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12.10.2012

10:05 Uhr

Handelsblatt-Ranking

Welche Fonds am besten abschneiden

VonIngo Narat

Als gäbe es keine Euro-Krise, verdienen Fonds mit deutschen Aktien im Portfolio derzeit prächtig. Und die Anleger können sich über üppige Gewinne freuen. Experten warnen allerdings vor dem nächsten Jahr.

Händler in Frankfurt. Deutsche Aktien waren zuletzt gefragt. dpa

Händler in Frankfurt. Deutsche Aktien waren zuletzt gefragt.

FrankfurtDas hätten nur wenige Fondsanleger zu Jahresbeginn zu träumen gewagt: Sie stehen heute trotz Krise fast alle mit Gewinnen gut da, teilweise bringen sie es sogar auf zweistellige Erträge. Aktienprodukte führen die Wertentwicklungshitliste für die ersten drei Quartale an. Und Depots für die heimischen Dividendenwerte sind die Spitzenreiter. Deutsche Aktienportfolios führen mit durchschnittlich 20,2 Prozent Wertgewinn. In diesem Segment liegt der "Deutschland-Invest" der LBB-Invest mit 27,4 Prozent an der Spitze. Nur Fonds für Rohstoffaktien und Immobilien liefern Verluste ab.

Die Bilanz basiert auf Daten des Fondsanalysehauses Feri Eurorating. Sie zeigt den durchschnittlichen Anlageerfolg aller zugelassenen rund 4.600 Fonds für 36 Schwerpunkte in den ersten drei Quartalen sowie die durchschnittliche Wertentwicklung der Fondsgruppen über fünf Jahre. Die Tabelle unten nennt die ertragreichsten Produkte für die zehn führenden Anlageschwerpunkte.

Die Spitzenreiter unter den Aktienfonds

Platz 10

Den zehnten Platz unter den Aktienfonds macht der Schroder ISF Asian Equity Yield unter dem Management von Lee King Fuel. Asiatische Unternehmen mit guten Renditen stehen hier im Mittelpunkt. Mit dieser Strategie erreichte der Fonds im laufenden Jahr eine Performance von 26,2 Prozent, auf die letzten fünf Jahre gerechnet sind es 5,3 Prozent.

Die Aufstellung zeigt die besten Fonds für die zehn besten Anlageschwerpunkte im Zeitraum vom ersten bis zum dritten Quartal 2012. Quelle: Feri Eurorating; Ultimo 30.09.2012

Platz 9

Der neunte Platz geht an den Sparinvest-High Yield Value Bonds Euro.  Der Rentenfonds investiert unter dem Management von Klaus Blaabjerg in weltweit börsennotierte Industrieanleihen. Die Performance im laufenden Jahr beträgt 21 Prozent. In den letzten fünf Jahren sind es 8 Prozent.

Platz 8

Der Renaissance Ottoman Euro hat es vor allem auf Investitionen in Osteuropa abgesehen. Türkische Aktien stehen ganz oben auf der Liste von Fondsmanager Aziz Unan. Für die letzten fünf Jahre liegt die Performance bei minus 2,2 Prozent, im laufenden Jahr sind es 27,9 Prozent.

Platz 7

Fondsmanager Dirk-Jan Dirksen hat für den Fonds Delta Lloyd L Technology Trends internationale Technologiewerte im Blick. Der im Januar 2010 aufgelegte Fonds weist im laufenden Jahr ein Plus von 24,4 Prozent auf.

Platz 6

Das Vermögen des BNY Mellon Small Cap Euroland Euro wird zum größten Teil in vielversprechende Aktien von europäischen Unternehmen wie Gerresheimer oder Hannover Rück investiert. Damit erreichte Fondsmanager Daniel Le Van im laufenden Jahr eine Performance von plus 21,7 Prozent, in den letzten fünf Jahren ist es allerdings ein Minus von 4,2 Prozent.

Platz 5

Die Telekomunikations- und Medienbranche ist das Hauptanlageziel des Allianz Telemedia Euro. Rund 21,5 Prozent im laufenden Jahr und 3,6 Prozent in den letzten fünf Jahren sind das Ergebnis.

