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18.02.2012

13:02 Uhr

Indexinvestments

Vorsicht Klumpenrisiko!

VonJessica Schwarzer

Wer das Risiko seines Aktieninvestments breit und kostengünstig streuen will, setzt auf Indexfonds. Doch je nachdem welche ETFs Anleger kombinieren, laden sie sich unbewusst ein Klumpenrisiko ins Depot.

Vorsicht Rutschgefahr! Wer einzelne Aktien oder Branchen übergewichtet, geht unnötige Risiken ein. dpa

Vorsicht Rutschgefahr! Wer einzelne Aktien oder Branchen übergewichtet, geht unnötige Risiken ein.

Düsseldorf„Nicht alle Eier in einen Korb“, so lässt sich die Portfoliotheorie von Harry Markowitz vereinfacht übersetzen. Der Nobelpreisträger hat nachgewiesen, dass Anleger ihr Risiko minimieren können, indem sie zusätzliche Wertpapiere in ihr Depot nehmen. Der Grundgedanke: Aktien entwickeln sich nicht im Gleichschritt. Schneidet ein Papier besonders schlecht ab, können diese Verluste eventuell durch eine andere Aktie ausgeglichen oder zumindest abgefedert werden. Das führt zu geringeren Kursschwankungen des gesamten Depots.

Doch wer nur auf einige Einzelwerte setzt, geht ein hohes Risiko ein. Der Anlageerfolg hängt von der Entwicklung einiger weniger Papiere ab - positiv wie negativ. Klumpenrisiko nennen Experten das. Börsengehandelte Indexfonds – sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs) – streuen dieses Risiko. Mit nur einem Produkt investieren Anleger in Duzende, teilweise sogar Hunderte Aktien. Eine optimale Diversifikation also?

Eigentlich ja. Doch je nachdem auf welche Indizes die Anleger setzen, passiert genau das Gegenteil: Sie laden sich unbewusst ein Klumpenrisiko ins Depot. „Anleger sollten sich den zugrunde liegenden Index genau anschauen“, rät Simon Klein, Europa-Chef des ETF-Anbieters Lyxor, einer Tochter der französischen Société Générale. „Auch wer in mehrere, auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Indizes investiert, kann einzelne Branchen und sogar Einzeltitel dadurch unbeabsichtigt übergewichten.“

Dividendenindizes

DivDax

Die 15 dividendenstärksten Aktien aus dem Dax sind im DivDax gelistet. Dazu gehören Allianz, BASF, Bayer, BWM, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Eon, K+S, Lufthansa, Münchener Rück, RWE und Siemens.

Stoxx Select Dividend 30

Der Index beinhaltet die 30 dividendenstärksten Aktien aus der Europäischen Union, der Schweiz und Norwegen. Die gewichtigsten Werte kommen mit Siemens, Eon, BASF und Allianz aus Deutschland. Es folgen Sanofi, Anheuser-Busch und Telefónica.

Dow Jones Stoxx US Select Dividend

Der Index setzt sich zusammen aus den 100 Unternehmen mit den höchsten Zahlungen, die in den vergangenen fünf Jahren ihre Ausschüttungen nicht reduziert haben. Stark vertreten sind Versorger und Konsumgüterhersteller. Zu den größten Positionen gehören der Burger-Brater MC Donald’s und der Ölmulti Chevron.

S&P Europe 350 Dividend Aristocrats

Der Index misst die Wertentwicklung großer europäischer Unternehmen, die seit mindestens zehn Jahren ihre Dividende konstant jedes Jahr erhöhen. Der Börsenwert soll mindestens drei Milliarden Euro betragen. Die Zusammensetzung wird einmal pro Jahr überprüft. Bekannte Werte im Index sind Vodafone, Roche oder Nestlé.

Wer beispielsweise auf Dax, Euro Stoxx 50 und als Beimischung auf Euro Stoxx Technology setzt, ist mit allen Investments in SAP investiert. Der Softwarekonzern ist mit einem Anteil von 7,2 Prozent viertgrößter Konzern im deutschen Standardwertebarometer. Im Euro Stoxx 50 kommt SAP zwar nur auf einen Anteil von 2,8 Prozent, aber im Branchenindex bringt es die Softwareschmiede auf fast 40 Prozent. „Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, sich auch die Einzelwerte im Index anzuschauen“, sagt auch Marc Bubeck von der Blackrock-Tochter iShares.

Kommentare (7)

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Ahnungslos

18.02.2012, 14:33 Uhr

Guter Beitrag. Die Gefahr von Einzelaktien wird zB an Kali & Salz vor Augen geführt. Anfang 2011 von der Wirtschaftswoche bei einem Kurs von ca 52 als vielversprechend eingestuft, davor sogar mit Aussichten "das alte Hoch von 80 zu erreichen", ist das Papier zwischen August 2011 und Jahresende auf 36 abgeschmiert.
Aber auch die Dax ETFs machten das minus 33% Blutbad im Sommer 2011 mit, als die Hochfrequenz-Algobots beim erneuten Geruch einer GR-Zahlungsunfähigkeit die Papiere hemmungslos auf den Markt bei no-bids schleuderten.
Was soll der Einzelanleger in diesem Irrenhaus noch machen ?`Die alten DAX- Hochs von 2000 und 2008 werden nie und nimmer erreicht. Rechnet man den DAX in Unzen Gold um ist die Bilanz noch verheerender.

Account gelöscht!

18.02.2012, 15:04 Uhr

Wenn man den Menschen Geld aus der Tasche ziehen möchte, gaukelt man Sicherheit bei Investment vor. Parallel dazu verkompliziert man die Zusammenhänge soweit damit die Opfer (Privatanleger) gar nicht wissen, was man glauben soll. Am Ende die Opfer verlassen sich auf sogenannten Profis, zahlen hohe Gebühren und verlieren am ende ihr Geld. Mein Rat: Finger weg von Finanzprodukten, die undurchschaubar sind. Diese Papiere werden mit überteuerten Preisen an den Privatanleger verscherbelt. Die Gewinnerin ist am Ende immer die Bank.

Langfristinvestor

18.02.2012, 19:42 Uhr

@ Ahnungslos

Ganz sicher wird der DAX wieder neue Hochs erreichen!
Woher ich das so genau weiß?
Reine Mathematik, da der DAX als Performance Index aufgelegt ist und somit jährlich die Dividenden zum Kurs dazu gerechnet werden

Stand Performance Index 6.848,03 / Kurs Index 3.870,09

Man kann sich also in ein paar Jahren auf einen 5 stelligen DAX einstellen, genauso wie der DAX den Dow Jones überholen wird.

Als Anleger auf Buy and Hold (Anlagehorizont mehr als 20 Jahre) mit günstigen und breit aufgestellten ETF´s zu setzen wird sich sicherlich auszahlen.

Ist zumindest meine Meinung mit 21 Jahren habe ich genug Zeit um ein Vermögen mit dieser Strategie aufzubauen, da interessieren auch die Kurskorrekturen ob kleine Krisen oder große Crash einen nicht mehr ;)

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