Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2011

06:30 Uhr

Nach Imageverlusten

Hedge-Fonds hoffen auf Comeback

VonUdo Rettberg

Hedge-Fonds haben ihre Durststrecke noch nicht überwunden. Nach massiven Imageverlusten und Werteinbußen in den Jahren 2008 und 2009 haben die einst viel gerühmten Manager dieser hochspekulativen Fonds auch im vergangenen Jahr nur magere Ergebnisse vorweisen können. Nun soll der Ruf aufpoliert werden - mit Wetten auf Aktien und Rohstoffe.

Hedge-Fonds: Dieses Jahr soll es für die Branche wieder aufwärts gehen. Quelle: Siegmar Münk

Hedge-Fonds: Dieses Jahr soll es für die Branche wieder aufwärts gehen.

FRANKFURT. Nimmt man den HFRX-Global-Hedge-Fund-Index als Messlatte für die Leistungen der Branche, dann errechnet sich 2010 gerade einmal eine Wertsteigerung von rund 4,7 Prozent. Zum Vergleich: Aktien legten weltweit um gut zwölf Prozent zu, Rohstoffe um knapp 18 und Immobilien sogar um 28 Prozent. Viele Akteure gaben daher auf. Allerdings werden die verbliebenen Hedge-Fonds langsam wieder risikofreudiger.

Hedge-Fonds litten während der Krise vor allem darunter, dass ihre Anteilseigner Fondsanteile zurückgaben und die Manager Vermögenswerte versilbern mussten. So konnten die Hedge-Fonds-Manager ihr Versprechen nicht einhalten, gerade in Krisenzeiten Fels in der Brandung zu sein. Denn ihr wichtigstes Werbeargument lautete, in guten wie in schlechten Börsenzeiten, etwa durch die Wette auf fallende Kurse, viel Geld zu verdienen.

Zudem sorgten Betrugsfälle einst populärer Manager wie Bernard Madoff sowie zahlreiche Insiderskandale für einen massiven Imageschaden, so dass immer mehr Anleger Hedge-Fonds den Rücken kehrten.

Einer Analyse von Hedge-Fund-Research (HFR) zufolge ist die Zahl der weltweit tätigen Hedge-Fonds von rund 10 100 im Boomjahr 2007 auf derzeit nur noch rund 9 100 gefallen. Die Branche beschäftigt nach Angaben des britischen Verbands Aima weltweit rund 300 000 Mitarbeiter. Da die Manager dieser Kapitalpools nur dann Geld verdienen, wenn sie positive Anlageresultate erzielen, waren einige Gesellschaften während der Krise gezwungen, ihr Geschäft aufzugeben oder aber unter dem Dach finanzstarker Branchengrößen Schutz zu suchen. Die Europäische Zentralbank schätzt, dass "kleinere Hedge-Fonds weiter ums Überleben kämpfen müssen". Daher, so sind sich die Fachleute weitgehend einig, dürfte sich der Konzentrationsprozess in der Branche im laufenden Jahr weiter fortsetzen.

Im vergangenen Jahr sorgte der britische Weltmarktführer Man Group für Aufmerksamkeit, als er den Konkurrenten GLG übernahm. Dass sich zuletzt auch Banken an Hedge-Fonds-Unternehmen beteiligt haben, wird in der Finanzwelt als ein Signal dafür gewertet, dass das Geschäftsmodell dieser Kapitalpools weiterhin als zukunftsträchtig gesehen wird. So hat jetzt zum Beispiel die Goldman Sachs Group ein Zeichen gesetzt, als ihr Petershill Hedge Fund den Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an der in Pennsylvania ansässigen Hedge-Fonds-Gesellschaft Mount Lucas Management ankündigte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×