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17.01.2007

12:53 Uhr

Kurspotenzial

Deutsche Nebenwerte locken Fondsmanager

VonC. Lindenberg (Der Fonds)

Noch im Frühjahr vergangenen Jahres standen deutsche Nebenwerte stark unter Druck. In nur sechs Wochen gab der Nebenwerte-Index MDax um rund 20 Prozent nach. Doch die Erholung folgte auf dem Fuße, und mit einem Plus von 28,63 Prozent fällt die Bilanz für 2006 ähnlich erfreulich aus wie in den drei weniger turbulenten Jahren davor.

Bilanz 2006: Deutsche Nebenwertfonds

Bilanz 2006: Deutsche Nebenwertfonds

HAMBURG. Ein noch besseres Ergebnis erzielte der Adiselekt. Der Fonds der Commerzbank-Tochter Cominvest legte 2006 um 35,92 Prozent zu und ist damit unter 16 Nebenwertefonds Jahressieger im Ranking von Feri Rating & Research (siehe Tabelle).

Fondsmanager Ralf Walter führt das gute Ergebnis auf konsequentes Stockpicking zurück. "Wenn sie nicht überzeugen können, bleiben durchaus auch Index-Schwergewichte im Fonds komplett außen vor", erläutert Walter. Grundsätzlich kann er das Portfolio seines Fonds mit allen Aktien bestücken, die nicht im deutschen Leitindex Dax gelistet sind. Aktuell sind 83 Titel vertreten, gut die Hälfte des Portfolios besteht aus MDax-Werten. "Zu unseren Favoriten gehören derzeit vor allem Maschinenbauer, die von einer weiter robust wachsenden Weltwirtschaft profitieren", erläutert der Fondsmanager, der sich generell optimistisch für sein Anlagesegment gibt: "Aktien aus der zweiten Reihe sind stärker als Standardwerte von der Binnenkonjunktur abhängig und dürften daher von einer Belebung der heimischen Wirtschaft überproportional profitieren." Zusätzliches Aufwärtspotenzial entsteht Walter zufolge durch weitere aussichtsreiche Neuemissionen und Übernahmen.

Auch die geplante Unternehmensteuerreform ist aus Sicht von Albrecht von Witzleben ein treibendes Element für eine allgemeine positive Entwicklung am deutschen Aktienmarkt. "Heimische Dividendentitel bieten zudem auch wegen einer weiterhin günstigen Bewertung noch einiges an Kursphantasie", ergänzt der Berater des zweitplatzierten Fonds Deutsche Aktien Total Return, der 2006 einen Wertzuwachs von 33,35 Prozent erzielte. Mit dem bei der Landesbank Rheinland-Pfalz International (LRI) aufgelegten Fonds verfolgt der in London ansässige Vermögensverwalter eine andere Strategie: So investiert von Witzleben auch in Standardwerte und kann je nach Marktlage auch in Renten oder Kasse umschichten. Dank der flexiblen Steuerung der Barposition überstand der Fonds die Marktschwäche im Frühsommer ohne große Verluste, und auch derzeit macht von Witzleben von der Möglichkeit Gebrauch, die Aktienquote herunterzufahren. "Ende 2006 lag sie noch bei rund 83 Prozent, aktuell haben wir sie auf rund 75 Prozent reduziert", erläutert der Fondsberater. Nach dem starken Schlussquartal sei vorerst mit einer leichten Marktschwäche zu rechnen, die er für günstigere Käufe nutzen wolle.

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