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21.08.2011

12:08 Uhr

Handel ausgesetzt

Anleger von Debi Select stecken fest

VonSönke Iwersen

ExklusivDer Stromhändler Teldafax liegt nach seinem Insolvenzantrag seit zwei Monaten brach. Anleger des ehemaligen Großaktionärs Debi Select dachten, ihre Gelder seien trotzdem sicher. Doch jetzt tauchen neue Probleme auf.

Debi Select hatte Schuldverschreibungen des heute insolventen Stromhändlers Teldafax erworben. dpa

Debi Select hatte Schuldverschreibungen des heute insolventen Stromhändlers Teldafax erworben.

DüsseldorfUnstimmigkeiten beim ehemaligen Teldafax-Aktionär Debi Select haben die Kontrollbehörden auf den Plan gerufen. Wie die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein auf Anfrage des Handelsblattes bestätigte, hat die Behörde eine Untersuchung eingeleitet. Der Handel des neuen Debi Select Fonds „Intevo“ wurde daraufhin ausgesetzt. Debi Select hatte diesen Fonds seinen Anlegern als attraktives Investment empfohlen.

Wie das Handelsblatt Anfang August berichtete, bestehen grundsätzliche Zweifel an der Werthaltigkeit von Debi Select. Der Fonds hatte in den vergangenen Jahren nach Angaben von Geschäftsführer Josef Geltinger ohne Wissen der Geschäftsführung Schuldverschreibungen des Stromhändlers Teldafax erworben und war so in den Sog des heute insolventen Unternehmens geraten. Schuld sei sein ehemaliger Steuerberater Michael Josten gewesen, sagte Geltinger. Josten, der ehemalige Teldafax-Chef, habe auch den Debi Select Fonds konzipiert. Er sitzt derzeit wegen eines Anlagebetrugs in einem anderen Sachverhalt in Haft.

Debi Select konnte nach Geltingers Auskunft die Schuldverschreibungen bei Teldafax 2011 in Aktien umwandeln und diese dann für 60 Millionen Euro an russische Investoren verkaufen. Der Haken: Ein Vertreter der Russen dementierte, dass je ein Kaufpreis geflossen sei.

Debi Select will seinen Fonds nun bis Jahresende abwickeln. Anlegern wird dabei angeboten, ihre Anteile am alten Fonds in einen neuen Fonds zu wandeln: Intevo. Der neue Fonds ist von der Minerva Investments AG in Liechtenstein registriert. Der einzige Geschäftsbericht, der vorliegt, wies eine negative Halbjahresrendite von 6,6 Prozent aus. Mitte April wurde der Fonds komplett geleert, danach stark beworben und ist aktuell mit 13 Millionen Euro gefüllt. Anlegerschützer äußerten die Befürchtung, die alten Debi Select-Anleger, die aus dem Fonds aussteigen wollen, sollten mit dem Geld der neuen Intevo-Anleger ausgezahlt werden.

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