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15.11.2011

13:13 Uhr

John Paulson

Star-Investor verscherbelt Gold

John Paulson galt als großer Freund von Gold-Investments. Jetzt hat Star-Investor allerdings in großem Stil Anteile an einem Goldfonds verkauft. Experten rätseln über die Gründe.

John Paulson war einst der Mega-Star der Hedge-Fonds-Branche. dpa

John Paulson war einst der Mega-Star der Hedge-Fonds-Branche.

London/FrankfurtHedgefondsmanager John Paulson hat sich in großem Stil von börsennotierten Indexfonds auf den Goldpreis getrennt. Zwischen Ende Juni und Ende September verkaufte er etwa ein Drittel seiner Anteile am weltweit größten Gold-ETF, dem SPDR Gold Shares, wie am späten Montagabend veröffentlichte Zahlen der US-Finanzaufsichtsbehörde SEC zeigen. In den USA sind institutionelle Investoren dazu verpflichtet, ihre Transaktionen quartalsweise an die SEC zu melden. Diese Dokumente bieten den besten Einblick in die Spekulationen von Hedgefonds.

Den Daten zufolge hielt Paulson Ende September 20,3 Millionen Anteile am SPDR Gold Shares. Ende Juni waren es noch 31,5 Millionen gewesen. Der Verkauf hatte - gemessen am aktuellen Marktwert - einen Umfang von 1,94 Milliarden Dollar.

Die größten Hedge-Fonds der Welt

Man Group

Man Group

Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 69,0 Milliarden US-Dollar

Durch die Übernahme des Konkurrenten GLG Partner zum weltgrößten börsennotierten Hedge-Fonds mutiert, musste das Unternehmen zuletzt hohe Mittelabflüsse hinnehmen. So zogen Anleger im vierten Quartal 2010 der Gesellschaft netto eine Milliarde US-Dollar (743 Millionen Euro) ab. Man Group-Chef Manny Roman geht für die Zukunft von weiteren Konzentrationen innerhalb der Branche aus.

Bridgewater Associates

Bridgewater Associates

Sitz in Westport, USA. Verwaltetes Vermögen: 62,0 Milliarden US-Dollar.

Zuletzt durch Gründer und Chef Ray Dalio in den Medien. Er kündigte an, sich der philanthropischen Kampagne der Milliardäre Bill Gates und Warren Buffet anzuschließen und einen Großteil seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

JPMorgan Asset Management

JPMorgan Asset Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 45,5 Milliarden US-Dollar

Teil des globalen Finanzdienstleistungskonzerns JPMorgan Chase & Co. mit einer 130jährigen Tradition in der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Investoren.

Paulson & Co

Paulson & Co

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 30 Milliarden US-Dollar

Amerikanischen Medien (Wall Street Journal) zufolge verdiente Gründer und Präsident John Paulson im Jahr 2010 fünf Milliarden US-Dollar und konnte sich damit selbst den dicksten Gehaltsscheck der Geschichte überreichen. Nach Daten der amerikanischen Finanzaufsicht SEC zählt neben Gold ein Aktienpaket an der amerikanischen Bank Citigroup zu den größten Positionen Paulsons. Zudem stehen die Bereiche Energie und Gesundheit in seinem Fokus. Doch der

Brevan Howard Asset Management

Brevan Howard Asset Management

Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 32,3 Milliarden US-Dollar

Sorgte ähnlich wie BlueCrest Capital Management mit dem Umzug in die Schweiz für Aufsehen. Seit Sommer 2010 verwalten nun Mitarbeiter in Genf einen Großteil der Investments. Als Grund wurden die Ungewissheit über die Besteuerung der Banker und die Marktregulierungen in Großbritannien angegeben.

Och-Ziff Capital Management

Och-Ziff Capital Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 28,7 Milliarden US-Dollar

Deutschen Anleger könnte der Name durch dessen frühere Beteiligung am Windkraftanlagenbauer Nordex ein Begriff sein.

Soros Fund Management

Soros Fund Management 

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 27,0 Milliarden US-Dollar

Der Quantum Fund von George Soros brachte seit seiner Gründung im Jahr 1973 bisher 35 Milliarden US-Dollar ein – nach Abzug sämtlicher Gebühren. Seine Anlagenstrategien basieren auf der Analyse von tatsächlichen oder vermeintlichen makroökonomischen Trends in verschiedenen Ländern. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, vom Druck auf Währungen zu profitieren. Dies kommt nicht von ungefähr: 1992 wette Soros gegen die Bank of England auf eine Abwertung des englischen Pfunds und verdiente damit mehr als eine Milliarde Dollar.

