Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.03.2012

14:38 Uhr

Investmentsteuerreform

„Eine dauerhafte Schädigung der deutschen Fondsbranche“

Durch die geplante Steuerreform soll einiges einfacher werden, die Fondsbranche aber fürchtet negative Auswirkungen. Direktanlagen würden attraktiver als Investmentfonds. Auch gemeinnützige Fonds nähmen Schaden.

Wolfgang Schäuble, sein Haus verantwortet gemeinsam mit den Landesfinanziministerien Hessen und NRW federführend das neue Investmentsteuergesetz. Reuters

Wolfgang Schäuble, sein Haus verantwortet gemeinsam mit den Landesfinanziministerien Hessen und NRW federführend das neue Investmentsteuergesetz.

Die geplante Reform des Investmentsteuergesetzes soll den Finanzbeamten das Leben leichter machen - der deutschen Fondsbranche macht sie das Leben schwer. Die Regeln, wie Gewinne aus Geldanlagen in Fonds versteuert werden, sollen einfacher werden. Ausnahmen und Schlupflöcher würden wegfallen, damit höhere Einnahmen im Staatssäckel klimpern. Doch nach dem aktuellen Entwurf würden Publikumsfonds vor allem für institutionelle Investoren deutlich unattraktiver werden. „Diese hätten kaum noch einen Anreiz, in Publikumsfonds zu investieren“, sagt Markus Hammer, Steuerexperte und Partner bei der Beratungsgesellschaft PwC. Vor allem börsennotierte Indexfonds (ETFs) wären betroffen.

Die Fondsanbieter haben Angst um ihr Geschäft: „Es droht (...) eine schwere und dauerhafte Schädigung der deutschen Fondsbranche“, wettert der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) in einem Brief an das hessische Finanzministerium. Das Land Hessen hat neben Nordrhein-Westfalen und dem Bund die Federführung bei der geplanten Reform des Investmentsteuergesetzes übernommen. Der zuständigen Arbeitsgruppe gehören das Bundesfinanzministerium und alle deutschen Länderfinanzministerien an.

Bislang zahlen institutionelle Investoren, die unter das deutsche Körperschaftsteuergesetz fallen, bei Anlagen in Publikumsfonds für Dividendenerträge deutscher Aktien in etwa die gleichen Steuern wie bei Direktanlagen in einzelne Wertpapiere. Gemeinnützige Einrichtungen wie Pensionsfonds und Stiftungen können diese bislang steuerfrei vereinnahmen. Andere institutionelle Investoren müssen zwar Körperschaftsteuer darauf zahlen, können diese aber anschließend auf ihre gesamte Steuerschuld anrechnen lassen. Damit verbuchen sie die Dividendenerträge ebenfalls praktisch steuerfrei.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×