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18.05.2011

12:20 Uhr

Indexfonds

Reißen ETFs den Goldpreis in den Abgrund?

VonAnnika Williamson

Indexfonds auf Edelmetalle haben eine rasante Erfolgsgeschichte vorzuweisen und spielen eine wichtige Rolle für die Rally von Gold und Silber. Doch jetzt steigen große Hedge-Fonds aus. Der Markt droht zu kippen.

Indexfonds auf Gold sind meist physisch besichert - für alle Anteile liegen tatsächlich Goldbarren in den Banktresoren. Quelle: dpa

Indexfonds auf Gold sind meist physisch besichert - für alle Anteile liegen tatsächlich Goldbarren in den Banktresoren.

DüsseldorfIn weniger als sieben Jahren sind börsengehandelte Indexfonds (ETF) auf Gold und Silber vom Nischenprodukt zu einer Marktmacht aufgestiegen. Die Zu- und Abflüsse in die milliardenschweren Fonds bewegen die Preise der Edelmetalle, im Preisaufschwung der vergangenen Jahre spielten sie eine wichtige Rolle. Doch was in der Finanzwelt so schnell wächst, wird oft kritisch beäugt: Anleger fürchten, dass die ETF-Giganten die Anlage in Gold und Silber unberechenbar machen.

ETFs haben Anlagen in Edelmetalle massentauglich und unkompliziert gemacht. Anleger kaufen Fondsanteile und müssen sich um die Lagerung der physischen Anlagen nicht kümmern. Stattdessen kauft der ETF für die komplette Summe, die Anleger einzahlen, Gold oder Silber und hinterlegt dieses bei einer Depotbank - für den Anleger spielt sich der Kauf ähnlich wie bei jedem anderen Wertpapier ab.

Bekannte Hedge-Fonds- und Vermögensverwalter wie John Paulson (Paulson & Co.), Larry Fink (Blackrock) und George Soros (Soros Fund Management) haben nach der Finanzkrise massiv über ETFs in Gold investiert. Wo Hedge-Fonds in großem Stil mitmischen, kommt Bewegung in die Kurse: Seit Frühjahr 2009 ist der Goldpreis von rund 850 bis auf einen Rekordwert von 1.575 Dollar je Feinunze gestiegen.

Die größten Gold-ETFs

SPDR Gold Trust

Der SPDR Gold Trust (GLD) ist mit Abstand der größte Indexfonds auf Gold und hält nach den USA, Deutschland, dem IWF, Italien und Frankreich die größten Goldbestände der Welt: 39,5 Millionen Unzen im Wert von 60 Milliarden Dollar. 2004 gründete Christopher Thompson, damals Vorsitzender des World Gold Council, den Fonds als erstes Finanzinstrument dieser Art, um ein massentaugliches Anlageprodukt für Gold zu schaffen.

ZKB Gold ETF

Seit März 2006 gibt es den Gold-ETF der Zürcher Kantonalbank. Mittlerweile handelt der Fonds in vier Währungsklassen (CHF, USD, EUR und GBP). Anleger können sich jederzeit ihre Anlagen in 12,5kg-Barren Gold auszahlen lassen - insgesamt liegen davon in Schweizer Tresoren ungefähr 14,000.

iShares Gold Trust

Der iShares Gold Trust (IAU) des Investmenthauses Blackrock ist der Gold-ETF für Tageshändler und kleine Investoren: Anders als zum Beispiel der SPDR Gold Trust, der eine Unze Gold in zehn Anteile aufteilt, entfallen beim iShares Gold Trust 100 Anteile auf eine Unze. Insgesamt hält der Fonds nach sechs Jahren im Handel 4,3 Millionen Unzen Gold.

Julius Bär Physical Gold Fund

Der Julius Bär Physical Gold Fund lässt seinen Anlegern die Wahl: Wer "A-Class"-Anteile kauft, hat das Recht auf Lieferung des physischen Goldes, für das er Anteile hält. Anteile der "AX-Class" sind zwar mit physischen Gold abgesichert, lassen sich aber nicht in solches eintauschen. Der Fonds verwahrt knapp drei Millionen Feinunzen Gold.

ETF Securities Physical Swiss Gold

Der ETFS Physical Swiss Gold wurde im April 2007 aufgelegt. Der in den USA gelistete Indexfonds hält derzeit knapp 900.000 Unzen Gold.

NewGold ETF

Der NewGold ETF der südafrikanischen Investmentfirma Absa Capital gehört durch seine Gründung im Jahr 2004 zu den ältesten unter den Gold-ETFs. Mit jedem Anteil erwirbt der Anleger eine Hundertstel Unze Gold. Insgesamt hält der Fonds heute 1,5 Millionen Unzen.

