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05.09.2011

11:22 Uhr

Indexfonds

Blackrock will ETF-Konzept aufweichen

Der weltgrößte ETF-Anbieter Blackrock hat einen Antrag gestellt, die Portfoliobestände von neuen Indexfonds nicht mehr täglich veröffentlichen zu müssen.

Eine Blackrock-Vertretung in New York. Reuters

Eine Blackrock-Vertretung in New York.

FrankfurtDer weltgrößte Anbieter von börsennotierten Indexfonds (ETFs), Blackrock , will die Grenzen zwischen ETFs und aktiv gemanagten Fonds weiter aufweichen. Ein Antrag von Blackrock an die US-Finanzaufsicht Securities and Exchange Commission zeigt, dass der US-Vermögensverwalter aktiv gemanagte ETFs plant, die ihre Portfoliobestände nicht auf täglicher Basis veröffentlichen. Demnach sollen die Fonds sollen über eine neue Tochtergesellschaft, den Spruce ETF Trust, aufgelegt werden.

Üblicherweise bilden ETFs die Wertentwicklungen von Finanzmarktindizes ab, indem sie deren Wertpapiere im Portfolio halten oder Derivategeschäfte eingehen. Aktiv gemanagte ETFs investieren unabhängig von Börsenbarometern in einzelne Wertpapiere oder ETFs. In den USA gibt es bereits mehrere solcher Fonds, in Europa steckt der Ansatz noch in den Kinderschuhen.

Auch wenn aktiv gemanagten ETFs keine Indizes zugrunde liegen, bieten sie jedoch im Unterschied zu klassischen aktiv gemanagten Investmentfonds wesentliche Eigenschaften von ETFs. Dazu gehört, dass die Portfoliobestände täglich aktuell veröffentlicht werden statt nur einmal monatlich oder gar quartalsweise. Dieses wichtige Unterscheidungskriterium zu aktiv gemanagten Fonds soll Blackrocks Antrag zufolge für die neuen ETFs nicht mehr gelten.

Damit blieben nur noch zwei typische ETF-Eigenschaften übrig: Nicht nur die Fondsgesellschaften können Anteile ausgeben und zurücknehmen, sondern auch andere Handelspartner - sogenannte Authorized Participants (APs). Und untertags sind die Fonds zu ständig aktualisierten indikativen Nettoinventarwerten handelbar, welche die APs oder andere Market Maker berechnen. Bei klassischen Investmentfonds ermitteln die Fondsgesellschaften nur am Ende jedes Handelstages Nettoinventarwerte.

Wie die indikativen Nettoinventarwerte bei den Fonds des geplanten Spruce ETF Trusts funktionieren soll, ist vielen Handelspartnern nicht klar. Denn die Authorized Participants ermitteln diese Preise aufgrund der Portfoliobestände. Wenn diese nicht bekannt sind, fehlt die Berechnungsgrundlage.

Von

rtr

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