Platz 4

Im DWS German Small/Mid Cap wird vorwiegend in Aktien kleiner und mittelgroßer deutscher Unternehmen angelegt. Unter anderem Titel von Continental und Lanxess finden sich im Portfolio von Fondsmanager Raik Hoffmann wieder. Im laufenden Jahr beträgt die Wertentwicklung 26,9 Prozent, in den letzten fünf Jahren minus 4,4 Prozent.

Platz 3

Der Dexia Equities B Europe Small Caps investiert unter der Leitung von Arnaud Stenuit in kleinere europäische Unternehmen. Nach einem Minus von 8,5 Prozent auf die letzten fünf Jahre gerechnet, steht der Fonds im laufenden Jahr mit einem Plus von 30,6 Prozent da.

Platz 2

Der im März 2009 aufgelegte MIV Global Medtech Fund P1 legt im laufenden Jahr eine Performance von 30,7 Prozent vor. Fondsmanager Juerg Nagel konzentriert sich auf Medizintechnik-Unternehmen, hauptsächlich aus den USA.

Platz 1

Der Deutschland-Invest investiert, wie schon der Titel sagt, grundsätzlich in den deutschen Aktienmarkt. Vor allem Standardwerte wie BASF und Bayer sucht Fondsmanager Sven Krause aus. Im laufenden Jahr schlägt hier ein Plus von 27,4 Prozent zu Buche, auf die letzten fünf Jahre gerechnet sind es minus 1,9 Prozent.

Der Blick auf die Hitliste vermittelt den Eindruck, als würde es Schuldenkrise und Euro-Probleme nicht geben. "Das ist auch der Draghi-Effekt, die EZB hat wie andere Notenbanken die Märkte mit Geld geflutet", sagt Feri-Analyst André Härtel. Außerdem beruhigte EZB-Chef Mario Draghi, indem er versprach, er werde alles zur Rettung des Euros tun. Das nahm vielen Anlegern ihre Sorgen. "Sie gingen gerade nach den Draghi-Bemerkungen im dritten Quartal wieder in Risiko-Anlagen - weltweit", erklärt der Feri-Mann.

Das Ergebnis: Aktienfonds liegen mit attraktiven Gewinnen vorne. "Die Anleger dürften weiter recht offensiv bleiben, denn jetzt kommen wir in die saisonal starke Phase für die Ökonomien", sagt Stewart Thomson, Chef-Volkswirt beim britischen Vermögensverwalter Ignis. Aber gleichzeitig warnt er: "Im nächsten Frühjahr oder Sommer dürfte es schwieriger werden, wenn etwa die Lage in Europa, ein geringeres Wirtschaftswachstum oder die Haushaltsprobleme in den USA wieder in den Fokus kommen."

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Kommentare (2)

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Micha

12.10.2012, 10:59 Uhr

Eine noch höhere Rendite ergibt sich, wenn man die Fonds ohne Ausgabeaufschlag kauft und sogar noch die Bestandsprovision des Vermittlers erhält! Die alte Kaufmannsregel "Im Einkauf liegt der Gewinn!" hat immer noch ihre Gültigkeit. Mache das schon seit 2 Jahren und freue mich regelmäßig über den "Zusatzertrag" :-)) Einfach bei Googel suchen mit "Kickback" und "Alpha".

Tru

12.10.2012, 11:32 Uhr

Richtig, hier gibts dazu einen Rechner, der die enormen Gebühren des Fondsmanagement transparent macht:

http://www.fonds-etf.de/Vergleichsrechner_ETF-Fonds_zu_aktiven_Fonds?Zp=99

Im übrigen zeigen alle Studien, dass die Fondsmanager es nicht schaffen den Index über einen längeren Zeitraum zu schlagen - sind also ihr Geld nicht wert. Die diesjährigen Gewinner können die Verlierer vom nächsten Jahr sein. Das hat nichts mit Managementleistung zu tun, sondern mit Glück!

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