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02.01.2014

20:34 Uhr

Höchster Verlust seit 1994

2013 war für Pimco ein Horrorjahr

Seit 1999 hatte der weltgrößte Anleihefonds Pimco keinen Verlust mehr verzeichnet. 2013 war es wieder soweit – der Fonds von Anleihelegende Bill Gross musste ein Minus von knapp zwei Prozent verbuchen.

Das Headquarter von Pimco in Newport Beach, Kalifornien. Reuters

Das Headquarter von Pimco in Newport Beach, Kalifornien.

New YorkDer weltgrößte Anleihefonds Pimco Total Return hat 2013 den höchsten Verlust seit 1994 verzeichnet. Das geht aus Daten des Analysehauses Morningstar vom Donnerstag hervor. Der von der Anleihelegende Bill Gross verwaltete Fonds verbuchte im vergangenen Jahr ein Minus von knapp zwei Prozent. Das ist zugleich der erste Rückgang seit 1999. 1994 hatte das Minus 3,6 Prozent betragen.

Grund für den Wertverlust sind Fehlspekulationen mit US-Staatsanleihen. Deren Kurse gaben nach, da Investoren auf eine Verringerung der milliardenschweren Bondkäufe durch die US-Notenbank Federal Reserve spekulierten. Doch so kam es nicht – und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im Jahr 2013 von 1,76 auf 3,03 Prozent. Dies war der deutlichste Renditesprung seit 2009.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Der Total Return Fund ist etwa 244 Milliarden Dollar schwer. Die Pacific Investment Management Company (Pimco) ist eine Allianz-Tochter. Viele Anleger am Kapitalmarkt schauen genau auf die Investments des Fonds, der sich in den vergangenen Jahren aber nicht mehr so gut entwickelt hat und deswegen hohe Mittelabflüsse verzeichnete.

Doch nicht nur für Gross war 2013 ein schwieriges Jahr: Erstmals seit 44 Jahren hat es Warren Buffett mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway wohl nicht geschafft, auf Fünf-Jahres-Sicht den US-Leitindex S&P 500 zu schlagen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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mmi

03.01.2014, 08:26 Uhr

Dem Author scheint der Zusammenhang zwischen steigenden Zinsen und fallenden Anleihekursen nicht ganz klar zu sein.

Ein Kursverlust eines Rentenfonds bei steigenden Zinsen hat wenig mit Fehlspekulation zu tun sondern ist einfach das mathematische Ergebnis der gestiegenen Zinsen.

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