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09.07.2014

14:20 Uhr

Indexfonds

Buffett bevorzugt es einfach und günstig

VonJessica Schwarzer

Die Vorteile börsengehandelter Indexfonds hat Starinvestor Warren Buffett längst erkannt Auch immer mehr Privatanleger entdecken die Produkte. Sie profitieren davon, dass auf dem ETF-Markt ein Preiskampf entbrannt ist.

Warren Buffett hat gewettet: Mit einem ETF auf den S&P 500 tritt er gegen ein Hedgefonds-Portfolio an. Nach sechs Jahren ist klar: Buffett hat die Nase vorn. AP

Warren Buffett hat gewettet: Mit einem ETF auf den S&P 500 tritt er gegen ein Hedgefonds-Portfolio an. Nach sechs Jahren ist klar: Buffett hat die Nase vorn.

DüsseldorfEr gilt als gewiefter Investor, als Meister der Aktienauswahl und erfolgreicher Value-Anleger. Warren Buffetts Investitionen gehen zwar nicht immer auf, aber doch meistens. Immerhin hat er es zu einem Milliardenvermögen gebracht. Oft wird über seine Investitionen in Einzelunternehmen wie Coca-Cola, Procter & Gamble oder Wal Mart berichtet. Weniger bekannt: Er ist bekennender Anhänger börsennotierter Indexfonds, sogenannter Exchange Traded Funds, kurz ETFs.

Buffett ist sicher, dass viele aktiv gemanagte Anlagen ihre Gebühren nicht verdienen, weil nach deren Abzug für den Anleger nicht mehr viel übrig bleibt. Seine Überzeugung ist so groß, dass er sich vor ein paar Jahren sogar auf eine öffentliche Wette eingelassen hat. Dabei tritt Buffett mit einem einfachen Aktienindexfonds gegen das Portfolio eines Hedgefonds an. Während der Starinvestor auf den S&P 500 setzte, wählte Ted Seides von Protégé Partners fünf Hedgefonds aus. Nach zehn Jahren wird abgerechnet. Die Wette läuft seit 2008 und Buffett liegt klar vorne.

ETFs versus Investmentfonds

Rechtsform

ETF: Sondervermögen. Es ist das Kapital, welches der Anleger seiner Investmentgesellschaft gegen die Ausgabe von Anteilsscheinen überlässt. Dadurch ist dieses Geld klar von den anderen Vermögenswerten der Gesellschaft getrennt und selbst vor dem Zugriff der Gläubiger im Insolvenzfall geschützt.

Investmentfonds: ebenfalls Sondervermögen

Erwerb

ETF: ETFs werden an der Börse gehandelt. Sie müssen, anders als normale Investmentfonds, nicht bei einer Investmentgesellschaft erworben werden. Weil sie an der Börse gehandelt werden, wird der Nettoinventarwert des Sondervermögens fortlaufend veröffentlicht.

Investmentfonds: Ein normaler Investmentfonds muss bei der Kapitalanlagegesellschaft physisch erworben werden. Diese gibt den Anlegern im Gegenzug ein Zertifikat und verwaltet das Kapital im eigenen Namen auf gemeinschaftliche Rechnung der Anleger.

Liquidität

ETF: ETFs sind deshalb beliebt, weil sie eine hohe Liquidität aufweisen und problemlos ganztägig an der Börse gehandelt werden können.

Investmentfonds: Anders als ETFs ist es nicht so leicht, einen normalen Investmentfonds zu verkaufen. Die Liquidität ist niedrig, verkauft wird einmal täglich zum Nettoinventarwert.

Transparenz

ETF: Das ETF-Sondervermögen muss täglich veröffentlicht werden.

Investmentfonds: Im Unterschied dazu ist die Transparenz der meisten Investmentfonds gering, veröffentlicht wird nur im Jahres- beziehungsweise Halbjahresbericht.

Gesamtkosten

ETF: ETFs werden passiv verwaltet, die Kosten sind niedrig.

