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16.03.2011

13:44 Uhr

Japan-Anlagen

DWS wappnet sich für nukleare Katastrophe

VonIngo Narat, Anke Rezmer

Konservative Fonds gehen derzeit sehr vorsichtig mit japanischen Aktien um. Anders die Konkurrenz: Hier hofft man noch, dass die ganz große Katastrophe ausbleibt. Ruhe bewahren lautet die Devise auch an den Börsen.

Fondsanleger beobachten die Entwicklungen in Japan sehr aufmerksam. Doch nicht alle Fonds ändern ihre Strategie. Quelle: dpa

Fondsanleger beobachten die Entwicklungen in Japan sehr aufmerksam. Doch nicht alle Fonds ändern ihre Strategie.

Frankfurt Vielleicht erkennt das Deutsche-Bank-Fondshaus DWS als erstes die großen Gefahren am japanischen Aktienmarkt. Jedenfalls hat die zuständige Managerin Lilian Haag im Fonds „Japan Opportunities“ zehn Prozent der Japan-Aktien verkauft und damit die Bargeldquote erhöht. Sie treibt die Angst um, Anleger könnten ihre Fondsanteile zurückgeben. Für diesen Fall will sie gewappnet sein. Berufsoptimismus kann man ihr also nicht vorwerfen. Ohnehin operiert die DWS sehr vorsichtig. „Die meisten Fonds sind aktuell konservativer positioniert und halten eine ordentliche Cash-Position“, heißt es im Haus.

Damit steht die DWS allein auf weiter Flur. Die Konkurrenten weichen bisher von ihrem Optimismus nicht ab – auch wenn sie teilweise ihre Cashquoten erhöht haben. Sie sehen an den Märkten nur eine Korrektur in einem intakten Aufwärtstrend. Das sagt eine große Mehrheit. Ob es reiner Berufsoptimismus ist, den man der Branche so oft vorwirft, dass muss sich zeigen.

Sparkassentochter Deka wertet den Kurssturz als Übertreibung

Stramm auf Optimistenkurs ist beispielsweise die Sparkassengesellschaft Deka. Für Victor Moftakhar, Chef-Anlagestratege der Sparkassen-Fondstochter Deka, überwiegen die Chancen. „Bislang sehen wir die Situation in Japan als lokal begrenzt an“, sagt er. Der Vorfall in Japan habe eine ohnehin erwartete Korrektur an den internationalen Aktienmärkten beschleunigt, sagt er. „Wir waren bereits in den vergangenen Wochen vorsichtiger aufgestellt und suchen nun tendenziell nach Kaufgelegenheiten“, sagt Moftakhar. Auch wenn das Ausmaß der Katastrophe vor allem für Japan schwer abschätzbar sei, beinhalten die Aktienkurse seiner Meinung nach bereits heute die Folgen einer begrenzten radioaktiven Verseuchung. Trotz aller Unwägbarkeiten sieht das für ihn nach Übertreibung aus. Die Deka-Fondsmanager schauen sich daher japanische Titel an.

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