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29.04.2011

15:15 Uhr

Massives ETF-Wachstum

„Gorillas“ am Goldmarkt ängstigen Analysten

Analysten aus den USA haben das schnelle Wachstum von börsennotierten Indexfonds (ETFs) auf Gold mit physischer Besicherung kritisiert. Sobald große Investoren aus den ETFs aussteigen, könne der Goldpreis stark fallen.

Im vergangenen Jahr ist der Goldpreis um 62 Prozent gestiegen. Quelle: dpa

Im vergangenen Jahr ist der Goldpreis um 62 Prozent gestiegen.

TorontoDas rasante Wachstum von börsennotierten Indexfonds (ETFs) auf Gold mit physischer Besicherung stößt bei einigen Marktteilnehmern in den USA auf Kritik. "Wir können nicht ignorieren, dass ziemlich große Gorillas die Szene betreten haben, und nach meiner Einschätzung macht ihr Engagement gut 300 Dollar vom aktuellen Goldpreis aus", sagte Jon Nadler, Metallanalyst bei Kitco Metals in Montreal. Der Goldpreis hatte am Donnerstag mit 1535 Dollar pro Feinunze ein neues Rekordhoch erreicht.

Das Edelmetall wird häufig als Absicherung gegen Währungs- und Inflationsrisiken genutzt. Im vergangenen Jahr stieg der Goldpreis um 62 Prozent. Neun Milliarden Dollar flossen in dem Zeitraum in Gold-ETFs, 2009 waren es zwölf Milliarden Dollar.

Als der Goldpreis Anfang diesen Jahres deutlich nachgab, machte der Internationale Währungsfonds (IWF) dafür Abflüsse von drei Milliarden Dollar aus ETFs dafür mitverantwortlich. Zudem warf der IWF der Branche vor, Preisschwankungen am Rohstoffmarkt mit auszulösen.

Nach Einschätzung von Analyst Nadler kann es am Goldmarkt zu einem plötzlichen Preissturz kommen, wenn die in ETFs stark investierenden Hedgefonds aussteigen - etwa weil sie ihre Gewinnziele erreicht haben oder sich das Zinsumfeld ändert. Das könnte zu einem Abzug von 200 bis 300 Tonnen Gold aus physisch besicherten ETFs führen, was zehn Prozent der gesamten Gold-Bestände der Branche entspräche, erklärte Nadler. Ein solcher Abfluss würde den Goldpreis seiner Meinung nach auf unter 900 Dollar pro Feinunze drücken.

Der weltweit größte Gold-Fonds, der SPDR Gold Trust (GLD) des Anbieters State Street Global Advisors, hält aktuell ein Vermögen von 60 Milliarden Dollar, das mit mehr als 1200 Tonnen Gold besichert ist. Damit hält der GLD-Fonds nach den USA, Deutschland, dem IWF, Italien und Frankreich die größten Gold-Bestände der Welt.

Tom Anderson, Chef von ETF Strategy and Research bei State Street, wies die Kritik Nadlers und des IWF zurück: "GLD handelt Wertpapiere im Volumen von zwei Milliarden Dollar pro Tag. Es gibt also eine unglaublich große Menge an Liquidität in diesem Produkt, also kann es im täglichen Geschäft auch eine unglaublich große Menge an Abflüssen aushalten."

Auch gegen den Vorwurf, dass ETFs Schuld an den Preisschwankungen am Rohstoffmarkt sind, wehrt sich Anderson. So habe es im ersten Quartal zwar Abflüsse aus Gold-ETFs gegeben, der Goldpreis sei aber in dem Zeitraum weiter gestiegen. "Natürlich hat die Nachfrage (nach Gold) zugenommen, aber das geschah aus einer Reihe von Gründen, nicht allein durch die ETFs.

Von

rtr

Kommentare (18)

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ANALysten....

29.04.2011, 17:03 Uhr

Wenn die Währungen crashen gibt es natürlich auch bei den Edelmetallen eine Delle nach unten.......dann aber gehts es umso steiler nach oben.
Traue keinem ANALysten.......

Account gelöscht!

29.04.2011, 17:16 Uhr

Kurzzeitig könnte der Goldpreis nachgeben, wenn aber alle, die nichtgoldunterlegte Zertifikate haben und umsteigen, explodiert der Preis in Richtung 20000 USD/Unze!

Es ist immer ein merkwürdig-beuruhigendes Zeichen, wenn Gold- und Aktienkurse steigen...

James

29.04.2011, 17:22 Uhr

Dass das Handelsblatt so einen Bloedsinn ueberhaupt abdruckt. GLD haelt doch hauptsaechlich Papiergold ("goldaequivalente Investments"), keine Barren :-) Die im Artikel erwaehnten 9 Milliarden pro Jahr sind winzig im Vergleich zu dem was Bernanke pro Tag an Dollars druckt :-) Der Goldpreis kennt nur eine Richtung: zum Mars.

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