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02.04.2014

17:06 Uhr

Hochfrequenzhandel

FBI ist Händlern auf der Spur

Der superschnelle Handel lässt an seiner Glaubwürdigkeit zweifeln. Nun ermittelt auch das FBI gegen Händler, die sich einen Vorteil gegenüber Konkurrenten verschaffen wollten. Die Jagd hat unlängst begonnen.

Die US-Bundespolizei FBI überprüft, ob Hochfrequenzhändler sich unerlaubterweise einen Vorteil beim Handeln von Hedgefonds verschaffen. ap

Die US-Bundespolizei FBI überprüft, ob Hochfrequenzhändler sich unerlaubterweise einen Vorteil beim Handeln von Hedgefonds verschaffen.

FrankfurtAgenten der US-Bundespolizei FBI untersuchen, ob Hochfrequenzhändler aufgrund nichtöffentlicher Informationen handeln, um sich einen Vorteil gegenüber Konkurrenten zu verschaffen und damit gegen amerikanische Gesetze verstoßen.

Die Untersuchungen des FBI rühren von jahrelangen Ermittlungen wegen Insiderhandels her, die inzwischen zu mindestens 79 Verurteilungen von Hedgefondshändlern und anderen Personen führten. Unter anderem prüfen die FBI-Agenten, ob Händler Informationen nutzen, um Orders von institutionellen Investoren zuvorzukommen, wie ein Sprecher der Behörde erklärte. Auch Transaktionen, die auf Computer-Algorithmen beruhen, können den Tatbestand des Wertpapierbetrugs, des Insiderhandels oder des Betrugs mittels Telekommunikationsmitteln erfüllen.

Nicht nur das FBI ermittelt

Beim Hochfrequenzhandel nutzen Unternehmen superschnelle Computer, um Orders innerhalb von Tausendstel- oder Millionstel- Sekunden aufzugeben und zurückzuziehen. Damit wollen sie von Kursdifferenzen profitieren. Neben dem FBI ermittelt inzwischen eine ganze Reihe von Behörden im Zusammenhang mit dieser Handelspraxis. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hat eine breit angelegte Untersuchung eröffnet, ob amerikanische Börsen und andere Handelsplätze diesen Händlern unangemessene Vorteile gewähren.

Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte der Hochgeschwindigkeitshandel im Mai 2010, als beim sogenannten „Flash Crash” der Benchmarkindex Dow Jones Industrial Average annähernd 1000 Punkte verlor. Kritiker argumentieren, der superschnelle Handel erfülle keinen rechten Zweck, verzerre wohl die Märkte und benachteilige vermutlich private Anleger.

Das FBI hat den Hochgeschwindigkeitshandel bereits seit vergangenem Jahr im Blick, noch bevor Schneiderman im März seine Ermittlungen bekanntgab. Die amerikanischen Aufsichtsbehörden für die Wertpapiermärkte ziehen schon seit Jahren Beschränkungen für diese Handelspraxis in Erwägung.

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