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25.06.2012

14:21 Uhr

Interview mit Marc Sattler

„Wir kaufen wieder Aktien“

VonJessica Schwarzer

ExklusivWochenlang lag die Aktienquote in seinem ETF-Dachfonds bei null, jetzt hat Marc Sattler wieder Aktien gekauft. Der Experte von Advanced Dynamic über spannende Anlageziele und emotionslose Investitionen.

Marc Sattler, Geschäftsführer von Advanced Dynamic Asset Management.

Marc Sattler, Geschäftsführer von Advanced Dynamic Asset Management.

Wochenlang lag Ihre Aktienquote bei null. Warum kaufen Sie ausgerechnet jetzt wieder Aktien?
Wir haben in der vergangenen Woche unsere Aktienquote signifikant erhöht, nachdem unsere Computersysteme am Montag neue Kaufsignale gegeben haben.

Das war der 18. Juni, der Tag nach der Griechenlandwahl…
Mit dem Wahlausgang direkt hatte das aber nichts zu tun. Der Auslöser war viel mehr die Erholung an den Börsen und zwar vor allem in den USA.

Echte Anleger sind...

...gelassen

"Sie wissen, dass Aktienkurse von allen möglichen unvernünftigen Kräften beeinflusst werden, dass sie ebenso fallen wie steigen können und dass das auch für Aktien gilt, die sie selbst besitzen. Wenn das passiert, reagieren sie darauf mit Gleichmut. Sie wissen, dass der Preis wieder zurückkommt, solange das Unternehmen die Eigenschaften behält, die sie als Anleger zunächst angezogen hatten."

...geduldig

"Anstatt sich von der Begeisterung der Menge mitreißen zu lassen, warten echte Anleger die richtige Gelegenheit ab. Sie sagen öfter Nein als Ja."

...rational

"Sie gehen auf der Basis klaren Denkens an den Markt und die Welt heran. Sie sind weder übermäßig pessimistisch noch irrational optimistisch; sie sind vielmehr logisch und rational."

Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

Die Börsen legen aber bereits seit Anfang Juni wieder zu.
Stimmt, vom Tiefpunkt am 4. Juni ging es sehr schnell wieder hoch. Unser Trendmanagementsystem hat die Märkte erst mal als „überkauft“ eingeschätzt, erst als der Kursanstieg etwas weniger rasant lief, gab es erste Kaufsignale.

Was haben Sie gekauft?
Anfang der Woche haben wir 15 Prozent des Fondsvolumens in den MSCI World und fünf Prozent in den MSCI Emerging Markets investiert. Damit stieg die Aktienquote auf 20 Prozent, mittlerweile sind wir bei 55 Prozent. Gut 48 Prozent entfallen auf Industrieländer, etwa 7,5 Prozent auf Emerging Markets.

Indizes im Vergleich

Der MSCI World

Der MSCI World ist einer der prominentesten Aktienindex der Welt. Er gilt als Benchmark und Basiswert für unzählige Fonds, ETFs und Zertifikate. Mehr als 800 Aktien aus mehr als 20 Industrienationen sind in diesem Börsenbarometer enthalten. Aktien aus Entwicklungsländern (Emerging Markets) und Aktien kleiner Unternehmen (Small Caps) werden nicht berücksichtigt.

Die Länder im MSCI World

Ein Kritikpunkt an der Zusammensetzung des MSCI World ist die hohe Gewichtung amerikanischer Aktien. Fast 50 Prozent machen sie aus. Großbritannien ist nur mit 9,57 Prozent gewichtet, gefolgt von Japan mit 9,11 Prozent. Kanadische Aktien haben einen Anteil von etwas mehr als fünf Prozent, französische kommen auf etwas weniger als fünf Prozent. Deutschland hat einen Anteil von 4,06 Prozent am MSCI World.

Die größten Werte im MSCI World

Die zehn größten Werte im MSCI World sind Exxon Mobil, Apple, Nestlé, IBM, Chevron, General Electric, Microsoft, AT&T, Johnson & Johnson sowie Procter und Gamble. Deutschland ist beispielsweise mit Siemens, Merck & Co., BASF und Daimler vertreten.

Der MSCI Emerging Markets

Der Index MSCI Emerging Markets repräsentiert die Marktkapitalisierung der aufstrebenden Entwicklungsländer. Im Index sind allerdings auch hochindustrialisierte, reiche Länder wie Südkorea und Taiwan vertreten. Beide verpassten gerade erst den Aufstieg in den MSCI Word. Begründet hat MSCI das damit, dass die Währungen in diesen Ländern nicht frei konvertierbar sind. Im Dezember will der Indexanbieter über die Aufnahme von Katar und der Vereinigten Arabischen Emirate in die Reihe der Schwellenländer entscheiden.

