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04.02.2008

08:36 Uhr

Jahresergebnis

China-Fonds setzen auf die Binnenwirtschaft

VonClaudia Lindenberg (Das Investment)

Laura Luo kann mehr als zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken: Die Managerin des Schroder ISF China Opportunities erzielte das mit Abstand beste Jahresergebnis der 36 wichtigsten Vergleichsgruppen, die von Feri Rating & Research analysiert werden. Dabei investieren die Spitzenreiter erfolgreich mit index-unabhängigen Strategien.

HAMBURG. In der Kategorie "Aktien Hongkong/China" schaffte sie es zudem als einzige, einen Wertzuwachs von über 60 Prozent zu erwirtschaften. "Gegenüber dem Vergleichsindex MSCI China waren wir in A- und B-Aktien aus Festland-China deutlich übergewichtet, auf Branchenebene gehörte vor allem die hohe Gewichtung von sehr gut gelaufenen Versicherungstiteln zu den Erfolgsfaktoren", kommentiert Luo. Bei der Titelauswahl achtet sie vor allem auf die Unternehmenskennziffern Kapitalrendite und durchschnittliche Kapitalkosten: "Aus diesen Daten lässt sich sehr gut der langfristige Trend eines Unternehmens ableiten."

Fündig wird Luo vorwiegend im Finanzsektor, in dem sie gut ein Viertel des Portfolios hält. Auch die Energiebranche zählt mit einen Anteil von 21 Prozent zu ihren Favoriten, allen voran der Öl- und Gaskonzern Petro China. Die drittgrößte Branchenposition im Fonds stellen Telekommunikationswerte, die Luo mit zwölf Prozent und damit gut zehn Prozentpunkte gegenüber dem Vergleichsindex MSCI China untergewichtet.

Jiang Yiqian ist mit dem DWS Invest Chinese Equities in ähnlicher Größenordnung in diesem Sektor investiert, ebenso im Finanzbereich. Weniger stark setzt sie dagegen auf Energietitel, die einen Anteil von elf Prozent am Portfolio haben. Das gute Ergebnis von 58,46 Prozent, das ihrem Fonds den zweiten Platz in der Jahresauswertung bescherte, führt die DWS-Managerin unter anderem auf geschicktes Timing im Finanzsektor zurück. "Als Bankaktien im Januar und Februar stark korrigierten, waren wir in diesen Titeln deutlich untergewichtet", erklärt sie.

Wie Konkurrentin Luo setzt auch Yiquan auf Abweichungen von ihrem Vergleichsindex MSCI China 10/40: "17 der 44 von uns gehaltenen Aktien sind überhaupt nicht in diesem Index gelistet", sagt sie und nennt als Beispiel die Gewichtung der Energietitel, die nur halb so hoch wie im Index sei.

Für die nächsten Monate sind beide Fondsmanagerinnen wegen der trüben Aussichten für die US-Wirtschaft nur verhalten optimistisch. "Wir rechnen mindestens im ersten Quartal mit stärkeren Schwankungen, unter anderem wegen der Gefahr von Gewinnmitnahmen", sagt Luo. Sie setzt mit ihrem Fonds ebenso wie Yiqian verstärkt auf Unternehmen, die vor allem von der Binnennachfrage und weniger von Exporten abhängen. Diese Unternehmen - etwa aus dem Konsumsektor - böten noch Potenzial.

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