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13.04.2015

12:47 Uhr

Hypo Alpe Adria

Hedgefonds wittern Geschäfte bei der Bad Bank

Österreich will faule Banken nicht länger mit Steuergeldern retten. Das gilt auch für die Bad Bank der Hypo Alpe Adria, Heta. Gläubiger müssen einen Schuldenschnitt fürchten. Zwei Hedgefonds reiben sich schon die Hände.

Gläubiger der Bad Bank Heta müssen sich auf ein böses Ende einstellen: Es droht der Schuldenschnitt. Reuters

Gläubiger der Bad Bank Heta müssen sich auf ein böses Ende einstellen: Es droht der Schuldenschnitt.

KlagenfurtSchon lange zieht Klagenfurt Besucher aus allen Teilen der Welt an. Bei Touristen punkten kann die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Kärnten mit dem idyllischen Wörthersee und dem alpinen Gebirgszug der Karawanken, der hier die Grenze zu Slowenien bildet.

Neuerdings zieht die Stadt mit ihren 97.000 Einwohnern aber auch Fremde an, die sich eher weniger für die landschaftlichen Reize der Umgebung interessieren. Ihnen geht es um die Hinterlassenschaften der größten österreichischen Bankenpleite seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Nach Informationen von Bloomberg News haben die Hedgefonds Palmerston Capital Management und Knighthead Capital Management mit Anleihen der Heta Asset Resolution gehandelt. Das ist die so genannte „Bad Bank“ der früheren Hypo Alpe-Adria, die ihren Sitz in Klagenfurt hat. Deren Beinahe-Zusammenbruch nach der Finanzkrise von 2008 hatte einen Sumpf von Betrug und Korruption offengelegt.

Ob die Investition der Hedgefonds sich auszahlt, hängt davon ab, ob Heta auch zukünftig vom österreichischen Steuerzahler gestützt werden wird. Auf den Prüfstand kommt außerdem eine neue europäische Gesetzgebung, die eigentlich die Verwendung von Steuergeldern für die Bankenabwicklung verhindern soll.

„Ich würde das eine politische heiße Kartoffel nennen. Es geht natürlich um hohe Risiken bei einem zugleich hohen Gewinnpotenzial“, stellte der leitende Bankenanalyst Jonathan Tyce von Bloomberg Intelligence fest. Dabei gelte es abzuschätzen, wie hoch am Ende die Beteiligung der Gläubiger, der so genannte „Haircut“, ausfallen wird.

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Investoren spekulieren darauf, dass die Verluste möglicherweise geringer ausfallen könnten als zuvor erwartet, oder auch darauf, dass Staatsgarantien in Anspruch genommen werden. Das Interesse der Hedgefonds rührt auch daher, dass das Umfeld vergleichbarer und vielversprechender anderer Investmentmöglichkeiten eher mager ist. Weltweit ist die Zahl der Unternehmensausfälle im letzten Jahr auf 53 geschrumpft und lag damit um 80 Prozent unter dem Höchstwert aus dem Jahr 2009, wie aus Daten der Ratingagentur Moody's Investors Service hervorgeht.

Palmerston-Chef und -Gründer Stuart Wain hat einer der informierten Personen zufolge auf Verluste bei Heta-Anleihen gesetzt und wurde dafür zu Beginn dieses Jahres belohnt: Die Anleihen waren in den letzten Monaten des Jahres 2014 bereits um etwa 25 Prozent gefallen und gaben im Januar um weitere 14 Prozent nach, als die Regierung in Wien den Stopp der Staatshilfen erwog. Anschließend, sagte die informierte Person weiter, sei Wain im März wieder eingestiegen. Vertreter der Hedgefonds Palmerston und Knighthead wollten sich zum Thema auf Nachfrage nicht äußern.

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