Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.10.2011

12:53 Uhr

Krisenbilanz

Anleger hängen sich an den Rettungsanker

VonIngo Narat

Aktien waren verlustreich, Fonds zu renditeschwach: Bisher war 2011 aufgrund der Schuldenkrise für Investoren nicht ideal. Experten machen sich daher stark für Unternehmensanleihen und Dividendentitel.

Anleihen gelten oft als Sicherheitsanker. dapd

Anleihen gelten oft als Sicherheitsanker.

FrankfurtInvestoren haben bisher ein unerfreuliches Jahr erlebt. In den ersten neun Monaten bescherten Aktien wegen der Unsicherheiten durch die eskalierende Schuldenkrise Verluste. Nur Anleihen, Anlagen am Geldmarkt und Immobilien boten die Chance auf Kapitalerhalt. Doch die Fondsbilanz für die ersten drei Quartale belegt: Mehr als einige schmale Renditepunkte waren auch bei Bonds kaum drin. Produkte für Dollar-Anleihen spielten im Schnitt vier Prozent ein - das war schon das beste Ergebnis.

Neun-Monats-Bilanz: Welche Fonds noch positive Erträge liefern

Neun-Monats-Bilanz

Welche Fonds noch positive Erträge liefern

Investmentfonds leiden stark unter dem volatilen Markt. Nur wenige von ihnen haben auch diese Marktphase mit attraktiven Renditen überstanden. Für die meisten Fondsanleger ist 2011 aber ein rabenschwarzes Jahr.

Die Handelsblatt-Übersicht basiert auf einer Auswertung von Feri Eurorating für die in Deutschland zugelassenen Investmentfonds. In der Hitliste sind 36 Anlageschwerpunkte mit knapp 5000 Produkten ausgewählt. Die Rangfolge richtet sich nach der durchschnittlichen Wertveränderung aller Fonds für den jeweiligen Anlageschwerpunkt.

Zusätzlich weist die Tabelle die durchschnittliche Veränderung über einen Fünfjahreszeitraum sowie den ertragreichsten Fonds inklusive seines Managers für die ersten drei Quartale aus. Bei den Einzelfonds-Siegern setzten sich viele Indexprodukte durch.

Die Bilanz spiegelt die hohe Risikoscheu der Investoren wider. "Flucht in die Sicherheit ist das überragende Motiv", sagt Feri-Analyst André Härtel. Deshalb konnten sich Anleger mit vielen Anleihefonds aus Wertentwicklungssicht über die Nulllinie retten. "Anleihen werden immer noch als Rettungsanker gesehen", meint Härtel.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

Geldmarktfonds

Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

Mischfonds

Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Beim Blick nach vorn schauen die Anleger in dicken Nebel. Prognosen sind noch schwerer als schon in normalen Zeiten. Aktionen der Politiker und Notenbanken zur Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone und auch darüber hinaus sind praktisch unkalkulierbar - ebenso deren Folgen für die Kapitalmärkte. Dazu kommen die wachsenden Konjunktursorgen.
Den gewachsenen Druck spüren auch die Fondsverwalter. Sie suchen nach Auswegen aus dem Dilemma schwer zu prognostizierender Märkte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×