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01.05.2011

17:11 Uhr

Magere Rendite

Die Deka-Fonds schwächeln

VonIngo Narat

ExklusivDie meisten Deka-Fonds galten nicht als Sterne am Fondshimmel. Jetzt fallen die Renditen der Sparkassenprodukte noch weiter hinter die Konkurrenz zurück. Was Anleger wissen sollten.

Das Gebäude der DekaBank in Frankfurt am Main: Die Renditen vieler Fonds fallen nur mager aus. Quelle: dpa

Das Gebäude der DekaBank in Frankfurt am Main: Die Renditen vieler Fonds fallen nur mager aus.

FrankfurtDer Sparkassen-Fondsanbieter Deka Investment fällt bei seinen Leistungen ab. Das berichtet das Handelsblatt (Montagsausgabe) unter Berufung auf eine Berechnung der Analysefirma Feri Eurorating. Nur noch 28 Prozent aller bewerteten Fonds haben eine gute Note – gemessen an der Wertentwicklung und den Wertschwankungen.

Vor etwas über einem Jahr lag die Quote bei über 43 Prozent. Im Konkurrenzvergleich ist die Deka über diesen Zeitraum von Platz sechs auf Platz 20 unter 35 großen Anbietern abgerutscht. „Die Leistung bei den Aktienprodukten und den Anleihefonds hat nachgelassen“, urteilt Feri-Analyst Andre Härtel.

Neue Strategie

Der Grund: Thomas Neiße, Leiter Deka-Investment, verfolgt seit etwa einem Jahr eine defensive Anlagepolitik. Seine Fonds haben deshalb nur unterdurchschnittlich am Börsenaufschwung teilgenommen. „Wer sich im Portfolio zu weit aus dem Fenster lehnt, der kann auch tief fallen. Das Krisenjahr 2008 machte uns demütig“, sagte Neiße dem Handelsblatt. Sein Motto heute: „Wir wollen derzeit nicht mehr alles ausreizen, sondern machen eine risikoarme und defensive Politik – das ist auch im Sinne der Sparkassen.“


Offiziell nicken die Sparkassen die Politik ab. Die Frankfurter Sparkasse beispielsweise, auch ein wichtiger Absatzträger für die Deka-Fonds, hält „eine defensivere Anlagestrategie für sinnvoll“.

Die Dekabank unter ihrem Vorstandschef Franz Waas befindet sich in einer Umbruchphase. Zukünftig werden die Sparkassen als Mehrheitseigentümer das Sagen haben, nachdem sich die Landesbanken aus dem Kreis der Eigner zurückgezogen haben. Mit der vollständigen Übernahme durch die Sparkassen dürfte jetzt eine risikoärmere Geschäftspolitik Vorrang haben.

Riskoarm heißt hier für die Fonds: Seit einem Jahr hält die Deka eine Barquote von ungefähr fünf Prozent in den Aktienfonds und ist in defensiven Branchen investiert. Auch bei den stark schwankenden, aber gut gelaufenen kleinen Aktien spielt Neiße nicht offensiv mit. Es geht ihm um „Katastrophenvermeidung, aber das kostet eben manchmal Wertentwicklung“.

Der Deka-Mann dagegen wirbt für seinen bewussten Renditeverzicht: „Die wachsenden Staatsverschuldungen machen mir Sorgen.“ Neiße warnt: „Wir müssen damit rechnen, dass Aktienmärkte belastet werden, wenn die Zahlungsfähigkeit ganzer Staaten in Frage steht.“

Kommentare (8)

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Privatier

01.05.2011, 19:02 Uhr

„Wir müssen damit rechnen, dass Aktienmärkte belastet werden, wenn die Zahlungsfähigkeit ganzer Staaten in Frage steht.“ - Eigentlich ein Grund, überhaupt keine DEKA-Fonds mehr zu kaufen!

Rheinschwimmer

01.05.2011, 19:12 Uhr

Vorsicht ist die Mutter der bekannten Kiste. Gut. Aber was ist, wenn überhaupt niemand mehr die DEKA- Produkte kaufen will, in dieser Situation? Rentenfonds bestückt mit Staatsanleihen nimmt wohl niemand mehr. Das Geld geht in EMs und Aktien. Aktienfonds müssen auch bei der der DEKA gut laufen, sonst läuft die DEKA nur noch unter ferner liefen. Wer will das? Die Sparkassen doch wohl eher nicht.

dagobert

01.05.2011, 19:44 Uhr

privatier (mit hausverstand)
für aktien-fonds muß man so rechnen:
1. 3% inflation jährlich im schnitt
2. fast 30% "steinbrück"-steuer (incl. "kirche und soli vom gewinn)
3. 2-3% TER bei "aktiven" aktienfonds
4. ergibt nach "adam riese": man muß 7-8% brutto im fonds realisieren, damit man am jahresende wenigstens pari aussteigt! und all das wird gern verschwiegen. "riester" macht im jahr ca. 2%! der wahnsinn sitzt in allen ritzen!
5. eine mögliche verlustrechnung soll jeder selbst durchführen zur stärkung der sinne.

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