BlackRock

BlackRock

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 26,6 Milliarden US-Dollar

Durch den Kauf der Vermögensverwaltung der britischen Barclays Bank zum größten Aktionär Deutschlands aufgestiegen. In der Finanzwelt ist die Gesellschaft für ihr einzigartiges Risikomanagement bekannt. Über 5.000 vernetzte Computer spielen rund um die Uhr alle erdenklichen Szenarien eines Geschäfts durch.

Highbridge Capital Management

Highbridge Capital Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 25,0 Milliarden US-Dollar.

Tochter von JPMorgan. War zeitweise an der deutschen Immobiliengesellschaft Gagfah beteiligt.

BlueCrest Capital Management

BlueCrest Capital Management

Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 24,5 Milliarden US-Dollar

 Konkurrent Man Group verkaufte Ende März seinen Anteil von 25,5 Prozent wieder zurück an Bluecrest. Zudem sorgte die Firma ähnlich wie Brevan Howard Asset Management mit dem Umzug in die Schweiz für Aufsehen. Seit Sommer 2010 verwalten nun Mitarbeiter in Genf einen Großteil der Investments. Als Grund wurden die Ungewissheit über die Besteuerung der Banker und die Marktregulierungen in Großbritannien angegeben.

Baupost Group

Baupost Group

Sitz in Boston. Verwaltetes Vermögen: 24 Milliarden US-Dollar

Gründer und Präsident ist Seth Klarman. Die Gesellschaft verwaltet das Geld für vermögende Familien und Einzelpersonen in liquiden Kapitalanlagen.

Cerberus Capital Management

Cerberus Capital Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 24 Milliarden US-Dollar

Beteiligt sich an Unternehmen und veräußert sie nach Umstrukturierung weiter. In Deutschland ist die Gesellschaft durch den Kauf von Handelsimmobilien in Erscheinung getreten. Zuletzt mit dem Kauf von Großmärkten die an die Metro vermietet werden.

Angelo Gordon & Co

Angelo Gordon & Co.

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 23,5 Milliarden US-Dollar

1988 von den beiden ehemaligen LF Rothschild-Bankern John Angelo und Michael Gordon gegründet. Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Immobilien und Distressed Securities. Bei letzteren handelt es sich um Wertpapiere von Emittenten, die sich in einer wirtschaftlichen Notlage befinden, aufgrund dessen Zahlungsausfälle drohen oder bereits eingetreten sind. Dies kann ein in die Krise geratenes Schwellenland sein, meist handelt es sich aber um ein finanziell angeschlagenes Unternehmen.

Farallon Capital Management

Farallon Capital Management

Sitz in San Francisco. Verwaltetes Vermögen: 21,5 Milliarden US-Dollar

Von Thomas Steyer im Jahr 1986 gegründet, verwaltet die Gesellschaft in erster Linie Geld für College-Stiftungen, Stiftungen und vermögende Privatpersonen. Seine Firma benannte Steyer nach den Farallon-Inseln, einer Gruppe vulkanischer Inseln und Felsen vor der Küste San Franciscos.

Winton Capital Management

Winton Capital Management

Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 20 Milliarden US-Dollar

Der Neueinsteiger in den Top20. Gegründet 1987 vom britischen Mathematiker und Unternehmer David Winton Harding. Seit 1997 besitzt Goldman Sachs 10 Prozent an der Gesellschaft. Auf ihrer Homepage weist das Unternehmen auf seine Forschung rund um die Themen Finanzmathematik, statistische Analyse historischer Marktdaten und die Entwicklung von Handelssystemen unter Verwendung von mathematischen Algorithmen hin.

King Street Capital Management

King Street Capital Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 19,9 Milliarden US-Dollar

Gegründet 1995 von Brian J. Higgins, and Francis Biondi Jr.

Die Investitionen der Firma umfassen Public Equity- und Anleihe-Märkte weltweit mit dem Schwerpunkt auf notleidende Unternehmen, Aktien, Anleihen, Devisen, Optionsscheine und Optionen.

