Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.04.2012

19:57 Uhr

Indexfonds

Wie man ETF definiert

Indexfonds boomen: Die Branche konnte im ersten Quartal einen neuen Rekord einfahren. 4,8 Milliarden Euro sammelten die Exchange Traded Funds ein. Jetzt streitet die Branche darüber, was genau einen ETF ausmacht.

Die Börse in Stuttgart handelt ETFs. ap

Die Börse in Stuttgart handelt ETFs.

FrankfurtKaum ein Finanzprodukt feiert in der Schuldenkrise so große Absatzerfolge wie der börsengehandelte Indexfonds. Die „Exchange Traded Funds“ oder kurz ETFs sammelten in Europa im ersten Quartal des Jahres einer Statistik der Deutschen Bank zufolge fast 4,8 Milliarden Euro ein – ein neuer Quartalsrekord. Jetzt verwaltet die Branche europaweit rund 250 Milliarden Euro.

So sehr die Nachfrage nach den Produkten boomt, so sehr diskutieren Anleger, Anbieter und Aufsichtsbehörden seit einiger Zeit jedoch die Konstruktionsmerkmale der ETFs. Die EU-Wertpapieraufsicht Esma hat schon Vorschläge für eine Branchenregulierung unterbreitet und im zweiten Schritt auch bereits die Stellungnahmen der Anbieter dazu eingeholt. Jetzt warten die Fondshäuser auf einen endgültigen Vorschlag der Aufseher für einen Vorschriftenkatalog.

Eine ganze Reihe von Fragen steht im Mittelpunkt der Diskussion. Es geht vor allem um Transparenz. Das berührt zum Beispiel die Nachvollziehbarkeit von Wertpapierleihe-Geschäften, die Nachvollziehbarkeit von Indizes und die Unterscheidung von physischen und synthetischen ETFs.

Physisch arbeiten Anbieter, wenn sie im Fonds genau die Index-Wertpapiere halten. Synthetische Fonds lassen sich die Index-Wertentwicklung von einer Partnerbank über einen sogenannten Swap garantieren, bekommen für dieses Tauscharrangement als Sicherheit andere Wertpapiere.

Entscheidend ist, dass die Produkte manchmal nicht mehr so transparent sind, wie das dem Marketing-Slogan entspricht. Damit haben die Indexfonds ihren Siegeszug unter den Anlegern rund um den Globus seit Beginn des Jahrtausends legitimiert. Mit diesen Eigenschaften waren sie angetreten: transparent, liquide, preisgünstig und jederzeit handelbar.
Jetzt wird insbesondere die Transparenz hinterfragt. Dabei geht es auch um vermeintlich schlichte Themen wie die Namensgebung. Der Begriff ETF hat sich inzwischen als eine Art Markenname im Fondsgeschäft durchgesetzt. Dieser Markenname ist positiv belegt. Manche Anbieter erkennen allerdings Gefahren, weil teilweise die Abgrenzung zu anderen börsengehandelten Produkten nicht ganz klar ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×