Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.05.2017

13:35 Uhr

Hedgefonds-Gehälter

John Cryan müsste dafür 420 Jahre arbeiten

VonCarsten Herz

Der Deutsche-Bank-Chef erhielt für vergangenes Jahr 3,8 Millionen Euro. Peanuts im Vergleich zur Bezahlung von Hedgefonds-Managern. Dabei ist deren Verdienst auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen.

3,8 Millionen Euro hat der Vorstandschef der Deutschen Bank 2016 erhalten. Im Vergleich zur Bezahlung von Hedgefonds-Managern eine vergleichsweise lächerlich geringe Summe. AP

John Cryan

3,8 Millionen Euro hat der Vorstandschef der Deutschen Bank 2016 erhalten. Im Vergleich zur Bezahlung von Hedgefonds-Managern eine vergleichsweise lächerlich geringe Summe.

James Simons ist der lebende Beweis, dass es sich durchaus lohnen kann, im Schulunterricht beim Rechnen genau aufzupassen. Der 79-Jährige Mathematiker verdiente im abgelaufenen Jahr als Chef seines nach mathematischen Modellen vorgehenden Hedgefonds Renaissance Technologies satte 1,6 Milliarden Dollar – und damit mehr als jeder andere Hedgefondsmanager auf der Welt.

Zum Vergleich: John Cryan, Vorstandschef der Deutschen Bank, hat im abgelaufenen Jahr ein Gehalt ihn Höhe von 3,8 Millionen Euro erhalten. Um auf die Summe von Simons zu kommen, müsste der Brite bei gleichbleibendem Gehalt mehr als 420 Jahre arbeiten. Seine 3,8 Millionen Euro entsprechen dem 35-Fachen des Durchschnittsgehalts bei der größten deutschen Bank. 

Doch Simons, der mit seinem Fonds Magellan zwischen Ende der 80er und dem Jahr 2010 eine jährliche durchschnittliche Performance von 45 Prozent erzielte, ist eine krasse Ausnahme unter den Spitzenverdienern seiner Branche. Viele Konkurrenten mussten sich mit deutlich weniger begnügen, wie aus einer diese Woche vorlegten Aufstellung des US-Branchenblattes Institutional Investor's Alpha hervorgeht.

Schwacher Zahltag für die Milliardenmänner. Die Super-Investoren mussten im abgelaufenen Jahr mit dem kleinsten Gehalts- und Bonusscheck leben seit dem Jahr 2005, wie aus dem Ranking des Magazins hervorgeht. Das hat einen trifftigen Grund: Viele Fonds haben sich zuletzt deutlich schlechter als erhofft entwickelt.

So kamen die Finanzmanager 2016 im Schnitt nur auf eine Rendite von durchschnittlich 5,6 Prozent, wie am HFRI-Fund-Weighted-Composite-Index abzulesen ist, dem Maßstab für die Hedgefonds. Selbst wer in den Dax investierte, lag besser und erzielte ein Plus von 6,9 Prozent.

Für hochbezahlten Superstars der Finanzszene ist das ein mageres Ergebnis. Dabei galten sie über Jahrzehnte als die Rockstars der Finanzcommunity und haben inzwischen nach den Berechnungen des Finanzdatenanbieters Preqin insgesamt 3,2 Billionen Dollar eingesammelt, die sie verwalten. So sind viele Pensionsfonds, Versicherungen und Stiftungen bis heute auf gute Hedgefonds-Renditen angewiesen, da sie mit den früher favorisierten Anleihen durch die Nullzinspolitik der Notenbanken kaum noch etwas verdienen.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

17.05.2017, 14:13 Uhr

Sehr geehrter Herr Herz,

wer ein klein wenig Grips hat müßte eigentlich darauf kommen, dass die mageren Renditen der Hedgefonds auf das Absahnen der Anleger zurückgeht. Völlig überzogene Gebühren und himmelhohe Gehälter der Angestellten, ist das der Traum der Anleger?

Herr Marc Hofmann

17.05.2017, 14:32 Uhr

Geschätzte Frau Kah,

da ist der Kleinanleger doch selber schuld.
Ich bin kein Kleinanleger, ich bin ein Garkeinanleger, und das ist gut so.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×