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07.04.2013

09:31 Uhr

Indexfonds

Einfach war gestern

VonJessica Schwarzer

Manchmal kann einfach ganz schön kompliziert sein. Auf Indexfonds trifft das zu. Vor 13 Jahren kamen die eigentlich leicht zu verstehenden Produkte auf den Markt. Doch ganz so einfach sind ETFs nicht mehr.

Der Börsensaal in Frankfurt: ETFs werden immer beliebter, aber auch immer komplizierter. dpa

Der Börsensaal in Frankfurt: ETFs werden immer beliebter, aber auch immer komplizierter.

Düsseldorf"Einfach, transparent, flexibel", wurden die Exchange Traded Funds (ETFs) beworben. Doch inzwischen gibt es viele Indexfonds, die zwar transparent und flexibel sind, aber nicht mehr einfach.

Die Société-Générale-Tochter Lyxor hat beispielsweise einen Indexfonds auf den Markt gebracht, der auf Volatilität - also die Schwankungsintensität der Aktienindizes - setzt und dann gewinnt, wenn es an den Börsen besonders turbulent zugeht. Der Lyxor ETF Dynamik Long Vix bildet den US-Volatilitätsindex Vix ab. Der misst die von den Marktakteuren erwartete Schwankungsintensität des SP 500 über die kommenden 30 Tage. Ein hoher Wert lässt auf einen unruhigen Markt schließen.

Der Vix ist also eine Art "Angstbarometer". Mit diesem Lyxor-ETF können Anleger ihr Depot gegen plötzliche Schocks absichern. "Nachgefragt werden solche Produkte allerdings vor allem von institutionellen Investoren", sagt Hermann Pfeifer, Deutschland-Chef von Lyxor.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Seit einiger Zeit bieten die Franzosen auch ETFs auf alternativ gewichtete Indizes an. Damit sind sie nicht alleine. Andere Emittenten wie beispielsweise Ossiam, eine Tochter von Natixis Global Asset Management, offerieren solche Papiere ebenfalls. Die ETFs bilden Indizes ab, die nicht wie bisher üblich nach Marktkapitalisierung gewichtet sind, sondern nach anderen Kriterien. Beispielsweise sind alle Aktien des Index gleich gewichtet.

Eine spannende Strategie, findet Götz Kirchhoff. "Wir bieten unseren Kunden solche Strategien ebenfalls an", sagt der Gründer der Vermögensverwaltung Avana Invest. "Große und kleine Werte werden zu gleichen Teilen ins Depot gelegt, Aktien mit höherer Marktkapitalisierung sind nicht mehr automatisch höher gewichtet - was übrigens erwiesenermaßen eine bessere Performance bringt."

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Kirchhoff gehörte zu den Geburtshelfern des ETF-Marktes. Dass heute auch kompliziertere Strategien mit börsengehandelten Indexfonds abzubilden sind, findet er grundsätzlich gut. "ETFs auf gleichgewichtete Indizes sind auch für Privatanleger ein gutes und leicht zu verstehendes Produkt", sagt er. "Kreditindizes, Rohstoffstrategien, Volatilitätsindizes oder Short ETFs sind eher Produkte für institutionelle Investoren; von diesen ETFs sollten Privatanleger die Finger lassen."

Kommentare (1)

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Gutbeere

07.04.2013, 11:44 Uhr

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