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22.01.2010

14:21 Uhr

Jens Ehrhardt im Interview

„Habe die Aktienquote deutlich reduziert“

VonJens Hagen

Vermögensberater Jens Ehrhardt ist lange Jahre im Geschäft und Leitfigur vieler Geldanleger. Im Interview verrät der Anlageprofi, warum die Aktienmärkte zu weit gelaufen sind, welche Anlageklassen jetzt noch Sinn machen und warum sich der Kauf einer Immobilie lohnen kann.

Jens Ehrhardt ist Vermögensverwalter und Vorstand der DJE Kapital. DJE Kapital

Jens Ehrhardt ist Vermögensverwalter und Vorstand der DJE Kapital.

Herr Ehrhardt, man sagt, Sie hätten die Aktienquote in Ihren Fonds deutlich gesenkt. Ist das korrekt?

Das ist richtig. Man sollte nicht zu stark in Aktien investiert sein, wenn man der Ansicht ist, dass der Kursanstieg der vergangenen Monate ungesund ist.

Um wie viel haben Sie gesenkt?

Im Januar habe ich die Aktienquote im Schnitt um 20 bis 30 Prozent reduziert. Insgesamt liegt sie nur noch bei 50 Prozent.

Was war der Grund für ihre Entscheidung?

Die Aktienmärkte sind zu weit vorausgelaufen. Einen möglichen Anstieg der Weltkonjunktur haben sie bereits vorweggenommen. Ich bin aber der Ansicht, dass es nach den Stützungen durch die Staaten in diesem Jahr zumindest in den Industrieländern keinen selbsttragenden Aufschwung geben wird. Dazu ist die Kreditnachfrage bei den Unternehmen zu niedrig.

Sie gelten als besonders vorsichtig. Sind Sie nicht zu früh ausgestiegen? Weltweit gibt es aktuell eine enorme Liquidität.

Stimmt, im Zweifel reize ich die Höchststände eher nicht aus, um Gewinne abzusichern. Ich bin aber der Ansicht, dass die Zeit unbegrenzter Liquidität bald vorbei ist. Fonds sind bereits voll in Aktien investiert, bei US-Fonds hat sich etwa die Cash-Quote seit vergangenem Jahr von sechs auf jetzt gut drei Prozent gesenkt. Aus den USA erwarte ich kein großes Konjunkturprogramm mehr. Nach der Zeit der Liquidität müsste sich der Aufschwung jetzt selber tragen. Und da bin ich skeptisch. Meine Devise für dieses Jahr lautet: Gewinne sichern, Verluste vermeiden.

In welchen Klassen sollten Anleger ihr Geld jetzt anlegen?

Das ist in der Tat ein Problem. Die Zinsen sind im Keller, Gold auf neuen Höchstständen und Aktien ebenfalls gut gelaufen. Ich bin verstärkt in Unternehmensanleihen gegangen, etwa in die von Fresenius. Da sollten Anleger auf mittlere Laufzeiten und hohe Sicherheit achten. Ich würde maximal eine Quote von 50 Prozent Aktien und mindestens 20 Prozent Anleihen und 10 Prozent Gold empfehlen. Außerdem sollten Anleger eine Cash-Quote nicht vernachlässigen.

Kommentare (7)

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Jonas

22.01.2010, 15:58 Uhr

Es gibt keine immobilienblase in Deutschland ?
Der Herr sollte eure Zeitschrift lesen:
http://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-wo-die-preise-fuer-eigentumswohnungen-purzeln;2501055;4#bgStart

Das Problam in Deutschland ist das Wegbrechen des Mittelstandes. Es gibt nur noch Superreiche die Millionärshütten wollen, und Hartz4-Empfänger. Dadurch gibt es keinen Markt für die immobilien mittleren Wertes mehr, und deren Preise brechen auf Sozialhilfeniveau weg, weil es so viele Millionäre nun auch nicht gibt, die sich um die kleinen Schlösschen prügeln.

Und Wohnimmobilien in China? Der Mann war wohl nicht nicht da. Die blase ist gigantisch. Eine Wohnung im Hochhaus, damals für US$2500 vermietet, sucht heute verzweifelt Kunden für US$1000.

Denkerist

22.01.2010, 16:11 Uhr

Abgesehen von den bereits angesprochenen immobilien ein selten guter Artikel.
Und, der Erfolg seiner Fonds in Zeiten der Krise gibt ihm Recht.

aruba

22.01.2010, 18:58 Uhr

Guten Tag,.....ehe wir in China investieren, lasse ich mich pfaehlen. Der gute Mann hat denn doch sehr romantische Vorstellungen von den Schlitzaugen. besten Dank

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