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15.04.2011

20:04 Uhr

Indexfonds

ETF-Anbieter begrüßen FSB-Kritik

Nach der Kritik des Finanzstabilitätsrates (FSB) an börsennotierten Indexfonds (ETFs) fordern immer mehr Branchenvertreter angesichts immer neuer Produkte eine bessere Aufklärung der Investoren seitens der Industrie.

Investoren sollen über die hochkomplexen Finanzprodukte künftig besser informiert werden. Quelle: dpa

Investoren sollen über die hochkomplexen Finanzprodukte künftig besser informiert werden.

FrankfurtDie Kritik des Finanzstabilitätsrates (FSB) an börsennotierten Indexfonds (ETFs) und ähnlichen Produkten stößt in der Branche auf immer breitere Zustimmung. Die Industrie müsse Investoren besser darüber aufklären, welche Unterschiede sich hinter den ähnlich klingenden Produktnamen verbergen, teilte Europas größter Anbieter börsengehandelter Rohstoffprodukte (ETCs), ETF Securities, am Freitag mit. Daher arbeite die Gesellschaft gemeinsam mit Wettbewerbern daran, Standard-Definitionen für die europäische Branche festzulegen.

"Da die Branche weiterhin Neues erfindet und wächst, ist es unabdingbar, Investoren mit so vielen Produktinformationen wie möglich zu versorgen", teilte ETF Securities mit. Nur so könnten die Anleger verstehen, was sie kaufen und die damit verbundenen Risiken einschätzen.

Der Finanzstabilitätsrat hatte am Dienstag ein Gutachten zum ETF-Markt veröffentlicht. Darin bewertet das G20-Beratergremium unter der Führung von EZB-Ratsmitglied Mario Draghi börsennotierte Indexfonds und ähnliche Produkte als Risiken für die Finanzmärkte. Denn viele neue Produkte seien so komplex und undurchschaubar, dass Marktteilnehmer die damit verbundenen Risiken noch nicht ganz durchschaut hätten. Der FSB hatte auch neuartige Finanzinstrumente wie Exchange Traded Commodities (ETCs) kritisiert, deren an ETFs erinnernde Namen Produkte mit ganz anderen Risiken bezeichneten. ETF Securities bietet sowohl ETFs als auch ETCs an.

Ein weiterer Dorn im Auge sind dem FSB Derivate, welche in ETFs zum Einsatz kommen. Dabei investieren die Anbieter in beliebige Wertpapiere und nutzen zur Indexabbildung Swap-Derivategeschäfte. Wird der Swap-Kontrahent zahlungsunfähig, zählt für die Wertentwicklung des Fonds die Performance der tatsächlich im Portfolio enthaltenen Papiere. Diese kann mitunter deutlich von der des Basisindex abweichen. Daher sollten die ETF-Anbieter mehr Informationen zu den Derivategeschäften innerhalb ihrer Fonds bieten, hatte der FSB geschrieben. ETF Securities bietet ausschließlich Swap-basierte ETFs an. In den kommenden Wochen will die Gesellschaft nun eine Liste mit den Wertpapieren veröffentlichen, die sie zusätzlich zu den Swaps im Portfolio hält.

Von

rtr

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