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06.05.2015

15:07 Uhr

Manager-Gehälter

Wenn 400 Millionen Dollar zur Enttäuschung werden

VonPeter Köhler, Robert Landgraf

Es war ein enttäuschendes Jahr für die Manager von Hedgefonds – 2014 lief es so schlecht wie schon seit 2008 nicht mehr. Doch die Spekulanten jammern auf sehr hohem Niveau. Wie viel die 25 Topverdiener kassieren.

Hedgefonds-Manager verdienten im vergangenen Jahr deutlich weniger. Getty Images

Derbe Gehaltseinbußen

Hedgefonds-Manager verdienten im vergangenen Jahr deutlich weniger.

FrankfurtBen Bernanke hat absichtlich keine Bank als neuen Arbeitgeber gewählt. Der ehemalige US-Notenbankchef schloss einen Beratervertrag mit dem Hedgefonds Citadel Investment Group ab. Der 61-Jährige wollte einem möglichen Interessenkonflikt mit seiner Arbeit bei der Notenbank Fed aus dem Weg gehen. Vielleicht gab es aber auch einen anderen, einträglichen Grund mit Citadel ins Geschäft zu kommen: das Geld.

Zwar gibt es keine Angaben über sein Gehalt, doch Citadel kann es sich leisten, ihn gut zu bezahlen – sehr gut sogar. Das macht die Rangliste der am besten verdienenden Hedgefonds-Manager deutlich. Ganz oben in der jährlichen Aufstellung des Fachmagazins „Alpha Magazine“ steht Citadels Kenneth Griffin, der Vorstandsvorsitzende der in Chicago sitzenden Hedgefonds-Gruppe. Er verdiente 1,3 Milliarden Dollar, wie das Magazin ausgerechnet hat.

Griffin war als Gründer des Hedgefonds Citadel in einem Jahr erfolgreich, in dem es für die Branche nicht gut lief. Es wurden sogar Erinnerungen an die Zeit wach, in der die Finanzkrise die Märkte und damit auch die Verdienste der Hedgefonds-Manager nach unten zog. Kurz gesagt: 2014 war das schlechteste Jahr für die Elite-Gruppe unter den Investoren seit dem Kurseinbruch an den Börsen im Jahr 2008, im Jahr der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers.

Doch wie schlecht lief das Jahr wirklich? Nach den Berechnungen von Institutional Investors Alpha kamen die 25 erfolgreichsten Hedgefonds-Manager zusammen auf 11,62 Milliarden Dollar, was vergleichbar ist mit dem Verdienst im desaströsen Jahr 2008. Auch im Vergleich zum Jahr 2014 lief es für die Manager äußerst enttäuschend. Damals kamen sie auf 21,15 Milliarden Dollar, verdienten also beinahe doppelt so viel wie 2014.

Nun ist das kein Grund zum Klagen. Denn im Durchschnitt kassierten die Top-Leute im vergangenen Jahr immer noch 467 Millionen Dollar. Damit strichen die Manager mehr als 20-mal so viel ein wie Jamie Dimon, der Chef von JP Morgan, einer der größten Banken Amerikas.

Die profitabelsten Hedge-Fonds der Welt

Das Ranking

Sie verwalten riesige Summen und wenn sie Gewinn machen, geht er in die Millionen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat Hedge-Fonds weltweit nach ihrer Profitabilität gerankt. Berücksichtigt wurde der Gewinn für die ersten zehn Monate des Jahres 2014.

Platz 1: Pershing Square International

Manager: Bill Ackman
Rendite: 32,8 Prozent

Platz 2: Quantedge Global

Manager: Team-Managed
Rendite: 32,3 Prozent

Platz 3: STS Partners

Manager: Michael Craig-Scheckman, Scott Burg
Rendite: 23,9 Prozent

Platz 4: Hildene Opportunities

Manger: Brett Jefferson
Rendite: 23,6 Prozent

Platz 5: AHL Diversified

Manager: Tim Wong, Matthew Sargaison
Rendite: 21,1 Prozent

Platz 6: MBS Agency

Manager: William Mok
Rendite: 20,6 Prozent

Platz 7: Citadel Tactical Trading

Manager: Team-Managed
Rendite: 19,7 Prozent

Platz 8: Stratus

Manager: Team-Managed
Rendite: 17,7 Prozent

Platz 9: Citadel Global Equities

Manager: Team-Managed
Rendite: 17,3 Prozent

Platz 10: Dymon Asia Macro

Manager: Danny Yong
Rendite: 17,0 Prozent

Besonders schlecht lief es im vergangenen Jahr für David Tepper, der drei Jahre lang die Liste der bestverdienenden Hedgefonds-Manager anführte. Er erlebte einen Einbruch um knapp 89 Prozent, von 3,5 Milliarden fiel sein Verdienst auf nur noch 400 Millionen Dollar.

Der Grund: Sein Hedgefonds Appaloosa Management enttäuschte bei der Ertragsentwicklung mit schlappen 2,2 Prozent, die schlechteste Performance eines Managers in dem Ranking das 25 Top-Verdiener umfasst. Tepper selbst landete auf Platz elf. Aber er kann sich trösten. In den elf Jahren, in denen er regelmäßig in der Liste des „Alpha Magazine“ auftauchte, verdiente er fast 15 Milliarden Dollar. Da kann er ein schwieriges Jahr problemlos verkraften.

Kommentare (2)

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Herr Norbert Bluecher

06.05.2015, 16:46 Uhr

Sind die genannten Zahlen Gehälter oder Zahlungen aus Kapitalerträgen und Gehalt?

Wenn es nur Gehälter sind, sind die Zahlungen unanständig!

Herr Daniel Huber

06.05.2015, 17:07 Uhr

Was ich mich bei diesen extremen Summen immer wieder frage!
Wer erwirtschaftet eigentlich durch produktive Arbeit erst diese Exzesse der Finanzbranche und ihrer Hütchenspieler?
Welche Personengruppen wurden im Gegenzug um 11,21 Milliarden Dollar ärmer?
Sind solche Gehälter moralisch-ethisch überhaupt noch zu rechtfertigen, wenn auf dieser Welt täglich zigtausende Kinder verhungern?
Wo ist da endlich mal die Grenze, wann ist es endlich mal genug?

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