Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.11.2015

12:14 Uhr

Japanischer GPIF

Kursabschwung kostet Pensionsfonds 64 Milliarden Euro

Der japanische GPIF gilt als größter Pensionsfonds der Welt. Das zurückliegende Quartal hat ihm schwer zugesetzt – ein stärkeres Engagement bei Aktien hat mit dazu beigetragen.

Der Pensionsfonds des Landes hat ein Ergebnis hingelegt, das eine Enttäuschung ist. Reuters

Japanische Eisläuferin

Der Pensionsfonds des Landes hat ein Ergebnis hingelegt, das eine Enttäuschung ist.

TokioDer weltgrößte Pensionsfonds hat seinen größten Quartalsverlust seit mindestens 2008 vorgelegt. Der Kurseinbruch an den Aktienmärkten im August und September ließ die Investments des japanischen Government Pension Investment Fund (GPIF) um umgerechnet 60 Milliarden Euro abschmelzen.

Der Pensionsfonds mit einem Anlagevolumen von 135,1 Billionen Yen (eine Billion Euro) kam im letzten Quartal auf einen Anlageverlust von 5,6 Prozent, als sich das Anlagevolumen um 7,9 Billionen Yen (61 Milliarden Euro) verringerte, wie aus Unterlagen hervorging, die am Montag in Tokio veröffentlicht wurden.

Das ist auf der Grundlage vergleichbarer Daten, die im April 2008 beginnen, der bislang höchste Verlust. GPIF verlor acht Billionen Yen mit japanischen und ausländischen Aktien und 241 Milliarden Yen mit ausländischen Anleihen. Das Engagement in japanischen Anleihen brachte hingegen 302 Milliarden Yen ein.

Die größten Verwalter privater Vermögen

Der Markt für Vermögensverwalter

Der Markt für Verwalter privater Vermögen hat ein Volumen von 20,6 Billionen Dollar.
Die zehn größten Vermögensverwalter beherrschen davon 47 Prozent. Allein die UBS kommt auf einen Marktanteil von 9,9 Prozent.

In diesem Ranking nicht berücksichtigt: Vermögensverwalter, die sich nicht auf vermögende Privatkunden fokussieren, wie Blackrock.

Quelle: Scorpio Partnership

Die dynamischsten Vermögensverwalter

Das schnellste Wachstum unter den Vermögensverwaltern legte die BMO Financial Group aus Kanada hin. Durch Übernahmen wuchs das verwaltete Vermögen um 80 Prozent auf 326,4 Milliarden Dollar.

Unter den Top 10 Vermögensverwaltern wuchs JPMorgan Chase & Co. am schnellsten. Die Amerikanier steigerten das verwaltete Vermögen um 19 Prozent auf 428 Milliarden Euro.

Platz 10

Goldman Sachs, USA
Verwaltetes Vermögen: 363 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 10 Prozent

Platz 9

HSBC, Großbritannien
Verwaltetes Vermögen: 365 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 4,5 Prozent

Platz 8

BNP Paribas, Frankreich
Verwaltetes Vermögen: 371 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 6,2 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 6,3 Prozent

Platz 7

J.P.Morgan Chase & Co., USA
Verwaltetes Vermögen: 428 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 18,6 Prozent

Platz 6

Citi Bank, USA
Verwaltetes Vermögen: 551 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr: Keine Angaben, da die Bank ihre Berechnungsgrundlagen geändert hat.

Platz 5

Royal Bank of Canada, Kanada
Verwaltetes Vermögen: 704 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 4,6 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 13,8 Prozent

Platz 4

Credit Suisse, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 884 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 0,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 10,6 Prozent

Platz 3

Bank of America Merill Lynch
Verwaltetes Vermögen: 1,98 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,3 Prozent

Platz 2

Morgan Stanley, USA
Verwaltetes Vermögen: 2,03 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,1 Prozent

Platz 1

UBS, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 2,04 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 3,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 15 Prozent

Quelle: Scorpio Partnership

Der Verlust war der erste, seit GPIF im letzten Oktober seine Allokation auf Aktien verdoppelte und die Anleihen reduzierte. Und er beleuchtet das Risiko scharfer kurzfristiger Verluste, die mit dem aggressiveren Anlagestil des Pensionsfonds einhergehen. Die Manager des Fonds hatten argumentiert, dass höhere Aktienpositionen und Auslandsinvestments ein besserer Ansatz seien, da Ministerpräsident Shinzo Abe bestrebt sei, die Inflation anzukurbeln, was den Wert von Anleihen verringern würde.

Zum 30. September hielt GPIF 39 Prozent seiner Anlage in japanischen Anleihen und 21 Prozent in Inlandsaktien. Drei Monate zuvor waren es 38 Prozent beziehungsweise 23 Prozent. Die Auslandsaktien kamen Ende September auf 22 Prozent und die Auslandsanleihen auf 14 Prozent. Ein Großteil der Gelder ist passiv investiert, das heißt es werden Indizes abgebildet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×