Die Länder im MSCI Emerging Markets

Chinesische Aktien haben das größte Gewicht im MSCI Emerging Markets. Ihr Anteil liegt bei 17,29 Prozent. Brasilien ist mit 15,55 Prozent gewichtet. Es folgen Korea (14,77 Prozent) und Taiwan (11,08 Prozent). Indien und Südafrika kommen jeweils auf einen Anteil von etwas mehr als sieben Prozent, Russland auf etwas weniger.

Die größten Werte im MSCI Emerging Markets

Mehr als 1600 Unternehmen sind im Schwellenländer-Index gelistet. Samsung Electronics, Gazprom, Petrobras, Taiwan Semiconductor, Vale und China Mobile sind die größten Werte im MSCI Emerging Markets.

Der MSCI EM Eastern Europe

Der MSCI EM Eastern Europe Index ist der Aktienindex Osteuropas. Er beinhaltet Papiere von 55 osteuropäischen Unternehmen, die in Russland, Polen, Ungarn oder Tschechien ansässig sind.

Die Länder im MSCI EM Eastern Europe

Mit mehr als 73 Prozent gehören die meisten Aktien im Index russischen Konzernen. Es folgt Polen mit einem Anteil von gut 18 Prozent. Nur mit kleinen Anteilen, aber ebenfalls vertreten, sind Unternehmen aus Ungarn und Tschechien.

Die größten Werte im MSCI EM Eastern Europe

Stärkster Wert im MSCI EM Eastern Europe Index ist Gazprom. Der russische Energiekonzern hat ein Indexgewicht von mehr als 20 Prozent. Es folgen der Ölkonzern Lukoil und die russische Bank Sberbank. Zu den Unternehmen mit den größten Gewichtungen gehören außerdem Norilsk Nickel, Rosneft, Novatek, KGHM Polska Miedz, Mobile Telesys, Tatneft Common sowie die polnische Bank PKO.

Auf welche Länder setzen Sie dabei?

Nordamerika ist mit 27,5 Prozent besonders hoch gewichtet, weil die US-Aktienindizes ihre Trendrichtung zuerst geändert haben und die höchste Trendstärke aufweisen.

Das müssen Sie erklären…
Unser ETF-Dachfonds Ad-Vanemics folgt Trends. Das eigens entwickelte Trendmanagementsystem Indexpicking analysiert Aktien-, Renten- und Rohstoffmärkte und erkennt so neue Trends. Wichtig für unsere Kaufsignale sind aber auch die Trendstärke und das Trendrisiko. Erst wenn ein Trend eine gewisse Stärke aufweist, also der Markt wirklich deutlich gedreht hat und zusätzlich das Risiko nicht zu hoch ist, kaufen wir.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

25.06.2012, 14:35 Uhr

"nachdem unsere Computersysteme am Montag neue Kaufsignale gegeben haben."

Alles klaro LOL dann kauft mal schön.....ich schau währenddessen lachend zu wie Euer PApierversprechen den Bach hinunter rieselt. Aktien kaufe ich auch...aber ganz sicher nicht jetzt, sondern wenn die komplette Eurobude abgefackelt ist und man beim Neuaufbau beginnt.

bjarki

25.06.2012, 14:44 Uhr

Jaaa, wir Fondmanager wirtschaften wieder Ihre Moneten in den Abgrund, wir schaffen weder Benchmark noch irgendwelche sonstigen Anlageziele. Dafuer kassieren wir satte Aufschlaege und runde Managergebuehren fuer --- nichts ---.
Diese Spezies sollte einmal jahrelang in Steinbruechen arbeiten. Wer Geld verlieren will geht jetzt an die Boerse und er kauft am besten einen europaeischen Aktienfond, gemanagt von einem Quacksalber, der sich hart an der Grenze der Legalitaet bewegt.

AxelZ

25.06.2012, 16:07 Uhr

Das Trend-Indexdingsbumssystem erkannte einen neuen Trend. Toll. Wenn man sich mal den Chart und die Kosten anschaut, wird das höchste Zeit, dass mal ein neuer Trend zum Erfolg verhilft. 3,5MIO Fondsvolumen? Hab ich mich da verguckt?

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