Investmentfonds: Bei Investmentfonds dagegen verwaltet ein Manager das Fondsvermögen und verfolgt eigene Strategien. Das kostet die Anleger unter Umständen mehr Gebühren.

Ausgabeaufschlag

ETF: Der Ausgabeaufschlag ist ein Aufgeld, das auf den Nennwert eines Wertpapieres erhoben wird. Bei ETFs entfällt er.

Investmentfonds: Bei Investmentfonds kann der Aufschlag dagegen bis zu fünf Prozent des Net Asset Value, des Anteilswertes, betragen.

Verwaltungsgebühr

ETF: Die ETF-Verwaltungsgebühr ist niedrig und beträgt zwischen 0,05 und 0,75 Prozent pro Jahr.

Investmentfonds: Für Investmentfonds müssen Anleger dagegen hohe Gebühren zahlen, bis zu zwei Prozent pro Jahr plus weitere Fondsgebühren.

Wertpapierprovision

ETF: Wertpapierprovision wird bei ETFs für deren Kauf und Verkauf erhoben.

Investmentfonds: Beim Investmentfonds entfällt sie

Natürlich ist diese Wette alles andere als wissenschaftlich fundiert und eignet sich kaum als Beweis dafür, dass Indexinvestments in der Regel besser abschneiden als aktiv gemanagte Fonds. In Studien wurde aber genau das schon oft bewiesen. Nur die wenigsten Fondsmanager schaffen es, ihren Vergleichsindex zu schlagen – und schon gar nicht dauerhaft. Hohe Gebühren belasten natürlich zusätzlich die Performance. Und die würde Buffett wohl niemals zahlen.

Privatanleger sollten sehr genau auf die Kosten schauen, bevor sie sich für ein Produkt entscheiden. Während die Gebühren von aktiv verwalteten Fonds auf hohem Niveau stagnieren, ist auf dem ETF-Markt in den vergangenen Wochen ein wahrer Preiskampf ausgebrochen – zur Freude der Anleger. Den Dax gibt es jetzt bei der Deutschen Bank, genauer bei DB X-Trackers schon für neun Basispunkte. iShares berechnet für einen Indexfonds auf den amerikanischen S&P 500 nur noch 0,07 Prozent Gesamtkosten im Jahr.

Es geht aber noch billiger: Source hat die Gebühr für sein Papier auf den S&P 500 von ehemals 0,2 Prozent auf nur noch homöopathische 0,05 Prozent gesenkt.  „Viel billiger geht es nicht mehr“, sagt Kai Bald, verantwortlich für den Vertrieb passiver Anlageprodukte bei Deutsche Asset Wealth Management, dem Vermögensverwalter der Deutschen Bank.

Kommentare (7)

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Herr Uwe Hans

10.07.2014, 08:30 Uhr

Wie bescheuert muss man sein um jetzt noch in Aktien oder noch schlimmer Aktienfonds zu investieren !!!???

Herr Marcel Jokel

10.07.2014, 09:23 Uhr

Wer sagt den das seine Wette wirklich aufgeht er hat doch auch selber schon oft genug falsch gelegen. Er selber ist doch auch der beste Beweis das ein gemischtes Portfolio am besten ist. Das beste was man machen kann sind gemischte Fonds kaufen die sind jedem ETF weit überlegen. Man muss sich nur die Krisenzeiten anschauen also am besten mal über 10 Jahre solche Papiere verfolgen.

Herr Peter Petersen

10.07.2014, 09:25 Uhr

Es ist schon ein schlechter Witz, dass Berichte über das aktuelle Abschlachten von Palästinensern keine Kommentarfunktion anbieten. Und dann behaupten die Redakteure vom HB noch immer - es gäbe im HB keine Zensur. - Ja klaro, und im Keller ist Wehnachten.
Wenn Ihnen die Durchsetzung der Netiquette zu aufwendig ist, kann ich das ggf. nachvollziehen, aber dann bitte überhaupt keine Kommentarfunktion anbieten. - Ansonsten schreiben Sie doch bitte nur über Wirtschaft.

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