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23.01.2006

08:05 Uhr

Institutionelle Investoren steigen aus

Flucht aus Fonds hält an

Die Krise bei den offenen Immobilienfonds hält trotz der Bemühungen der Branche offenbar an. Zwar versuchten am Freitag mehrere Gesellschaften die Lage zu entspannen. Sie sprachen von erhöhten, aber keineswegs dramatischen Abflüssen. Doch die Zahlen sagen etwas anderes.

Mit diesem Gebäude in Washington wurde der Grundstein für den offenen Immobilienfonds KanAm US-Grundinvest gelegt. Foto: dpa

Mit diesem Gebäude in Washington wurde der Grundstein für den offenen Immobilienfonds KanAm US-Grundinvest gelegt. Foto: dpa

rrl DÜSSELDORF. Angaben von Barbara Knoflach, Geschäftsführerin der Investmentgesellschaft SEB Immobilien-Investment, nähren Zweifel an einer tatsächlichen Entspannung der Lage. Knoflach sagte, der SEB Immoinvest-Fonds habe allein am Freitag Mittelabflüsse in Höhe von 100 Mill. Euro verzeichnet. Dadurch habe sich die Nettoliquidität des 5,5 Mrd. Euro schweren Fonds auf 1 Mrd. Euro reduziert.

Die Deutsche Bank hatte im Dezember die Krise ausgelöst, als sie ihren offenen Immobilienfonds Grundbesitz Invest bis zu einer Neubewertung geschlossen hatte. Dies hatte auch bei anderen Fonds zu einem drastischen Mittelabfluss geführt. In der vergangenen Woche hatte akuter Liquiditätsmangel die Schließung der von der Investmentgesellschaft KanAm gestarteten Fonds US-Grundinvest und Grundinvest zur Folge.

Knoflach geht davon aus, dass auch bei anderen Gesellschaften die Abflüsse doppelt so hoch sind wie direkt nach der Schließung des Deutsche-Bank-Fonds. Wenn die Abflüsse nicht wie damals nach drei bis vier Tagen abebbten, wage sie keine Prognose, wo dies enden werde, sagte Knoflach, die ausdrücklich vor einer Panik warnte.

Die Situation des SEB Immoinvest belegt das Risiko, das von einem hohen Anteil institutioneller Investoren in einem Fonds ausgeht. Vor der ersten Fondskrise hätten sie 550 Mill. Euro der Einlagen gestellt, sagte Knoflach. Davon seien seitdem 370 Mill. Euro abgeflossen.

Als Reaktion auf die Krise der offenen Immobilienfonds wollen Finanzpolitiker der Koalition nach einem Bericht des Berliner „Tagesspiegels“ am Montag Gespräche über eine Verschärfung des Investmentgesetzes führen.

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