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18.05.2011

08:44 Uhr

Immobilienfonds

Private Anleger zittern um ihr Fondsvermögen

VonIngo Narat, Anke Rezmer

Immer mehr Dachfonds leiden darunter, dass etwa zehn offene Immobilienfonds eingefroren sind. In den Dachfonds sind "nur" knapp zwei Milliarden Euro angelegt, doch das sind zu großen Teilen Gelder von privaten Anlegern.

Firmensitz der DWS, die für ihren "db Immoflex" die Ausgabe von Fondsanteilen ausgesetzt hat Quelle: PR

Firmensitz der DWS, die für ihren "db Immoflex" die Ausgabe von Fondsanteilen ausgesetzt hat

FrankfurtDie Krise offener Immobilienfonds holt Privatanleger an verschiedenen Stellen ein. Inzwischen ist mit drei Dachfonds für offene Immobilienfonds auch rund ein Viertel dieser kleinen Sparte geschlossen. Anfang der Woche hat die Deutsche-Bank-Tochter DWS für ihren "db Immoflex" mangels Liquidität die Rücknahme und die Ausgabe von Fondsanteilen ausgesetzt. Zuvor hatten bereits der Warburg-Fonds RP Global Real Estate und der Premium Management Immobilien der Allianz-Gruppe geschlossen.

Während offene Immobilienfonds direkt in Immobilien investieren, legen die Dachfonds indirekt über offene Immobilienfonds und Aktien in den Immobilienmarkt an. Inzwischen leiden die Dachfonds darunter, dass rund zehn offene Immobilienfonds eingefroren sind.

Der DB Immoflex hält mehr als 90 Prozent des Vermögens von 259 Millionen Euro in offenen Immobilienfonds, die keine Anteile mehr zurücknehmen. Beim Allianz-Fonds sind es immerhin 45 Prozent des Vermögens. Diese Dachfonds gehören nach Ansicht von Experten wie André Härtel von Feri Eurorating denn auch zu den letzten "kippenden Dominosteinen" in der Reihe der Opfer der Immobilienkrise. "Die Schließung solcher Immobilienfonds-Dachfonds ist die Spätfolge der Ereignisse bei einigen offenen Immobilienfonds", sagt DWS-Geschäftsführer Holger Naumann. Härtel erwartet, "dass es in der Folge wohl auch zu Liquidierungen kommen wird".

Von den angelegten Geldern her reichen die rund ein Dutzend Dachfonds mit insgesamt knapp zwei Milliarden Euro in keiner Weise an die offenen Immobilienfonds heran, die insgesamt mehr als 80 Milliarden Euro managen. Doch in diesen Dachfonds steckt ein hoher Anteil Gelder von privaten Anlegern. "Dazu gehören auch Sparpläne mit regelmäßigen Einzahlungen", sagt Helmut Kapferer, Geschäftsführer der Deutsche Finanz Recherche.

Denn kurz vor der Finanzkrise wurden noch einmal eine Reihe Immobilien-Dachfonds auf den Markt gebracht, die als sichere Anlage beworben wurden und auch kleine, regelmäßig gesparte Summen einwerben sollten. Rund die Hälfte der Immobilien-Dachfonds am deutschen Markt wurden im Jahr 2007 aufgelegt.

Solche Fonds, die wieder in Fonds investieren, werden gern Privatanlegern angeboten. Das Argument: Eine noch breitere Streuung des Vermögens als über normale Fonds biete besondere Sicherheit. Selbst wenn ein Fonds Probleme habe, sei das Geld nicht gleich weg.

Jetzt kann kein neues Geld aus Sparplänen mehr in die geschlossenen Fonds fließen. Denn im Gegensatz zu offenen Immobilienfonds dürfen alle anderen Fondsarten, wenn sie keine Fondsanteile mehr zurücknehmen können, auch kein neues Kapital von Anlegern mehr aufnehmen.

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