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22.07.2012

09:31 Uhr

Größe allein reicht nicht

Diese Star-Fondsmanager stehen in der Kritik

VonAnke Rezmer

Fidelity bringt innerhalb von zehn Jahren schon den vierten Fondsmanager. Klaus Kaldemorgen von der DWS fällt weit hinter die Benchmark zurück. Welche Fonds-Flagschiffe und Star-Verwalter Anleger Rendite kosteten.

Der 34 Jahre alte Matthew Siddle hat bei Fidelity keinen leichten Job. Pressefoto

Der 34 Jahre alte Matthew Siddle hat bei Fidelity keinen leichten Job.

Mit seinen 34 Jahren macht Matthew Siddle keinen leichten Job. Der Ökonom mit Cambridge-Abschluss bringt zwar schon acht Jahre Erfahrung als Fondsmanager mit, um dem wichtigen Produkt seines Arbeitgebers Fidelity, dem „European Growth Fund“, zu neuem Glanz zu verhelfen. Doch seit Jahren erreicht der Fonds allenfalls eine mittelmäßige Rendite, so dass sich das Vermögen des Fonds nach Kapitalabflüssen und Wertverlusten geviertelt hat.

Im vergangenen Jahrzehnt wechselte die US-Fondsgesellschaft dreimal den Fondsmanager aus. Nach einem extrem schwachen Jahr 2011 hat nun Alexander Scurlock den noch 6,5 Milliarden Euro schweren Fonds abgegeben, nach offizieller Sprachregelung, um „eine neue Rolle im europäischen Investmentteam“ zu übernehmen. Doch Beobachter vermuten Erfolglosigkeit als eigentlichen Grund für den Austausch. Auch die Fidelity-Marketingexperten erklärten bereits auf Verkaufsveranstaltungen, dass Siddle den Fonds nun von den vielen Bankaktien im Portfolio befreien solle.

Während Scurlock als ausgewiesener Einzeltitelspezialist galt, kommt mit Siddle ein Manager, der nach eigener Aussage in Europa nach Unternehmen mit solider Finanzkraft und starker freier Liquidität sucht. „Solche Firmen lassen langfristig den Markt hinter sich und sind in schweren Zeiten weniger anfällig“, begründet er. Siddle scheint stärker Risiken im Blick zu haben, wie Javier Sáenz de Cenzano, Analyst von Morningstar, meint.

Der Wechsel werde daher große Veränderungen im Fonds bedeuten. Der Brite managte zuletzt einen Fonds mit großen europäischen Aktien und bewies 2011, dass er mit schwierigen Börsen umgehen kann, sagt Sáenz de Cenzano. Es sei aber noch zu früh, um seine Leistung einzuordnen. Bis Ende 2012 will Siddle den Fonds umbauen. Er mag Konzerne wie Sanofi und Roche, BG Group, BMW, VW und SAP.

Fidelity European Growth Fund (FIL Luxembourg)
Fondsmanager Matthew Siddle verwaltet stolze 6,467 Millionen Euro bei diesem Fonds mit Fokus auf europäische Aktien.

Performance pro Jahr*
1 Jahr3 Jahre5 Jahre
Fonds-10,1 %+7,5 %-6,9 %
Vergleichsindex: MSCI Europe TR USD-11,4 %+8,1 %-6,3 %
Platzierung**133150112
*zum 30.5.2012,**unter allen Konkurrrenzfonds. Quelle: Lipper

Kommentare (7)

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Insider

08.07.2012, 16:46 Uhr

Nieten in Nadelstreifen! Es ist wie bei den Versicherungen: die meiste Werbung machen die schlechten Gesellschaften(Markführer Allianz mal außen vorgelassen). Gerade die Deka mit ihren zumeist schwachen bis sehr schwachen Fonds taucht permanent im Fernsehen, Internet, Presse auf. Mit einer Werbung, deren Dümmlichkeit allenfalls noch von der Unfähigkeit der Deka-Fondsmanager übertroffen wird. Bei Deka ist es die Vertriebspower, sonst wären die längst am Ende. Aber der normale "Spasskassenkunde" hat es auch nicht besser verdient, denn der hat i. d. R. noch weniger Ahnung von Kapitalmärkten als sein Spasskassenverkäufer, weil er sich nicht informiert oder sich einen unabhängigen Berater mit Investmentexpertise sucht. Bei DWS und Fidelity kommt zur Unfähigkeit auch noch eine maßlose Arroganz hinzu, was die desaströsen Ergebnisse noch schlimmer macht. Aber auch beim Carmignac Investissement ist nicht alles sauber: seit dem ich diesen Fonds verfolge, habe ich dort noch keine deutsche Aktie im Europaportfolio entdeckt. Mit professionellem Fondsmangement hat das nun wirklich nichts mehr zu tun. Der DAX hat sich in den letzten gut 3 Jahren klar besser entwickelt als alle anderen größeren Börsen in Europa. Der alte Herr scheint ein Problem mit Deutschland zu haben. Auf Nachfrage reagiert man verschnupft und verweigert jede Aussage dazu. Die sitzen auf einem ganz hohen Ross! Beim Flagschiff Carm. Patrimoine gibt es in den letzten 2 Jahren auch Licht und Schatten, nur die Langfristperformance ist hier ohne Tadel. Lagen die Fondsmanger gerade in Abschwungphasen (vgl. August 2011)geradezu hellseherisch richtig, verpennen sie regelmäßig die später einsetzenden Erhohlungsphasen und bleiben viel zulange abgesichert. Und Schwupps ist der Performancevorsprung wieder weg. Wie es besser geht, zeigt der Fonds mit der WKN A0M430, den die meisten Bankkunden natürlich nicht angeboten bekommen.

Account gelöscht!

08.07.2012, 19:27 Uhr

Was sind die Gründe für den Kauf eines Fonds?

Wohl in erster Linie, sich nicht selber um die lieben "Details" zu kümmern.

Da aber bei der Wahl bzw. des Kaufs eines Fonds eben diese Detailkenntnis überlebenswichtig ist und über die Haltedauer auch bleibt, kommt man ohnehin nicht um eine eigene gute Marktkenntnis herum.

Und aus vergangenen guten Werten auf die Zukunft zu schliessen, ist erfahrungsgemäss schlichtweg töricht.

Da sind wir wieder bei der eingangs gestellten Frage: Warum eigentlich überhaupt in Fonds investieren?

Meine Antwort: Das machen nur die Dummen. Und die sind in der Mehrzahl und sterben auch nicht mehr aus.

Früher kaufte man sich Absolution - heute eben Fonds.




derfondsbrief

09.07.2012, 08:30 Uhr

Die allermeisten Fondsgesellschaften und der Manager haben schlicht nicht begriffen was ihre Kunden wollen: Performance. Das Versteckspiel hinter bench mark und allerlei anderen Fachausdrücken hilft dem Anleger nichts. Da gibts nur eins: objektive Beratung und gandenloses Aussortieren der Loser-

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