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15.04.2006

15:36 Uhr

Grundbesitz-Invest

Eine Milliarde aus Krisenfonds abgezogen

Seit der Wiedereröffnung des Krisenfonds Grundbesitz-Invest Anfang März haben Anleger massiv Gelder abgezogen. Die geht aus einem Zeitungsbericht hervor.

Foto: dpa Quelle: dpa

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HB FRANKFURT. Mehr als eine Milliarde Euro sei seitdem aus dem zur Deutschen-Bank-Gruppe gehörenden Immobilienfonds abgeflossen, berichtete die Zeitung „Die Welt“ (Samstagausgabe) unter Berufung auf Kreise der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin). Die Summe entspreche mehr als 16 Prozent des Gesamtvolumens. DB Real Estate und Deutsche Bank wollten sich am Samstag nicht zu dem Bericht äußern.

Die Entwicklung beim Grundbesitz-Invest dürfte Signalwirkung für die Branche haben. Die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate hatte den Grundbesitz-Invest Mitte Dezember geschlossen, nachdem Anleger wegen angekündigter Wertberichtigungen mehr als 350 Millionen Euro abgezogen hatten. Die Wertberichtigungen fielen jedoch eher gering aus.

Die bis dato erste Schließung eines offenen Immobilienfonds hatte Deutschlands größtem Geldhaus harsche Kritik von Kunden und Konkurrenten eingebracht. Anleger sorgten sich um ihr Geld und die Mitbewerber um den Ruf eigener Fondsprodukte. Im Dezember und Januar hatten Investoren Gelder in Höhe von sieben Milliarden Euro aus der Anlageklasse offene Immobilienfonds abgezogen. Im Januar mussten dann zwei weitere Fonds des Anbieters KanAm wegen der Flucht der Anleger vorübergehend geschlossen werden.

Grund war dabei aber keine Wertberichtigung, sondern die Verkaufsempfehlung einer Rating-Agentur. Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) will der Zeitung zufolge am kommenden Mittwoch Zahlen über das Mittelaufkommen der Fonds im März berichten. Beim Grundbesitz-Invest sei das Vermögen des einst mehr als sechs Milliarden Euro schweren Fonds inzwischen unter fünf Milliarden Euro gefallen, berichtete „Die Welt“.

Die Mittelabflüsse konnten dem Bericht zufolge durch den Verkauf einiger Immobilien und über Kredite kompensiert werden. Eine erneute Sperrung des Fonds werde bei der DB Real Estate jedoch ausgeschlossen. Nach der massiven Kritik hatte sich die Mutter Deutsche Bank dazu bereit erklärt den Fonds zu stützen und ihn auch im Falle drastischer Mittelabflüsse offen zu halten. Die Zeitung berichtete, dass die DB Real Estate kurz davor stehe, zwei Immobilienportfolios aus gut vermieteten Einzelhandels- und Büroimmobilien im Wert von jeweils mehreren hundert Millionen Euro loszuschlagen.

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