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29.05.2011

11:56 Uhr

Hohe Renditen

Anleger greifen immer häufiger zu Ramschanleihen

VonIngo Narat

So viel wie noch nie haben Anleger in den vergangenen Monaten in Firmenbonds mit schlechtem Rating investiert. Die Ramschanleihen bringen besonders hohe Renditen, im Schnitt sogar sieben Prozent.

Hohe Rendite, hohes  Risiko: Trotzdem setzen Anleger immer mehr auf Ramschanleihen. Quelle: dpa

Hohe Rendite, hohes Risiko: Trotzdem setzen Anleger immer mehr auf Ramschanleihen.

FrankfurtZinsjäger wollen mehr als die Mini-Renditen für sichere Anlagen wie Festgeld oder Bundesanleihen. Mehr gibt es beispielsweise für hochverzinsliche Unternehmensanleihen. In Fonds für diese Papiere haben Europas Anleger von Anfang Oktober bis Ende März netto 27,2 Milliarden Euro investiert.

"Das ist Rekord", sagt Analyst Ed Moisson von der Fondsanalysefirma Lipper in London. Das Handelsblatt hat die Zahlen für das vierte Quartal vergangenen Jahres und das erste Quartal dieses Jahres ausgewertet.
In den Fonds sind riskante Anleihen von Unternehmen mit schlechten Bonitätsbewertungen, sogenannte Ramschanleihen oder Junk-Bonds, gebündelt. Die Papiere rentieren mit durchschnittlich sieben Prozent oder mehr. Zum Vergleich: Sichere deutsche Staatsanleihen beispielsweise mit zehnjähriger Laufzeit werfen mit knapp über drei Prozent weniger als die Hälfte ab.
In den vergangenen zwölf Monaten kam zur Rendite noch ein Kursgewinn hinzu, weil der Wert der Fondsanteile stieg. So haben Anleger in diesem Zeitraum mit Fonds für Unternehmenshochzinsanleihen aus Europa im Schnitt zehn Prozent verdient.
Der Ansturm scheint ungebrochen. Die Anteilskäufe seien auch im April und Mai sehr hoch, sagen Vertreter der Fondshäuser, die bisher am meisten von dem Interesse an Fonds für Ramschanleihen profitierten. "Wir haben monatlich steigende Zuflüsse, und unser Flaggschifffonds hat sein Vermögen seit der Finanzkrise mehr als verdoppelt", sagt der Deutschland-Leiter von Alliance Bernstein, Georg Kyd-Rebenburg. Auch Chef-Anlagestratege Achim Stranz von Axa Investment Managers Deutschland sagt: "Die Kundenbetreuer müssen bei den Kaufwünschen fast schon bremsen."

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