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21.01.2008

12:56 Uhr

Jahresendabrechnung 2007

Europafonds-Manager sichern sich jetzt ab

VonClaudia Lindenberg (Das Investment)

Manche Fonds lassen sich nur schwer einer Vergleichsgruppe zuordnen. Dazu gehört der FVB-Deutscher-Aktienfonds-BWI, der bei der Jahresendabrechnung 2007 den Spitzenplatz der 350 Fonds umfassenden Vergleichsgruppe belegt. Die Jahresendsieger 2007 punkten mit defensiven Werten und Optionsstrategien.

Bilanz 2007: Europäische Aktienfonds für Standardwerte. Grafik: Handelsblatt

Bilanz 2007: Europäische Aktienfonds für Standardwerte. Grafik: Handelsblatt

HAMBURG. Der bei der BW Invest aufgelegte und von der Frankfurter Volksbank beratene Fonds investiert keineswegs nur in Deutschland, sondern hält bis zu 30 Prozent des Portfolios in europäischen Aktien. Aus Sicht der Bad Homburger Analyseagentur Feri Rating & Research gehört er damit schon zu den Europafonds und nicht zur Deutschlandgruppe. Denn Deutschlandfonds müssen laut von Feri zu mindestens 90 Prozent in deutsche Werte investiert sein.

Fondsberater Harald Fink ist es recht: "Die meisten der von uns gehaltenen deutschen Unternehmen sind ohnehin in Europa tätig", erläutert er. Angesichts der guten Entwicklung der Frankfurter Börse war der Fonds gegenüber anderen Europaprodukten klar im Vorteil, wie die Jahresendabrechnung 2007 zeigt: Mit einem Zuwachs von 15,85 Prozent belegt er den Spitzenplatz der 350 Fonds umfassenden Vergleichsgruppe (Tabelle).

Fink bedient sich aus einem eng eingegrenzten Anlageuniversum von etwa 80 Aktien. "Für uns kommen ausschließlich im Dax und im Stoxx 50 gelistete Unternehmen infrage", so der Fondsberater. In den vergangenen Monaten hat er das Portfolio defensiver ausgerichtet und setzt unter anderem verstärkt auf Pharmaunternehmen. Damit will er mögliche Kursrückgänge im Zuge einer schwächeren US-Konjunktur abfedern. "Wir glauben nicht daran, dass sich die Weltwirtschaft von dieser Entwicklung abkoppeln kann und sehen deshalb ein schwierigeres Marktumfeld für die exportabhängigen deutschen Unternehmen", sagt Fink.

Auch Robert Beer beurteilt die Aussichten in Deutschland vorsichtig. Anders als Fink kann er mit dem Lux Topic Aktien Europa besser auf andere europäische Märkte ausweichen, die im Portfolio derzeit mit rund 75 Prozent gewichtet sind. Das zweitbeste Ergebnis der Vergleichsgruppe führt der Geschäftsführer der Robert im oberpfälzischen Weiden vor allem auf seine Absicherungsstrategie zurück: "In den schwierigen Marktphasen im Februar und August haben wir die Absicherungsquote über Optionsstrategien jeweils rechtzeitig auf rund 50 Prozent erhöht", erläutert der Berater des von der Dr. Jens Erhardt Kapital AG aufgelegten Fonds. Seine Anlageentscheidungen trifft Beer anhand eines Trendfolgemodells, das ihm auch die Signale für die Absicherungsquoten liefert. "In stetigen Aufwärtsphasen liegt die Quote im Schnitt bei 25 Prozent, brechen die Kurse dagegen um beispielsweise zehn Prozent ein, erhöht sich die Quote auf 50 bis 60 Prozent", sagt er.

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