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02.09.2011

14:08 Uhr

McKinsey-Analyse

ETF-Markt wird sich in fünf Jahren mindestens verdoppeln

Der weltweite Markt für börsennotierte Indexfonds (ETFs) könnte sich laut McKinsey in den nächsten fünf Jahren verdreifachen. Die Analysten stützen diese optimistische Prognose mit einer Reihe von Argumenten.

McKinsey-Analysten prognostizieren ein enormes Wachstum des ETF-Markts in den kommenden Jahren. dapd

McKinsey-Analysten prognostizieren ein enormes Wachstum des ETF-Markts in den kommenden Jahren.

FrankfurtDie Unternehmensberatung McKinsey geht davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren der ETF-Markt von aktuell rund 1,5 Billionen Dollar auf 3,1 bis 4,7 Billionen Dollar anwachsen könnte. „Auf dem Weg dorthin könnte es zwar Schlaglöcher geben, die Aussichten für das globale ETF-Wachstum bleiben aber stark“, schreiben die McKinsey-Analysten.

Ihre Argumente: Beispielsweise würden Investoren immer stärker auf die Kosten von Finanzprodukten achten. Ein Grund dafür sei, dass die Mehrheit der aktiven Fondsmanager in den vergangenen Jahren dürftige Renditen erzielt habe. Zwar werde die Vorliebe für aktive oder passive Anlagen je nach Marktumfeld immer wieder umschlagen. „In den USA hat aber ein langsamer und stetiger Trend hin zu passiven Strategien Fuß gefasst, wobei ETFs davon am stärksten profitieren“, heißt es in der Studie.

Des Weiteren erwarten die Autoren, dass die Zahl der Honorarberater für private Anleger zunehmen wird. Sie begründen dies vor allem damit, dass die Aufsichtsbehörden neue Vorschriften erlassen werden. Bislang sind Honorarberater vor allem in Deutschland noch in der Minderheit. Es überwiegen nach wie vor Berater, die ihre Vergütungen nicht von den Anlegern, sondern den Anbietern der Produkte erhalten, die sie vertreiben. Da ETFs im Gegensatz zu anderen Finanzprodukten keine oder sehr geringe Vertriebsvergütungen zahlen, sind sie für provisionsgetriebene Berater uninteressant.

Die verstärkten Transparenzanforderungen der Aufsichtsbehörden werden das ETF-Wachstum McKinsey zufolge ebenfalls stützen. „Da ETFs im Vergleich zu anderen Finanzprodukten relativ einfache Strukturen bieten, sollten sie in einem Zeitalter größerer Transparenz einen Vorteil gegenüber traditionellen Fonds haben.“

Drei Methoden, einen Index abzubilden

Full Replication

„Full replication“ heißt übersetzt volle Nachbildung. Bei der Methode steckt das Vermögen des ETFs in den Aktien des zugrundeliegenden Index – und zwar entsprechend der Gewichtung der Aktien im Index. Das heißt, das Börsenbarometer wird eins zu eins nachgebildet.

Optimised Sampling

Diese selektive Teilnahme bedeutet, dass der ETF einige aber nicht alle Aktien eines Index erwirbt. So bildet er den Index näherungsweise ab. Dieses Verfahren wird – häufig aus Kostengründen – vor allem bei Indizes verwendet, in denen besonders viele Aktien notiert sind.

Swap

Bei Swap-ETFs (Swap = Tausch) wird das Fondsvermögen in Wertpapiere, beispielsweise Aktien oder Anleihen, investiert. Zusätzlich zu diesem Basisportfolio wird mit einer Bank ein sogenannter Swap abgeschlossen. Der ETF-Anbieter tauscht so die Wertentwicklung des Basisportfolios gegen die Performance des abzubildenden Index. Die Kombination aus Basisportfolio und Swap stellt sicher, dass der ETF die Wertentwicklung des jeweiligen Index möglichst exakt nachvollzieht.

Schließlich geht die Unternehmensberatung davon aus, dass institutionelle Investoren verstärkt börsennotierte Indexfonds einsetzen werden. Bislang nutzten hauptsächlich Hedgefonds und Vermögensverwalter diese Produkte. Pensionskassen und Stiftungen fingen dagegen erst an, sich für ETFs zu interessieren.

 

Von

rtr

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