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27.03.2012

19:10 Uhr

Indexfonds

Anleger wetten nicht mehr auf fallenden Dax

Mehrere Wochen waren sie pessimistisch. Jetzt haben private Anleger ihre Wetten auf einen fallenden Dax eingestellt. Händler begründen die Gewinnmitnahmen mit dem deutlichen Kurseinbruch Anfang März.

Private Anleger haben von Wetten auf fallenden Dax abgelassen. dapd

Private Anleger haben von Wetten auf fallenden Dax abgelassen.

FrankfurtDie privaten Anleger in börsennotierten Indexfonds (ETFs) haben ihre Wetten auf fallende Kurse am heimischen Aktienmarkt nach mehreren Wochen eingestellt. In der vergangenen Woche verkauften sie Short-ETFs auf den Dax und EuroStoxx 50 deutlich stärker, als dass sie neu investierten, zeigten Zahlen der Börse Stuttgart am Dienstag. In den vergangenen Wochen hatte die Zahl der Käufer bei entsprechenden ETFs bei weitem überwogen.

Händler begründeten die Gewinnmitnahmen bei Short-ETFs damit, dass der Dax in der vergangenen Woche erstmals seit Anfang März deutlich nachgegeben habe. Besonders stark verkauft wurden der db x-trackers ShortDax und der ETFX Dax 2x Short. Gleichzeitig griffen einige kurzfristig orientierte Anleger bei gehebelten ETFs zu, um von einem weiteren Dax-Anstieg überproportional profitieren zu können. Dabei kauften sie vor allem den Lyxor LevDax und den db x-trackers LevDax Daily ETF.

Der überwiegende Teil der Anleger warte allerdings ab, wie sich die Märkte weiter entwickelten, erklärte die Börse Stuttgart. Das gelte vor allem für die längerfristig orientierten. Diese Zurückhaltung spiegelt sich auch in den jüngsten Umsatzzahlen wider: In der vergangenen Woche kauften und verkauften Privatanleger über die Börse Stuttgart ETF-Anteile im Wert von rund 89 Millionen Euro. Dieser Wert liegt deutlich unter dem bisherigen Jahresdurchschnitt 2012 von 105 Millionen Euro.

Auch an der Frankfurter Wertpapierbörse machte sich die Zurückhaltung bemerkbar. Angesichts fallender Aktienkurse hätten ETF-Anleger in der vergangenen Woche lieber auf den Standby-Modus umgeschaltet, erklärte die Börse.

Strategie-ETFs

Dividenden

Mit dieser Strategie setzen Anleger auf Papiere mit hoher Ausschüttungsrendite. Dem liegt die Meinung zugrunde, dass sich Titel mit einer hohen Dividendenrendite langfristig besser entwickeln.

Hebel oder Leverage

Risikobereite Anleger können mit Hebelpapieren etwa auf den LevDax Gewinne – aber auch Verluste – verdoppeln. Denn der Investor partizipiert mit einem Hebel von zwei an der Entwicklung des Dax.

Short

Wer „short“ geht, setzt auf fallende Kurse. Diese ETFs bilden die Entwicklung eines Index spiegelverkehrt ab. Fällt der Dax um drei Prozent, steigt der ShortDax entsprechend um drei Prozent.

Value

Der klassische Value-Investor sucht nach Unternehmen, die an der Börse günstig bewertet sind. Die entscheidenden Zahlen sind für ihn das Kurs-Buchwert-Verhältnis und die Dividendenrendite.

Growth

Bei der Suche nach Wachstumswerten sind im Gegensatz zur Value-Strategie Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder der erwartete Gewinn je Aktie wichtig.

Fundamental

ETFs, die auf die sogenannte Fundamentalstrategie setzen, erkennen Anleger am Zusatz „Rafi“. Die Gewichtung der im Rafi-Index enthaltenen Unternehmen erfolgt  nicht, wie sonst üblich, aufgrund deren Marktkapitalisierung, sondern nach quantativen Regeln. Dazu zählen der Fünfjahres-Durchschnitt der fundamentalen Kriterien Buchwert, Erlöse, Cash-Flow und Dividendenzahlungen.

Auch Aktien-ETFs auf Schwellenländer erfreuten sich nach Angaben der Stuttgarter Börse bei den Privatanlegern nur noch geringer Beliebtheit. In den vergangenen Wochen waren sie sehr begehrt gewesen. Händler begründeten die gestiegenen Verkäufe bei Schwellenländer-ETFs mit Gewinnmitnahmen angesichts der Sorgen um die chinesische Wirtschaft. Besonders stark verkauft wurden der Lyxor Russia und der db x-trackers MSCI Emerging Markets TRN.

Auch die Frankfurter Börse hat den Trend weg von Schwellenländer-ETFs bemerkt: Wenn schon Aktien, dann lieber solche aus Industriestaaten - das sei das Motto der vergangenen Woche gewesen, teilte sie mit.

Drei Methoden, einen Index abzubilden

Full Replication

„Full replication“ heißt übersetzt volle Nachbildung. Bei der Methode steckt das Vermögen des ETFs in den Aktien des zugrundeliegenden Index – und zwar entsprechend der Gewichtung der Aktien im Index. Das heißt, das Börsenbarometer wird eins zu eins nachgebildet.

Optimised Sampling

Diese selektive Teilnahme bedeutet, dass der ETF einige aber nicht alle Aktien eines Index erwirbt. So bildet er den Index näherungsweise ab. Dieses Verfahren wird – häufig aus Kostengründen – vor allem bei Indizes verwendet, in denen besonders viele Aktien notiert sind.

Swap

Bei Swap-ETFs (Swap = Tausch) wird das Fondsvermögen in Wertpapiere, beispielsweise Aktien oder Anleihen, investiert. Zusätzlich zu diesem Basisportfolio wird mit einer Bank ein sogenannter Swap abgeschlossen. Der ETF-Anbieter tauscht so die Wertentwicklung des Basisportfolios gegen die Performance des abzubildenden Index. Die Kombination aus Basisportfolio und Swap stellt sicher, dass der ETF die Wertentwicklung des jeweiligen Index möglichst exakt nachvollzieht.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

28.03.2012, 12:08 Uhr

Für alle die es nicht mitbekommen haben: der Dax ist auf über 7000 Punkte gestiegen. Wo soll hier ein Kurseinbruch stattgefunden haben? Sollen nun die Menschen für ganz dumm verkauft werden? Und trotz aller Unkenrufe, der Dax wird weiter steigen. Der Aufwärtstrend wird mindestens bis Mitte des Jahres anhalten.

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