich:
Gesetze und deren Änderungen, können immer nur in der Zukunft wirksam werden, niemals rückwirkend.
Aber so ist es bei allen Regierungen, wenn ihnen das Wasser bis Unterkannte Oberlippe steht, sind Gesetze und Menschenrechte Schall und Rauch.

Viele Grüße
H. J. Weber

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