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03.01.2007

15:04 Uhr

Jüngster Zwölf-Monats-Vergleich

Renten-Klassiker fallen auf hintere Plätze zurück

VonThomas Wilkens (Der Fonds)

Reiner Zufall oder eine Momentaufnahme mit Symbolcharakter? Den jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 242 überwiegend in Euro-Papiere investierenden Rentenfonds führen gleich fünf Produkte an, die seit weniger als drei Jahren auf dem Markt sind.

Die besten Euro-Rentenfonds: Performance der letzten 12 Monate.

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HAMBURG. Der Spitzenreiter Schroder ISF Strategic Credit ging sogar erst im September 2005 an den Start. Am hinteren Ende der von Feri erstellten Rangliste findet sich dagegen mit dem BW-Renta-Universal ein bereits 1973 aufgelegter Klassiker (Tabelle).

Ein Bild, von dem sich Thomas Portig nicht sonderlich überrascht zeigt. Der Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management in München sieht relativ junge Fonds im aktuellen Rentenumfeld klar im Vorteil. "In der Regel stehen den Managern neu aufgelegter Produkte wesentlich mehr Instrumente zur Fondssteuerung zur Verfügung, die sie auch aktiv nutzen", sagt Portig. Dies bleibe in den kommenden Monaten wichtig, denn 2007 werde wie bereits 2006 kein einfaches Renten-Jahr. Angesichts der zu erwartenden Zinserhöhungen in Europa seien weitere Kursverluste wahrscheinlich.

Für ein solches Szenario fühlt sich Lisa Coleman gut gerüstet. Der Schroder ISF Strategic Credit sei der erste Fonds der Gesellschaft, der von der größeren Flexibilität der neuen EU-Vorschriften (Ogaw-III-Richtlinie) profitiere, sagt die Schroders-Managerin. Das erlaube es ihr, in größerem Umfang als bisher Derivate zur Risikosteuerung einzusetzen und so die negativen Folgen von Zinserhöhungen abzufedern. Als weiteren Vorteil sieht Coleman, dass sie sich innerhalb ihres Anlageuniversums völlig frei bewegen darf. "Wir können in allen Rentenmärkten der Welt investieren und müssen uns an keinerlei Vergleichsindex orientieren", betont sie. Der Schwerpunkt liege bei Unternehmensanleihen und vergleichbaren Kreditforderungen, die derzeit rund 85 Prozent der Anlage ausmachten.

Gute Chancen sieht Coleman in den kommenden Monaten insbesondere bei Anleihen vergleichsweise niedriger Bonität (High Yields) sowie bei mit Hypotheken besicherten Anleihen.

In seinem Fonds strukturierte Produkte einzusetzen, davon hält Dietmar Zantke wenig. "Wir steuern das Risiko überwiegend über die Laufzeit der enthaltenen Papiere", sagt der Manager des BW-Renta-Universal. Die neuen Richtlinien braucht er nicht. Wie H.C.M. -Analyst Portig sieht aber auch Zantke für 2007 ein schwieriges Rentenjahr voraus. "Gemessen an der konjunkturellen Entwicklung sind die Zinsen speziell am langen Ende viel zu niedrig", sagt er. Anleihen mit einer Laufzeit von mehr als zehn Jahren meidet er deshalb komplett, die mittlere Kapitalbindungsdauer (Duration) seines Portfolios beträgt aktuell 4,4 Jahre.

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