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29.02.2016

18:15 Uhr

Hedgefonds

Argentinien und US-Gläubiger einigen sich im Schuldenstreit

Der Streit zwischen Argentinien und zweier Hedgefonds schwelt seit 15 Jahren. Nach der Staatspleite 2001 wollten sie partout nicht auf ihren Anspruch verzichten. Nun soll Argentinien 4,65 Milliarden Dollar zahlen.

Der argentinische Präsidenten hat sich im milliardenschweren Streit mit den Gläubigern geeinigt. AFP; Files; Francois Guillot

Mauricio Macri

Der argentinische Präsidenten hat sich im milliardenschweren Streit mit den Gläubigern geeinigt.

Buenos AiresIm Schuldenstreit mit US-Gläubigern hat Argentinien eine Einigung erreicht. Schlichter Daniel Pollack teilte am Montag mit, das südamerikanische Land und die vom Milliardär Paul Singer angeführte Kreditorengruppe habe eine „Grundsatzvereinbarung“ unterzeichnet. „Die seit 15 Jahren andauernde Auseinandersetzung zwischen Argentinien und Elliott Management [...] ist nun auf gutem Wege, gelöst zu werden“, sagte Pollack.

Die Einigung muss noch vom argentinischen Kongress gebilligt werden. Demnach müsste Argentinien 4,653 Milliarden Dollar (4,28 Milliarden Euro) zahlen, um alle Ansprüche zu befriedigen.

Der Streit war eine Spätfolge der argentinischen Staatspleite von 2001, als das südamerikanischen Land 100 Milliarden Dollar Schulden (derzeit rund 92 Milliarden Euro) nicht bedienen konnte. Die meisten Gläubiger akzeptierten 2005 und 2010 einen Schuldenschnitt. Der US-Hedgefonds NML Capital von Investor Paul Singer sowie Aurelius weigerten sich jedoch, argentinische Staatsanleihen gegen geringer bewertete Papiere einzutauschen. Singer klagte vor Gericht und gewann.

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Die beiden Fonds hatten nach der Staatspleite Ende 2001 argentinische Schuldscheine billig aufgekauft und verlangten den Nennwert der Staatsanleihen. Der US-Bundesrichter Thomas Griesa entschied später, dass Argentinien erst den beiden Hedgefonds 1,3 Milliarden Dollar auszahlen müsse, ehe es die Forderungen weiterer privater Gläubiger begleichen darf.

Die frühere Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner ließ den Streit eskalieren und wollte am Ende nicht mehr mit den US-Investoren verhandeln. Als Folge hatte Argentinien praktisch keinen Zugang zu den internationalen Kreditmärkten. Der neu gewählte Präsident Mauricio Macri hatte versprochen, den Konflikt beizulegen.

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