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03.02.2006

14:36 Uhr

HB HAMBURG. Die Börse Hamburg nimmt den Handel mit dem offenen Immobilienfonds der Deutschen Bank wieder auf. Der "grundbesitz-invest" könne ab Montag (6. Februar 2006) wieder gehandelt werden, teilte die Börse Hamburg am Freitag mit. Seit einigen Tagen werden den Angaben zufolge bereits die zuvor ebenfalls ausgesetzten Fonds "Kanam grundinvest" sowie "Kanam US-grundinvest" wieder gehandelt.

Die vorübergehende Schließung des Immobilienfonds der Deutschen Bank, die überraschend im Dezember erfolgte, war die erste in der Geschichte dieser Anlageform und erntete Kritik von allen Seiten. Nach wie vor gilt die Gefahr einer panikartigen Flucht aus offenen Immobilienfonds als nicht vollständig gebannt.

Deutsche Bank steht für Entschädigung parat

„Es ist notwendig, dass der Fonds wieder geöffnet wird und geöffnet bleibt“, sagte Finanzvorstand Clemens Börsig am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Frankfurt. Er deutete an, dass die Bank den Fonds im Fall von Liquiditätsproblemen unterstützen werde. Der Immobilienbestand des Fonds „grundbesitz-invest“ wird derzeit neu bewertet. Ein Ergebnis wird für Ende Februar erwartet.

Die Deutsche Bank will nun bei möglichen Verlusten alle Anleger entschädigen, die in den Fonds vor der Schließung investiert hatten. Dafür wurden im Jahresabschluss 2005 Rückstellungen in Höhe von rund 200 Millionen Euro gebildet. Bisher hatte es geheißen, dass nur diejenigen, die innerhalb der vergangenen zwei Jahre Anteile erworben hatten, entschädigt werden sollen.

Ob dieses Einlenken der Deutschen Bank am Ende für sie finanzielle Mehrbelastungen bringt und damit mehr als symbolischen Charakter hat, kann allerdings erst beurteilt werden, wenn die Höhe der Neubewertung bekannt ist. Anleger können nun zumindest damit rechnen, dass sie ihre ursprüngliche Investition zurückerhalten.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wies die öffentliche Kritik an der Fondsschließung zurück: „Wir tun uns schwer damit, weil wir nach den Spielregeln spielen müssen, die weltweit gelten.“ Wäre der An- und Verkauf von Fondsanteilen trotz der Neubewertung weiterhin möglich gewesen, hätten Aktionäre die Bank wegen Untreue verklagen können. Die Kritik richtete sich unter anderem gegen die Praxis von Banken, offene Immobilienfonds als besonders sichere Anlage angepriesen zu haben.

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