Goldman Sachs Asset Management

Goldman Sachs Asset Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 19,8 Milliarden US-Dollar

Gegründet 1988. Offen für private und institutionelle Investoren. Neben der Beratung von  Universitäten, Wohlfahrtsverbänden und Stiftungen unterstützt der Hedge-Fonds-Arm von Goldman auch Konzerne bei der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen.

Canyon Partners

Canyon Partners

Sitz in Los Angeles. Verwaltetes Vermögen: 19 Milliarden US-Dollar

Die 1990 gegründete Gesellschaft kümmert sich um vermögende Privatkunden und institutionelle Anleger weltweit. Das Unternehmen bezeichnet seinen Ansatz selbst als risikoscheu und ereignisgesteuert und investiert in alle wesentlichen Asset-Klassen, inklusive unter anderem Bankschulden, Distressed Securities und verbriefte Forderungen.

Renaissance Tec.

Renaisssance Tec.

Sitz in East Setauket, USA. Verwaltetes Vermögen: 17,1 Milliarden US-Dollar

1982 vom Mathematiker James Harris Simons gegründet.

Seine für Kunden und die derzeit etwa 275 Mitarbeiter angepeilte überdurchschnittliche Rendite erzielt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge durch das Festhalten an mathematischen und statistischen Methoden. Simons selbst tritt wie andere Milliardäre in den USA mehr und mehr durch seine großzügigen Spenden an Forschungseinrichtungen in Erscheinung.

Elliott Management

Elliott Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 17,1 Milliarden US-Dollar

Chef Paul Singer gründete 1977 die Gesellschaft Elliott Associates. Der Hedge-Fonds war zuletzt mit einer Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in den Medien. Dabei ging es um die Auszahlung von argentinischen Staatsanleihen, die aufgrund des Staatsbankrotts im Jahr 2001 weitgehend ausgefallen seien.

Um in Gold zu investieren, hatten Wall-Street-Größen wie Paulson in den vergangenen Jahren vor allem auf börsennotierte Indexfonds zurückgegriffen, die Barren in ihren Portfolios hielten. Paulson, der als treuer Gold-Anleger bekannt ist, hatte in der ersten Jahreshälfte an seinen Gold-Investments festgehalten. Andere Star-Hedgefondsmanager wie George Soros hatten sich bereits damals von Gold-ETFs getrennt.

Experten rätseln darüber, warum sich nun auch Paulson davon verabschiedet hat. „Wir bezweifeln, dass Paulsons Gold-Fieber zu Ende ist“, kommentierte die neuseeländische ANZ Bank den Verkauf. Möglicherweise habe der Hedgefondsmanager aus dem ETF in Goldbarren umgeschichtet, um die Gebühren des Fonds zu sparen. Oder er habe Cash benötigt, um Anleger auszahlen zu können, die sich nach starken Wertverlusten aus seinem eigenen Fonds zurückgezogen haben.

Meilensteine des Goldpreises

Kupferzeit

Die Goldgewinnung beginnt.

Um 4000 vor Christus

Rund 6.000 Jahre alt sind Funde aus Ägypten, die eine Bearbeitung des Edelmetalls belegen. Im Land der Pharaonen entsteht die erste große Goldkultur. Ein Großteil der Techniken, die zur Verarbeitung des Goldes notwendig sind, wird im antiken Ägypten entwickelt.

Gold gilt den Ägyptern als „Sonnenmetall“. Sowohl die Sonne als auch das Gold werden mit derselben Hieroglyphe bezeichnet. Ursprünglich kommt das Gold der alten Ägypter aus dem Nil, an dessen Ufern es in Form von Waschgold gewonnen wird. Später betreibt man in Nubien, Ägyptens Goldland, Bergbau, um an das kostbare Metall zu kommen.

600 bis 1200

Nach dem Ende der Spätantike um 600 bleibt der Solidus im Oströmischen Reich die wichtigste Währung. Sie ist bis zum beginnenden 12. Jahrhundert die Leitwährung in Europa, Nordafrika und Vorderasien. Gründe dafür sind der hohe Goldgehalt und die daraus folgende Stabilität der Goldwährung. Mit dem Niedergang von Byzanz verfällt auch dessen Währung.

Die Goldzirkulation im Rahmen der staatlichen Institutionen nimmt im frühen Mittelalter ab. Andererseits entwickelt sich das Geld in zunehmendem Maße zu einem Tauschmittel, welches dem Handels- und Marktgeschehen dient. Die ursprüngliche Goldwährung verliert als Zahlungsmittel an Bedeutung und wird nur noch als eine Art Wertspeicher gehortet. Die meisten Wohlhabenden wechseln zur Silberwährung, da Gold seltener und teurer ist als Silber. Silber weist lediglich den reinen Rechenbezug zum Gold auf.