Doch was in die eine Richtung funktioniert, wirkt auch mit umgekehrten Vorzeichen: Dass der Goldpreis Anfang Mai um 60 Dollar abrutschte, war unter anderem Gerüchten geschuldet, dass Soros seine Anteile am SPDR Gold Trust verkauft habe.

Dieses Gerücht bestätigte nun die amerikanische Börsenaufsicht. Soros hat im ersten Quartal seine kompletten fünf Millionen Anteile am iShares Gold Trust sowie 99 Prozent seiner Anteile am SPDR Gold Trust im Wert von 800 Millionen Dollar auf den Markt geworfen. Sein Konkurrent John Paulson hingegen hielt an seinen Goldanlagen fest. Er hält Anteile am SPDR Gold Trust im Wert von 4,4 Milliarden Dollar.

Für Investoren am Rohstoffmarkt ist die Situation ein Novum. Zum ersten Mal in der Geschichte der Edelmetall-ETFs stellt sich die Frage, wie der Preis der Rohstoffe auf einen Aderlass der Indexfonds reagieren würde. James Steel, Chefanalyst für Rohstoffe bei HSBC in London, rechnet für diesen Fall mit einer starken Belastung für den Goldpreis: "Wenn Investoren jetzt auch nur einen Bruchteil mehr ihrer Anlagen liquidieren, könnte binnen kürzester Zeit eine beachtliche Menge an physischem Gold auf dem Markt landen, mit entsprechenden Auswirkungen auf den Preis", sagt er.

Kommentare (14)

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So-einfach

18.05.2011, 13:08 Uhr

Viel blabla.....
Es ist doch so einfach !
Gold und Silber haben bald wieder monetäre Funktion und das Fiat-Money Imperium bricht mal wieder zusammen....
Die reichsten und vorauswissenden Familien der Erde haben sich mit diesem Metall schon gut eingedeckt - die wissen was kommt, da sie selber mit die Fäden ziehen in diesem korrupten, menschenverachtenden "Spiel".....

Account gelöscht!

18.05.2011, 13:09 Uhr

Und wieder ein hilfloser Versuch (der Amerikaner?), der Macht des Goldes mit dem geziehlten Streuen von Unsicherheiten Einhalt gebieten zu wollen. Eine weitere Runde der Dollar-Stützung soll wohl eingeleitet werden? Das hatten wir vor zwei Wochen schon einmal beobachten können. Mit Silber funktioniert das wohl derzeit noch, aber Gold? Warum sich die Medien damit instrumentalisieren lassen?

Account gelöscht!

18.05.2011, 13:11 Uhr

Weltweit plündern immer mehr Bürger ihre Konten und schichten ihre Ersparnisse sicher und günstig in Edelmetalle um.
Eine Katastrophe für die Bankster, die dringendst auf Spareinlagen angewiesen sind, weil sie dies in den Büchern als Eigenkapital ausweisen dürfen. Kein Scherz. Jetzt werden Gerüchte verbreitet, verständlich. Man sollte sich diese gestreuten Meldungen mal unter dem Gesichtspunkt betrachten:

+++ Letzter Ausweg Notenpresse +++
Es geht nicht mehr nur um Griechenland und Portugal. Regierungen und Notenbanken erkaufen sich Zeit und hoffen, der finanzielle Stress möge endlich abklingen. Doch allmählich wird es eng, weil die ausstehenden Summen inzwischen so groß sind, dass sie das ganze System zersetzen können. Regierungen und Notenbanken erkaufen sich Zeit - und hoffen, der finanzielle Stress möge endlich abklingen.
http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,762757,00.html

+++ Crash der weltweiten Börsen im August 2011 erwartet +++
The Intelligence traf Prof. Franz Hörmann zu einem längeren Gespräch in Wien. Hörmann sieht einen zehnmal größeren Zusammenbruch der Weltbörsen als 2008 für August dieses Jahres nahen. Die Immobilienblase in China wird in wenigen Wochen platzen, die Supply-Chains beispielsweise der Automobilindustrie sind unterbrochen und werden in den Quartalsbilanzen des Juli nicht mehr vertuscht werden können.
http://www.meinpolitikblog.de/2011/05/14/crash-der-weltweiten-brsen-im-august-2011-erwartet/

Nicht Gold verkaufen – ganz im Gegenteil.

Googeln Sie nach dem Baltic-Dry-index, ein Indikator für die Weltwirtschaft.
Bereits jetzt stimmen einige wie Bernanke, Obama oder Geithner darauf ein, dass es wesentlich heftiger wird als 2008, wenn es denn losgeht. Die Marktteilnehmer wissen überwiegend eh Bescheid, aber miemen halt im Augenblick die Berufs-Optimisten.

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