Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.03.2012

16:24 Uhr

Hedge-Fonds

Dunkle Macht der Wall Street

Es wird wieder kräftig spekuliert: Hedge-Fonds-Manager werden dieses Jahr erneut ein Volumen von mehr als zwei Billionen Dollar investieren - ein neues Allzeithoch. Alle Regulierungsversuche sind bisher gescheitert.

Hedge-Fonds-Manager George Soros Reuters

Hedge-Fonds-Manager George Soros

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise wandte sich Angela Merkel beschwörend an die Regierungschefs der 20 größten Industriestaaten. „Jedes Finanzmarktprodukt, jeder Finanzplatz und jede Finanzinstitution muss Regeln unterworfen werden, und zwar weltweit“, so die Bundeskanzlerin im September 2009 unmittelbar vor dem G20-Gipfel in Pittsburgh. Nie wieder sollten Finanzspekulanten die Weltwirtschaft in den Abgrund stürzen dürfen.

Gut zwei Jahre und vier G20-Gipfel später ist die Welt von einer effektiven Regulierung der sogenannten Schattenbanken weit entfernt: Hedge-Fonds und ausgelagerte Zweckgesellschaften von Banken verfügen nach Schätzung des Baseler Financial Stability Boards über mehr Finanzkraft als je zuvor. Rund 60 Billionen Dollar sind außerhalb des regulären Banksystems angelegt.

Entgegen der ursprünglichen Zielsetzung hat die Politik die Aktivitäten der Hedge-Fonds nicht zügeln können. Die Fonds, die mit riskanten Wetten möglichst hohe Renditen erzielen wollen, werden in diesem Jahr so viel Geld einsetzen können wie noch nie.

Die erfolgreichsten Hedgefonds-Manager 2011

Bruce Kovner

Mit einem Verdienst von 210 Millionen Dollar landet Bruce Kovner auf Platz 10 der best bezahlten Hedgefonds-Manager. Mit 67 Jahren beendete Kovner, der bis dahin bei Caxton Associates arbeitete, seine Karriere.

John Arnold

Seine Arbeit als Hedgefonds-Manager bei Centaurus Advisors brachte John Arnold 360 Millionen Dollar ein.

Alan Howard

Alan Howard verdiente bei Brevan Howard Asset Management 400 Millionen Dollar. Den 7. Platz teilt er sich mit einem Kollegen.

Kenneth Griffin

Ebenfalls 400 Millionen Dollar verdiente Kenneth Griffin. Der Hedgefonds-Manager, der für Citadel arbeitet, brachte den Kensington und Wellington Fonds wieder Werte wie vor der Rezession ein.

Charles "Chase" Coleman III

Der 36-jährige Charles Coleman konnte 2011 neues Vermögen horten. Der Hedegfonds-Manager arbeitet für Tiger Global Management und investierte unter anderem in Facebook, Linkedin und Zynga. Damit verdiente er 500 Millionen Dollar.

David Shaw

Mit einem Verdienst von 580 Millionen Dollar landet David Shaw (D.E. Shaw & Co.) auf Platz 5 der Forbes-Liste.

Steve Cohen

Mit 600 Millionen Dollar schafft es Steve Cohen auf Platz 4 der am besten verdienenden Hedgefonds-Manager. Er arbeitet bei SAC Capital Advisors.

Carl Icahn

Carl Icahn (Icahn Capital Management) ist schon über 30 Jahre im Geschäft. Trotzdem war das Jahr 2011 für ihn besonders lukrativ. Er verdiente 2 Milliarden Dollar.

James Simons

Auch wenn der „Quant King“ bereits 2010 aus seinem 20 Milliarden Dollar schwerem Hedgefond Unternehmen ausstieg, profitierte er immer noch von den Gewinnen der Renaissance Technologies. Er verdiente 2,1 Milliarden Dollar.

Ray Dalio

Großer Gewinner war 2011 Raymond Dalio. Der Chef der weltgrößten Hedgefonds-Firma Bridgewater Associates erwirtschaftete für seine Kunden umgerechnet 10,4 Milliarden Euro. Er selbst bekam dafür 3 Milliarden Dollar ausgezahlt.

Quelle: Forbes Magazine

Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die Mittelzuflüsse 2012 um 13 Prozent auf dann 2,3 Billionen Dollar steigen werden. Das bisherige Hoch aus dem Jahr 2007 lag bei 2,2 Billionen Dollar. Auch die Credit Suisse veröffentlichte gestern eine Erhebung unter mehr als 600 institutionellen Investoren. Demnach erwarten die Anleger 2012 ein weltweites Hedge-Fonds-Volumen von 2,13 Billionen Dollar.

Hedge-Fonds-Manager wie der legendäre Investor George Soros spekulieren mit speziellen Finanzinstrumenten auf steigende oder fallende Kurse von Aktien, Anleihen, Devisen oder auch Rohstoffe. Da sie wie auch andere Akteure der Schattenbankenwelt nicht selten mit Kredithebeln arbeiten, kann ein Scheitern ihrer Wetten zu Ansteckungseffekten führen, die „am Ende das ganze Finanzsystem gefährden“, warnt Otmar Issing, früher EZB-Chefvolkswirt und heute Leiter der Kommission zur Finanzregulierung, in einem Handelsblatt-Gastbeitrag.

Issing fordert „eine systemische Risikoabgabe, vergleichbar der deutschen Bankenabgabe“, für alle Schattenbanken. Außerdem plädiert er dafür, bei der EZB eine Institution anzusiedeln, die sich der „Überwachung des systemischen Risikos“ widmet.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.03.2012, 17:03 Uhr

tja, wer meint Hedgefonds sind böse, sollte die WP-LEIHE verbieten

Account gelöscht!

01.03.2012, 17:37 Uhr

LOTTO-TOTTO-RENNQUINTETT-BÖRSE
Also, wenn ich das richtig gelesen habe, ist also der Hr. Jain, deutsch lernend, Fondsmanager ohne Zulassung und Offenlegung von Risiken in London nach Frankfurt gewechselt, jetzt ein CEO und Herr über Fondsmanager mit Zulassung und Offenlegung von Risiken. Klasse!
Auf Druck von Großbritannien. Klasse, aber verständlich.
Die realwirtschaftliche Bedeutung dieses Landes ist ja zwischenzeitlich zu vernachlässigen. Sollte man nicht nachmachen. Ist nicht Klasse!
ABER DIE STEUERLICHE BEDEUTUNG VON 60 BILLIONEN, UND JÄHRLICH MEHR VON 2 BILLIONEN, DIE FINDE ICH KLASSE!

Herr_Durchblicker

01.03.2012, 18:17 Uhr

Wenn wundert`s? Die EZB flutete vorgestern die Banken mit €530 Mrd, nachdem bereits im Dezember €500 Mrd gedruckt und verteilt wurden. Was soll man mit all der Kohle auch anderes machen als munter weiterzocken? Man gibt dem Alkoholiker einen Schluck aus der Pulle.
Die EZB sollte das Geld den Staaten DIREKT geben, um dieser RAFfgier ein Ende zu machen. ..

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×