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05.10.2011

14:22 Uhr

Indexfonds

Blackrock hält ETFs für riskant

ETFs sind zuletzt in die Kritik geraten. Nun fordert auch der Vermögensverwalter Blackrock größere Transparenz. Das Erstaunliche daran: Blackrock ist der weltgrößte Anbieter von ETFs.

Blackrock prescht vor und hat eigene Vorschläge zur Regulierung von ETFs erarbeitet. Reuters

Blackrock prescht vor und hat eigene Vorschläge zur Regulierung von ETFs erarbeitet.

FrankfurtIn der Debatte um mögliche Risiken von börsennotierten Indexfonds (ETFs) hat der US-Anbieter Blackrock eigene Vorschläge zur Regulierung vorgelegt. Der unter der Marke iShares am ETF-Markt auftretende Vermögensverwalter räumte ein, dass durch die zunehmende Komplexität der Produkte neue Risiken entstehen können.

„Die Branche hat hier noch viel Aufholarbeit zu leisten und sollte neue Regulierungen entwickeln, die auf größere Transparenz abzielen und eine Antwort auf die raschen Veränderungen im ETF-Markt bieten“, forderte der weltgrößte Anbieter von ETFs am Mittwoch.

In den vergangenen Monaten hat die Kritik an ETFs deutlich zugenommen. Unter anderem haben die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), der Internationale Währungsfonds (IWF) und der Finanzstabilitätsrat vor den Risiken durch ETFs für das weltweite Finanzsystem gewarnt. Dabei kritisierten sie vor allem die Wertpapierleihe- und Swap-Derivategeschäfte innerhalb der Produkte.

Dadurch sei vielfach kaum nachvollziehbar, welche Risiken bei welchem Marktteilnehmer lägen. Auch wegen des mutmaßlichen Betrugs eines ETF-Händlers bei der Schweizer UBS in London blies der Branche zuletzt der Wind ins Gesicht. Die EU-Behörde European Security and Market Authority (ESMA) teilte kürzlich mit, bis Ende 2011 neue Richtlinien für ETFs und strukturierte Fonds zu veröffentlichen.

"Das ist ein wichtiges Thema", sagte auch Bundesbankvorstand Andreas Dombret jüngst im Gespräch mit Handelsblatt-Online. Im "Spiegel" führte er weiter aus: "Wenn große Marktteilnehmer auf dem ETF-Markt in Zahlungsprobleme geraten, kann ein Liquiditätsproblem für den gesamten Markt entstehen." Weil gerade die synthetischen ETF oft auf komplizierten Tauschgeschäften unter Banken beruhen, könnte schon der Ausfall von wenigen Teilnehmern für weltweite Turbulenzen sorgen.

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