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06.03.2012

11:21 Uhr

Morningstar Fund Awards

Der Glamour der Finanzwelt

VonChristian Schnell

Statt um Filmstars mit langen Abendkleidern drehten sich die Gespräche beim Morning Star Fund Award um die neue Trophäe und Schuldscheine von Alkoholikern. Das Krisenjahr 2011 konnte die gute Laune nicht beeinträchtigen.

Kabarettist Chin Meyer schlug ein neues Zertifikate-Konzept vor: Die Fusel-Anleihe. Bert Bostelmann/Bildfolio für Handelsblatt

Kabarettist Chin Meyer schlug ein neues Zertifikate-Konzept vor: Die Fusel-Anleihe.

Relaunch: Es sollte ein Déjà-vu-Erlebnis werden wie jedes Jahr. Doch es gibt einen neuen Preis. Wie also soll man die neue Trophäe nun beschreiben? Sie hat einen schwarzen Sockel mit einem aufgesetzten roten Gefäß, das zylinderförmig nach oben breiter wird.

Von einem Grablicht war hier und da unter den mehr als 200 Besuchern die Rede. Anne Connelly, European Marketing Director bei Morningstar wusste es besser. „Es ist das O von Morningstar, wenn man von oben drauf blickt.“ Ähnlich kreativ sein muss man beim neuen Logo der Fondsanalysten, das – wie es der Firmenname schon sagt – eine aufgehende Sonne symbolisieren soll. Einfacher ist da folgende Erklärung: Morningstar hat die letzten Jahre weltweit so viel zugekauft, dass man überall einheitlich auftreten will.

Fusel-Anleihen: Zu trinken gab es natürlich auch etwas. Teure Weine, Champagner – was man auf solchen Veranstaltungen eben erwartet. Finanz-Kabarettist Chin Meyer empfahl stattdessen die Fusel-Anleihe. Und die funktioniert etwa so: Ein Gastwirt betreibt sein Lokal in einem Stadtteil mit besonders vielen arbeitslosen Alkoholikern und lässt seine klammen Gäste anschreiben. Das erzählt er seinem Banker. Der bündelt die Schuldscheine und verkauft sie weiter.

„Und damit das Ganze nicht wie Schuldscheine von Alkoholikern daherkommt, nennt man es Fusel-Anleihen“, so die Idee. Eine andere Bank kommt und nimmt nur die besten dieser Anleihen, nämlich die von den Alkoholikern mit Abitur. Die nennt sie „SSO“, das steht für „Suff-Sammel-Obligationen“. Da springen dann auch die Landesbanken auf. Die nehmen die besten dieser Anleihen, nämlich die von den Alkoholikern mit Doktortitel und ohne Leberzirrhose. Die bündeln sie zum „DGZ“, dem Delirium-Garantie-Zertifikat.

Geht das gut? Nein. Spätestens wenn der erste kleine Sparkassen-Angestellte von einem Alkoholiker die erste kleine Rate sehen will, fliegt alles auf. Keine Frage, der Fonds-Branche hat der Seitenhieb auf die ungeliebte Zertifikate-Branche natürlich gefallen.

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