Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.08.2011

15:35 Uhr

Indexfonds

Australiens Finanzaufsicht stimmt in ETF-Kritik ein

Zu komplex, zu risikoreich, zu wenig transparent - die australische Finanzaufsicht hat sich zu den Kritikern an börsennotierten Indexfonds (ETFs) hinzugesellt. Nun wollen die Aufseher Aufklärung leisten.

Die Börse in Sydney: Der australische ETF-Markt ist im Vergleich zu dem in Europa oder den USA noch deutlich kleiner, wächst jedoch sehr stark. Quelle: Reuters

Die Börse in Sydney: Der australische ETF-Markt ist im Vergleich zu dem in Europa oder den USA noch deutlich kleiner, wächst jedoch sehr stark.

Frankfurt„ETFs mögen einfach und transparent erscheinen“, schrieb die Australian Securities & Investments Commission (ASIC) am Dienstag auf ihrem Anlegerportal Moneysmart im Internet. „Aber einige ETFs sind komplexe und risikoreiche Investments.“ Um Anleger besser zu schützen, hat die ASIC die aus ihrer Sicht riskanten Eigenschaften von ETFs auf ihrem Anlegerportal zusammengetragen. „Die Risiken eines ETFs können schwer einzuschätzen sein“, schreibt die Behörde dort. Durch das starke Wachstum der Branche kämen immer komplexere Produkte auf den Markt, die unterschiedliche Risiken bergen. Der australische ETF-Markt ist im Vergleich zu dem in Europa oder den USA noch deutlich kleiner, wächst jedoch sehr stark.

Drei Methoden, einen Index abzubilden

Full Replication

„Full replication“ heißt übersetzt volle Nachbildung. Bei der Methode steckt das Vermögen des ETFs in den Aktien des zugrundeliegenden Index – und zwar entsprechend der Gewichtung der Aktien im Index. Das heißt, das Börsenbarometer wird eins zu eins nachgebildet.

Optimised Sampling

Diese selektive Teilnahme bedeutet, dass der ETF einige aber nicht alle Aktien eines Index erwirbt. So bildet er den Index näherungsweise ab. Dieses Verfahren wird – häufig aus Kostengründen – vor allem bei Indizes verwendet, in denen besonders viele Aktien notiert sind.

Swap

Bei Swap-ETFs (Swap = Tausch) wird das Fondsvermögen in Wertpapiere, beispielsweise Aktien oder Anleihen, investiert. Zusätzlich zu diesem Basisportfolio wird mit einer Bank ein sogenannter Swap abgeschlossen. Der ETF-Anbieter tauscht so die Wertentwicklung des Basisportfolios gegen die Performance des abzubildenden Index. Die Kombination aus Basisportfolio und Swap stellt sicher, dass der ETF die Wertentwicklung des jeweiligen Index möglichst exakt nachvollzieht.

In den vergangenen Monaten hat die Kritik an ETFs zugenommen, weil sie Institutionen wie dem Finanzstabilitätsrat, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, dem Internationalen Währungsfonds oder der Bank of England zu undurchsichtig erscheinen.

An derivatebasierten ETFs kritisierten diese Institutionen, dass durch die darin enthaltenen Swap-Geschäfte für Anleger in vielen Fällen kaum nachvollziehbar sei, welche Risiken bei welcher Bank lägen. An ETFs, welche die Indexpapiere tatsächlich in den Portfolios halten, bemängeln sie, dass die Wertpapiere teilweise vorübergehend an andere Marktteilnehmer ausgeliehen würden. Dies könne die Wertentwicklung ebenso gefährden wie Ausfälle bei Swap-Geschäften. Die ASIC hat sich dieser Kritik nun angeschlossen.

ETFs: Indexfonds – der Wolf im Schafspelz?

ETFs

Indexfonds – der Wolf im Schafspelz?

Auf den ersten Blick erscheinen sie harmlos, ein perfektes Produkt: einfach, transparent, flexibel. Doch Kritiker fürchten, Indexfonds könnten das Finanzsystem ins Wanken bringen. Wie gefährlich sind Indexfonds wirklich?

Die Behörde kritisiert darüber hinaus, dass ETFs ihre Versprechen, die Wertentwicklungen von Indizes eins zu eins abzubilden, nicht immer einhalten. Händler stellten für die Fonds teilweise Preise, die deutlich von denen der Papiere aus den zugrundeliegenden Indizes abwichen. Auch Produkte wie Exchange Traded Notes (ETNs) oder Exchange Traded Currencies (ETCs), die zwar ähnliche Namen wie ETFs aber zum Teil ganz unterschiedliche Risiken besitzen, sind der Behörde ein Dorn im Auge.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×