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13.10.2011

19:13 Uhr

Immobilienfonds

Viel mehr als zwei Prozent Rendite ist nicht drin

VonReiner Reichel, Anne Wiktorin

Viele offene Immobilienfonds in Deutschland bringen kaum mehr als zwei Prozent Rendite. Viel mehr ist künftig allerdings auch nicht zu erwarten.

Ein Problem haben zurzeit alle offenen Immobilienfonds: die niedrigen Zinsen. gms

Ein Problem haben zurzeit alle offenen Immobilienfonds: die niedrigen Zinsen.

München„Früher war alles besser.“ Das muss man nicht glauben – aber Anleger, deren Geld in offenen Immobilienfonds stecken, werden es wohl so empfinden. Zurzeit bringt das Gros der für Kleinanleger aufgelegten Fonds zwischen zwei und 2,8 Prozent Rendite. Anfang der 1990er-Jahre betrugen die Durchschnittsrenditen offener Immobilienfonds Jahr um Jahr um die fünf Prozent.

Die großen Gesellschaften machen Hoffnung, dass sie im nächsten Jahr den Abstand zu den Erträgen aus der Vergangenheit wieder etwas verringern können. So etwa Union Investment, die mit einem Deutschland-, Europa- und einem Global-Fonds um Kunden wirbt. Während die ersten beiden mit 2,2 und 2,5 Prozent rentieren, haben die Anleger mit letzterem nach Abwertungen in den vergangenen zwölf Monaten Geld verloren. Übertriebene Hoffnungen mag Heiko Beck, neu in der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate, nicht wecken: Die Vier vor dem Komma werde man in den nächsten 24 Monaten nicht sehen.

Offene Immobilienfonds

Welche Fonds noch ansehnliche Renditen bringen

Früher brachten offene Immobilienfonds im Schnitt fünf Prozent, Jahr für Jahr. Heute dümpeln viele bei gerade einmal zwei Prozent Rendite. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Auch Georg Allendorf, für die Fonds Grundbesitz Europa und Grundbesitz Global der Deutschen Bank verantwortlich, hat als Zielrendite „vier Prozent plus“ nicht aus den Augen verloren, doch darüber spekulieren, wann die erreichbar sind, mag er nicht. Die Fondsrenditen folgten der Inflation, sagt Matthias Danne, als Vorstand der Deka-Bank für die Immobilienfonds der Sparkassen zuständig. Anfang der 1990er-Jahre habe die Inflationsrate höher gelegen – 1992 betrug sie 5,1 Prozent.

In diesem Jahr steigt die Teuerungsrate, und die Branche visiert eine Rendite aus Ausschüttungen und Wertveränderungen von drei Prozent an. So etwa das Management des Commerzbank-Fonds Hausinvest, der aktuell eine Zwölfmonatsrendite von 2,9 Prozent ausweist. „Eine Rendite von drei Prozent plus ist möglich“, sagt auch Barbara Knoflach, Chefin der SEB Asset Management, über ihren eingefrorenen Fonds SEB Immoinvest. Sie schränkt aber ein, dass dazu in der Branche wieder alles normal laufen müsse. Das wird erst dann der Fall sein, wenn geklärt ist, welche der Fonds, die zurzeit keine Anteile zurücknehmen, wieder öffnen werden.

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