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19.07.2012

09:33 Uhr

Hochzinsanleihen

Wenn es ein bisschen mehr sein soll

VonJessica Schwarzer

Gerade in unsicheren Börsenzeiten bevorzugen Anleger Investments mit fixen Ausschüttungen. Mit besonders lukrativen Renditen locken Anleihen von Unternehmen mit eher schwacher Bonität. Wie Anleger auf High-Yields setzen.

Makler an der Börse in Frankfurt. dapd

Makler an der Börse in Frankfurt.

DüsseldorfBundesanleihen bringen nur noch Mini-Zinsen, kaum besser ist die Rendite von Bonds anderer vermeintlich sicherer Länder. Sparbücher, Tages- und Festgeld sind auch keine Alternative, dümpeln die Zinsen doch auch hier vor sich hin. Eine Nation von Sparern wie die Deutschen trifft das besonders hart. Unternehmensanleihen sind eine Alternative.  

Der Markt wird in riskante Papiere (High Yield) und solide Bonds (Investmentgrade) unterteilt. Im weniger spekulativen Segment werden Renditen zwischen zwei und fünf Prozent erzielt. High-Yield-Anleihen rentieren höher, bergen aber auch ein größeres Ausfallrisiko.  „Aufgrund der historisch tiefen Renditen von klassischen AAA-Staatsanleihen richtet sich der Fokus der Investoren derzeit vermehrt auf Unternehmens- und Hochzinsanleihen“, sagt Harald Preißler, Chefvolkswirt und Leiter Anlagemanagement des Anleihemanagers Bantleon. „Bei gleicher Laufzeit bieten High Yields gegenüber deutschen Bundesanleihen ein Renditeplus von rund neun Prozentpunkten pro Jahr.“

Anleihen

Staats- und Unternehmensbonds

Eine Staats- oder Unternehmensanleihe ist ein Kredit an einen Staat oder ein Unternehmen. Die jährliche Zinszahlung ist eine Risikoprämie, der Zinskupon.

Rendite

Wie hoch die Rendite ist, errechnet sich aus diesem Kupon und dem Kurs der Anleihe. Denn sie kann oberhalb oder unterhalb ihres Nennwertes, der in der Regel bei 100 Prozent liegt, notieren. Bei Kursen unter 100 Prozent steigt die Rendite, bei Kursen darüber sinkt sie.

Risiko

Grundsätzlich gilt: Je höher die Rendite, desto höher das Risiko. Orientierungshilfen, um das Ausfallrisiko einzuschätzen, sind die Noten der Ratingagenturen. Die Mehrheit der Anleihen wird von S&P, Moody’s und Fitch bewertet. Die Skala reicht von „AAA“ (höchste Bonität und so gut wie kein Ausfallrisiko) bis „C“ beziehungsweise „D“ (Zahlungsverzug).  

Investment Grade oder High Yield

Am Markt wird unterschieden zwischen Investment Grade – bis einschließlich „BBB-“ – und Non-Investment Grade, auch High Yield genannt – ab „BB+“.

Nicht zuletzt wegen des erhöhten Ausfallrisikos haben Anleger aber gewisse Vorbehalte. James Tomlins, Fondsmanager des M&G European High Yield Bond Fund, wundert das nicht, schließlich werden diese Papiere nicht selten als „Schrottanleihen“ bezeichnet. „Die Daten sprechen aber eine andere Sprache, wie der Vergleich von Hochzinsanleihen mit anderen risikolastigen Anlageklassen zeigt“, sagt der Experte. „Absolut betrachtet haben die Hochzinsanleihen über die vergangenen 14 Jahre deutlich besser abgeschnitten als die führenden westlichen Aktienmärkte.“

Dabei falle auf, dass der Großteil dieser relativen Outperformance in der Zeit nach der Lehman-Pleite erzielt wurde. In den Jahren 2009 und 2010 hätten die High Yields einen starken Anstieg verzeichnet, während die Aktienerträge im Keller blieben. „Bemerkenswert ist auch, dass diese Performance mit niedriger Volatilität erreicht wurde“, so Tomlins. Geringere Ausschläge lassen Anleger in der Regel ruhiger schlafen.

Echte Anleger sind...

...gelassen

"Sie wissen, dass Aktienkurse von allen möglichen unvernünftigen Kräften beeinflusst werden, dass sie ebenso fallen wie steigen können und dass das auch für Aktien gilt, die sie selbst besitzen. Wenn das passiert, reagieren sie darauf mit Gleichmut. Sie wissen, dass der Preis wieder zurückkommt, solange das Unternehmen die Eigenschaften behält, die sie als Anleger zunächst angezogen hatten."

...geduldig

"Anstatt sich von der Begeisterung der Menge mitreißen zu lassen, warten echte Anleger die richtige Gelegenheit ab. Sie sagen öfter Nein als Ja."

...rational

"Sie gehen auf der Basis klaren Denkens an den Markt und die Welt heran. Sie sind weder übermäßig pessimistisch noch irrational optimistisch; sie sind vielmehr logisch und rational."

Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

Sie sollten allerdings nicht vergessen, dass Hochzinsanleihen Bonds ausfallgefährdeter Unternehmen sind. Das hört sich allerdings dramatischer an, als es ist: Nur drei Prozent der Anleihen fielen zuletzt aus. Kühlt die Konjunktur allerdings deutlich ab, kann diese Ausfallquote natürlich jederzeit steigen. „Bei den europäischen Hochzinsanleihen ist ein Wirtschaftsabschwung in diesem Jahr bereits in die Bewertung eingepreist“, so Tomlins. „Nach unseren Berechnungen würde die Anlageklasse für Buy-and-Hold-Investoren selbst bei relativ hohen Insolvenzquoten attraktiv bleiben.“

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.07.2012, 10:55 Uhr

“ Der optimale Einstiegszeitpunkt in High-Yield-Anleihen sei daher im Umfeld einer konjunkturellen Bodenbildung. „An genau diesem Punkt befinden wir uns gegenwärtig“, so Preißler.
Wie kann Herr Preissler behaupten wie erleben gerade eine konjunkturellen Bodenbildung?
Da versucht wohl einer Stimmung zu machen damit er seine Junkbonds an paar blinde kleinanleger andrehen kann !!!

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