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21.08.2013

11:32 Uhr

Nach fünf Jahren Flaute

Deka-Fonds sammelt Milliarden ein

Kleinanleger halten sich zurück, doch die Profis greifen zu. Investoren haben erstmals seit langem fast fünf Milliarden Euro in die Fonds der Deka investiert. Damit geht ein fünfjähriger Trend zu Ende.

Das Gebäude der DekaBank. Das Immobiliengeschäft und die hohe Nachfrage von institutionellen Kunden sorgte für ein dickes Plus. dpa

Das Gebäude der DekaBank. Das Immobiliengeschäft und die hohe Nachfrage von institutionellen Kunden sorgte für ein dickes Plus.

FrankfurtAnleger haben dem Sparkassen-Fondsdienstleister Deka erstmals seit fünf Jahren wieder mehr Geld anvertraut. In den ersten sechs Monaten flossen unter dem Strich 4,8 Milliarden Euro in die Immobilien- und Wertpapierfonds der Deka nach einem Minus von 1,9 Milliarden Euro vor Jahresfrist.

„Dies ist die erste positive Entwicklung seit 2008“, sagte Deka-Chef Michael Rüdiger bei einem Pressempfang am Dienstagabend. Verantwortlich für das Plus seien vor allem das Immobiliengeschäft und die hohe Nachfrage von institutionellen Kunden wie Sparkassen, Versicherungen oder Stiftungen.

Während Profi-Investoren wieder kräftig in Fonds investieren, halten sich Kleinanleger weiter zurück. Viele von ihnen machen seit der Finanzkrise einen großen Bogen um Fondsprodukte und kehren nur sehr zögerlich an den Fondsmarkt zurück. Die Deka verzeichnet im ersten Halbjahr im Retail-Geschäft noch ein Minus im unteren dreistelligen Millionenbereich. „Nach Abflüssen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum kann man hier aber von einer deutlichen Stabilisierung sprechen“, sagte Rüdiger. Das wirtschaftliche Ergebnis des Frankfurter Instituts kletterte in den ersten sechs Monaten um drei Prozent auf 324 Millionen Euro.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Der ehemalige Credit-Suisse -Banker Rüdiger steht seit November an der Spitze der Deka und will künftig noch enger mit den Sparkassen zusammenarbeiten, die seit 2011 alleinige Eigentümer des Instituts sind. Um die Sparkassen bei der Wertpapierberatung noch besser zu unterstützen, werde die Deka in den kommenden zwei bis drei Jahren rund 180 Mitarbeiter einstellen, kündigte Rüdiger an. Neue Angebote wie das Zertifikate-Geschäft für Kleinanleger würden gut angenommen. Mittlerweile werden diese Produkte von mehr als 300 der insgesamt rund 420 deutschen Sparkassen vertrieben.

Ende Juli hat sich die Deka zudem darauf verständigt, Teile des Kapitalmarktgeschäfts und die Fondssparte der Landesbank Berlin (LBB) zu übernehmen. Die LBB gehört ebenfalls den Sparkassen und soll zu einer reinen Hauptstadtsparkasse geschrumpft werden. Diverse Formalien müssen allerdings noch geklärt werden, bevor die Gremien grünes Licht geben können. „Die Transaktion soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein“, sagte Rüdiger. Den ursprünglichen Plan, dass die Übernahme rückwirkend zum 1. Januar gilt, hat die Deka aufgegeben.

Von

rtr

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