15. und 16. Jhr.

Portugals Entdeckungsfahrten und die nachfolgende Kolonialisierung bringen afrikanisches Gold nach Europa. Jedoch gelingt es Portugal nicht, Goldvorkommen unter seine Kontrolle zu bringen. Die eingeführten Goldvorräte von von etwa 700 Kilogramm im Jahr kommen durch Tauschhandel zustande.

Funde belegen, dass in Westafrika seit mindestens 2.000 Jahren Gold gewonnen wird. Neben dem Königreich Mail (Gebiet im nordöstlichen Guinea) verfügt das Ashanti-Reich auf dem Territorium des heutigen Ghana, das vom Ende des 17. bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert besteht, über reiche Goldvorkommen. Die 1897 gegründete Ashanti Goldfields Corporation ist unter dem Namen AngloGoldAshanti noch heute einer der größten Goldproduzenten der Welt.

Goldrausch im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert steht im Zeichen des Goldes. Der Goldrausch beginnt in den 1820er Jahren in Russland, wo im Uralgebirge und später auch in Sibirien Goldvorkommen entdeckt werden. Im Januar 1848 findet man im kalifornischen Sacramento Valley Gold. Viele Menschen aus aller Herren Länder kommen in die Region, um ihr Glück zu versuchen. Weiter geht es 1851 mit der Entdeckung von Goldlagerstätten in Australien, wo in verschiedenen Gebieten in den folgenden Jahrzehnten weitere Lager erschlossen werden. Im März 1886 stößt man im südafrikanischen Transvaal, am so genannten Witwatersrand, auf die ergiebigste Goldlagerstätte der Welt. Der letzte Goldrausch des Jahrhunderts spielt sich in Alaska ab, wo im August 1896 am Mündungsgebiet des Klondike River in den Yukon River Gold gefunden wurde. Die reichen Vorkommen, die den Goldrausch ausgelöst haben, gewinnen erhebliche Bedeutung für die Wirtschaftskraft des jeweiligen Landes.

1944-1971

In den Jahren 1944 bis 1971 ist der US-Dollar an Gold gebunden. Jedes Land, das dem so genannten Bretton Woods System beitritt, hat das Recht, Dollar-Reserven zu einem fixen Preis von 35 USD je Unze in Gold umzutauschen. Vorrangige Ziele der Konferenz in Bretton Woods, New Hampshire, sind die Wiederherstellung der Wirtschaftsmacht Europa und die Belebung und Vereinfachung des Welthandels. Zu diesem Zweck sollen die Wechselkurse zwischen den Währungen stabilisiert werden. Trotz wirtschaftlicher Erfolge treten in der Folge die Mängel der Währungsordnung immer deutlicher zutage. Das Fehlen von Mechanismen der Zahlungsbilanzanpassung und die Vormachtstellung des US-Dollars lassen das System bröckeln...

1971

Im August 1971 beendet US-Präsident Richard Nixon eine Ära: Er hebt die Bindung des US-Dollars an Gold auf und beendet das in Bretton Woods festgezurrte Weltwährungssystem.

März 1973

Im März 1973 werden die Devisenbörsen in vielen Ländern Europas geschlossen, da das Bretton Woods System zusammenzubrechen droht. In der Folge wird das System offiziell außer Kraft gesetzt. Die Mehrzahl der großen Industrienationen geht zu einem System flexibler Wechselkurse über. Den Anfang machen die Schweiz und Großbritannien.

Januar 1980

Zu Beginn des Jahres 1980 steigt der Goldpreis erstmalig auf 850 US-Dollar (inflationsbereinigt 2.100 US-Dollar). Steigende Ölpreise und die damit verbundene hohe Inflation, der sowjetische Einmarsch in Afghanistan und die Revolution in Iran treiben Anleger weltweit in den "sicheren" Hafen Gold.

August 1999

In der Folge schaffen es die USA, die Inflation stark zu verringern. In einer langjährigen Phase des Aufschwungs sinkt der Goldpreis. Spekulationen über eine Reduzierung der Gold-Reserven der Notenbanken drücken ihn im August 1999 auf 251,70 US-Dollar.

