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09.08.2011

16:46 Uhr

Indexfonds

Börsen-Talfahrt schüttelt ETF-Handel durch

Privatanleger kauften und verkauften über die Börse Stuttgart ETF-Anteile im Wert von rund 240 Millionen Euro. Grund für die hohen Umsätze sei die Talfahrt an den Aktienmärkten.

Talfahrt am Aktienmarkt: Die Anleger reagierten. Quelle: dapd

Talfahrt am Aktienmarkt: Die Anleger reagierten.

FrankfurtDie Talfahrt an den Aktienmärkten hat in der vergangenen Woche den Handel mit börsennotierten Indexfonds (ETFs) durchgeschüttelt. Privatanleger kauften und verkauften über die Börse Stuttgart ETF-Anteile im Wert von rund 240 Millionen Euro, wie Zahlen des Börsenbetreibers am Dienstag zeigten. Damit waren die Umsätze mehr als doppelt so hoch wie im bisherigen Wochendurchschnitt 2011. 

Auffällig sei, dass sich Privatanleger nicht komplett von ihren ETF-Beständen trennten, sondern gezielt auf Schnäppchenjagd gegangen seien, erklärte Michael Görgens, der den ETF-Handel an der Börse Stuttgart leitet. Zudem setzten die Investoren offenbar auf eine rasche Erholung im Dax. So gab es starke Zuflüsse in gehebelte Produkte, mit denen die Investoren überproportional von steigenden Kursen profitieren können. Dazu zählte der Lyxor LexDax und der db x-trackers Levdax Daily ETF. Die Strategie war allerdings mit enormen Risiken behaftet: Der RBS LevDax x2 verzeichnete beispielsweise Verluste von fast 28 Prozent.

Auch bei den Mittelabflüssen zeigte sich, dass Anleger in der vergangenen Woche auf das falsche Pferd setzten und von bald wieder steigenden Kursen ausgingen. So wurden etwa aus dem db x-trackers ShortDax und dem ETFX Dax 2x Short Gelder abgezogen. Mit diesen ETFs wird auf Kursrückgänge spekuliert. Der deutsche Leitindex hatte in der Vorwoche rund 13 Prozent verloren und setzte auch in der neuen Woche seine Talfahrt fort. 

Aus Produkten auf Schwellenländer-Indizes zogen sich Anleger ebenfalls zurück. So standen der Lyxor ETF Brazil (Ibovespa) oder der Lyxor MSCI ETF India auf den Verkaufslisten. „Würden die USA zurück in die Rezession fallen, hätte dies Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum und könnte die Märkte der Schwellenländer überdurchschnittlich treffen“, begründete Görgens den Mittelabfluss.

 

Von

rtr

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