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20.01.2011

10:39 Uhr

Kündigungsfrist kommt

Das müssen Anleger bei Immobilienfonds jetzt beachten

VonFrank Matthias Drost, Reiner Reichel

Die schwarz-gelbe Koalition plant eine umfassende Reform offener Immobilienfonds. Künftig soll es Anlegern erlaubt sein, unabhängig von der Kündigungsfrist bis zu 30 000 Euro pro Halbjahr abzuziehen. Mit dieser und anderen Neuregelungen soll vermieden werden, dass die Rücknahme von Anteilsscheinen ausgesetzt wird. Die Fondsbranche atmet auf.

Die Reform lässt die Branche aufatmen. Quelle: ap

Die Reform lässt die Branche aufatmen.

BERLIN/DÜSSELDORF. Die schwarz-gelbe Koalition hat sich nach Informationen des Handelsblatts aus politischen Kreisen auf die Grundzüge einer Reform der offenen Immobilienfonds verständigt. Die Fondsanbieter haben Grund zur Freude, denn die Politik kommt der Branche in mehreren Punkten entgegen. Ein wesentlicher Aspekt: Private Investoren dürfen nun pro Halbjahr unabhängig von der Kündigungsfrist bis zu 30 000 Euro abziehen. Nach dem ursprünglichen Vorschlag der Regierung sollte die Entnahme für Privatanleger auf 5 000 Euro pro Monat begrenzt sein. Die Regelungen sind noch nicht von Bundesrat und Bundestag beschlossen.

Offene Immobilienfonds waren wegen der Finanzmarktkrise erheblich in die Bredouille geraten. Viele Fonds konnten ihr Versprechen nicht halten, Anteile täglich zurückzunehmen, und wurden eingefroren. Auch heute, mehr als zwei Jahre später, verweigern neun Immobilienfonds für Kleinanleger die Rücknahme von Anteilscheinen. Sie blockieren insgesamt 24 Milliarden Euro Anlegergeld. Drei Fonds werden abgewickelt. Ziel der Reform ist es, künftig zu vermeiden, dass die Rücknahme von Anteilsscheinen ausgesetzt wird.

Ab 2012 wird eine einjährige Kündigungsfrist eingeführt

Nach den Vorstellungen der Parlamentarier der Koalitionsfraktionen soll die Möglichkeit, die Einlage täglich zu kündigen, nur noch bis Ende 2012 gelten. Danach soll für alle Anleger eine einjährige Kündigungsfrist gelten, die vorgesehene Haltedauer von zwei Jahren soll nur Neuanleger betreffen. Auf die vom BMF geplanten Abschläge von zehn und fünf Prozent, die für das dritte und vierte Jahr gelten sollten, wird wohl verzichtet.

Mit der Möglichkeit, binnen sechs Monaten 30 000 Euro auf einmal abziehen zu können, entspricht die Politik einem Wunsch des Fondsverbandes BVI. "Das hilft Anlegern, die plötzlich Geld benötigen", sagte BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip dem Handelsblatt. Mit dem geplanten völligen Verzicht auf Rücknahmeabschläge geht die neue Gesetzesvorlage sogar über die jüngsten Forderungen der Branche hinaus. Die hatte dafür plädiert, die in früheren Entwürfen genannten, zeitlich gestaffelten Rücknahmeabschläge von zehn und fünf Prozent zu halbieren. "Das freut uns, denn Abschläge sind Privatpersonen nur schwer zu vermitteln", lobte Seip die Politiker.

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