Oktober 1999

Nur zwei Monate später einigen sich 15 europäische Zentralbanken auf eine Begrenzung der Gold-Verkäufe. Die Folge: Der Goldpreis steigt auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 338 US-Dollar.

Februar 2003

Seit Beginn der 2000er-Jahre steigt der Goldpreis stetig. Experten sind der Meinung, der Anstieg hängt mit der wachsenden Schuldenlast der USA und der Schwächung des US-Dollars gegenüber anderen Währungen zusammen. Der Einmarsch der US-Truppen in den Irak und die damit verbundene Angst vor einem Flächenbrand in der Region treibt Gold auf den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren: 388,50 Dollar.

2003 bis 2005

In den folgenden beiden Jahren nimmt der Goldpreis die Marken von 400 und 500 US-Dollar.

April bis Juni 2006

Der schwächelnde Dollar, steigende Ölpreise und der Atom-Konflikt mit Iran treiben Gold auf 730 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit 26 Jahren. Im Juni drücken Gewinnmitnahmen den Preis wieder auf 543 Dollar.

September 2008

Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers verändert die globale Finanzwelt - und beschert dem Goldpreis den größten Tagesgewinn der Geschichte: Am 17. September 2008 steigt Gold binnen 24 Stunden um 90 Dollar.

Februar 2009

Im Zuge der weltweiten Finanzkrise erreicht der Goldpreis ungeahnte Höhen. Im Februar 2009 schießt Gold über 1.000 US-Dollar. Drastische Kursverluste an den internationalen Aktienmärkten und die Gefahr einer weltweiten Rezession lassen Anleger in den sicheren Hafen flüchten.

Von Januar bis März 2009 verbuchen börsennotierte Gold-Fonds (ETFs) Rekord-Mittelzuflüsse. Die Goldbestände des weltgrößten Gold-Fonds, SDPR Gold, steigen um 45 Prozent auf 1127,44 Tonnen.

2010

Der Goldpreis steigt von Rekord zu Rekord. Vor allem die Angst vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise treibt das Edelmetall. Die Nachfrage der Anleger beschert Gold im Gesamtjahr ein sattes Plus von fast 30 Prozent. Ende des Jahres lässt das milliardenschwere Fed-Anleihenkaufprogramm den Goldpreis auf über 1.400 Dollar steigen.

Allzeithoch im September 2011

Im August beschleunigt sich die Rekordjagd des Goldpreises. Einbrechende Aktienkurse weltweit verstärken die Flucht in Sicherheit. Binnen weniger Wochen legt der Goldpreis kräftig zu und steigt bis auf 1912 Dollar. Ein Anstieg über 2.000 Dollar gilt für die meisten Experten als ausgemacht. Doch tatsächlich folgt erst einmal ein langer Kursrutsch.

Juni 2013

Die Spekulationen auf eine nachlassende Schwemme billigen Notenbank-Geldes aus den USA setzen den Edelmetallen zu. Der Preis für Gold fällt in Richtung 1200 Dollar je Feinunze. Es droht der größte Quartalsverlust seit dem Zusammenbruch des Währungssystems von Bretton Woods Anfang der 1970er Jahre.

Oktober 2013

Der Goldpreis läuft auf den ersten Jahresverlust in 13 Jahren zu. Seit Anfang dieses Jahres ist der Preis des Edelmetalls um 22 Prozent gesunken. Indessen prognostizieren Investmentbanken weitere Verluste: Einer Morgan Stanley-Studie zufolge sein Preis 2014 im Schnitt 1313 Dollar pro Unze betragen - und damit niedriger ausfallen als die Prognose von 1420 Dollar für 2013. Grund ist die Geldpolitik der Fed: Investoren fürchten, dass die Rücknahme der Bondkäufe durch die Notenbank „verschoben, aber nicht aufgehoben” sei, was wenig Aufwärtspotenzial für das Edelmetall verspreche.

Februar 2014

Der Goldpreis kann in den ersten zwei Monaten des Jahres 2014 wieder etwas an Boden gewinnen. Er steigt von Anfang Januar bis Ende Februar um zehn Prozent auf 1330 Dollar pro Feinunze. Vor allem die steigende Nachfrage nach börsengehandelten Gold-Indexfonds, die das Edelmetall physisch erwerben, führt zu dem Preisanstieg. Zudem notiert der Goldpreis wieder über der wichtigen 200-Tage-Linie. Für technisch orientierte Investoren gilt dies als wichtiges Signal für eine Trendwende.

Mai 2014

Als der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine Mitte März zu eskalieren droht, suchten Anleger wieder verstärkt den sicheren Hafen Gold. Am 14. März stieg der Preis für eine Feinunze Gold bis auf 1383 Dollar an. Seither ging es aber permanent abwärts. Ende Mai liegt der Preis für eine Feinunze Gold mit 1294 Dollar leicht unter seinem Stand Ende Februar. Hedgefonds haben in der Woche zum 13. Mai ihre Wetten auf steigende Goldpreise (Netto-Long-Positionen) um 8,3 Prozent auf 94.329 Kontrakte reduziert, wie Zahlen der U.S. Commodity Futures Trading Commission zeigen. Short-Positionen legten dagegen um zehn Prozent auf 31.283 zu und markierten damit den höchsten Stand seit Februar.

Juli 2015

Anfang 2015 stieg der Goldpreis wieder auf 1.300 Dollar. Doch die Wirtschaft in den USA läuft rund und die Wachstumszahlen für 2015 sind erfreulich. Anleger gehen deshalb von einer baldigen Zinserhöhung der US-Notenbank Fed aus. Das würde den Dollar stärken und den Goldpreis belasten. Dementsprechend geht der Goldpreis seit Monaten auf Talfahrt und notierte am 22. Juli erstmals seit 2010 unter 1.100 Dollar.

Gold hat allerdings seit Ausbruch der europäischen Schuldenkrise einen rasanten Höhenflug hinter sich. So kostete eine Feinunze zu Jahresbeginn noch um die 1400 Dollar, aktuell sind es etwa 1762 Dollar. Das entspricht einem Wertzuwachs von 26 Prozent. Analysten zufolge hat der Goldpreis angesichts der Unsicherheit über die Zukunft der Euro-Zone auch auf längere Sicht weiteres Aufwärtspotenzial. Allerdings gebe es bei 1800 Dollar einen technischen Widerstand, der schwer zu durchbrechen sei.

Von

rtr

Kommentare (7)

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puenktli

15.11.2011, 14:35 Uhr

Erstens: Papiergold wird gegen reales Gold eingetauscht. Und zweitens: "technischer Widerstand" - der Witz des Jahres. Natürlich wird Gold von den Notenbanken heruntergedrückt wo es nur geht, um die Flucht aus den Währungen aufzuhalten. Es handelt sich - schlicht und ergreifend - um Betrug. Vermutlich weiss Paulson, dass das Ende des Papiergoldes naht und kauft physisch.

Walter_F

15.11.2011, 16:11 Uhr

Frei nach dem Motto "Er gab Papier und nahm Gold". Schließlich hat sich herum gesprochen, daß das physisch vorhandene Gold nur ein Fünftel der Goldzertfikate/ -fonds real abdecken kann. Man kann eben Edelmetalle nicht drucken..

Kritiker

15.11.2011, 17:14 Uhr

...und wenn er nicht Papier in reales getauscht hat, hat Paulsen alles genau richtig gemacht.

Denn billig kaufen - teuer verkaufen. Genauso realisiert man (seinen) Gewinn.

Hätte ich z.B. 2001 investiert - bei nem Kurs <500 USD - hätte ich mit Sicherheit spätestens jetzt mindestens nen Teilgewinn realisiert - so wie ich mich allerdings kenne hätte ich längst alles abgestossen. Wenn der Kurs wieder unten ist - kann man ja das Spiel wieder spielen - Barmittel hat man dann ja auch genug.

Ich wundere mich eh, wer bei dem aktuellen Goldkurs heute den Mut aufbringt in Gold zu gehen. Mutig - Optimissmus pur, wow! Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass auch "Papiergold" sich heute weit von den realen Goldvorkommen losgelöst hat -> "Goldblase"?

Was passiert, wenn jeder seinen Goldbarren haben möchte?

Ich hätte Gold mit Sicherheit nur in Form von Barren im Tresor, denn nur dann ist Gold eine Sicherheit - ein Goldzertifikat ist ein billiges Blatt Papier auf dem Gold steht - sonst nichts. Wenn es hart auf hart kommt - kann man die Wand damit tapezieren. Banker sind schon clever! Wer gewinnt? Die Bank!

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